Samstag, 17. Oktober 2026

Die Tage auf der Insel Kalymnos

Villa Melina Hotel, Pothia/Kalymnos City, Kalymnos (Doppelzimmer mit Bad, Außenterrasse, Kühlschrank, Frühstück, 72 €/Nacht). Ein nobler, alter Ort, diese Villa!

Auch die Insel Kalymnos ist eine Nachbarinsel von Kos. Es verirren sich vergleichsweise nur wenige Tourist:innen hier hin, keine Pauschalreisenden. Sie ist genauso leicht zu erreichen wie Nisyros, liegt aber auf der anderen Seite von Kos - und hat keinen Vulkan. Wenn man mit dem Schiff von Mastihari übersetzt, wirkt die Insel sehr karg, erodierter Boden, Kalkgestein, Macchie.




Ein Foto der Unterkunft:


Am Hafen:



Kalymnos City liegt in einem geweiteten Tal. Landeinwärts liegen auf einem Sporn eine Burgruine, sowie drei restaurierte Mühlentürme darunter angeordnet, ein bemerkenswertes Ensemble.



....



Ein paar Kilometer weiter kommt man zu den Ruinen von Chora Castle, das in seiner heutigen Form im 15. Jahrhundert ausgebaut wurde. 100 Höhenmeter muss man über Treppen bewältigen, um dort hinzukommen. Ein bisschen Vorsicht ist geboten. Innerhalb des Castles standen früher Häuser, was auf die Schutzfunktion der Mauern hinweist.


....



....


....



Es gibt 4, 5 alte kleine Kapellen auf dem Gelände. Bemerkenswerterweise waren sie alle offen, da in Kalymnos City keine einzige Kirche offen ist. Die Kapellen sind, rudimentär erkennbar, manchmal mit alten Wandfresken geschmückt, soweit man diese freigelegt hat.



Dass die Kapellen offen waren, beruhigte mich schon, denn es drohte möglicherweise eine Starkregen, wie er am Vortag in Kos City nieder ging und die Hafenstraße teilweise überflutete. Ein Starkregen kam auch, aber ich war schon wieder in Chorio und konnte bei einer Tankstellen-Gaststätte Unterschlupf finden.

In Kalymnos City, auch Pothia genannt, fallen sagenhaft viele alte Ghost Houses auf. Viele Einwohner scheinen die Insel schon vor Jahrzehnten verlassen zu haben.



Ich hatte noch den Auftrag, nach einem Griechen zu forschen. Das war einfach, denn er war Hausherr dieser Villa, in der ich übernachtete und ich wusste von ihm, dass er früher in Aachen ein Restaurant betrieben hatte. Wir machten ein gemeinsames Foto, das ich an meinen Ex-Arbeitskollegen schickte. Ich bin aber nicht sicher, ob sich der alte Grieche noch an seine Gäste erinnern konnte. 

Eine echte Inselerkundung hätte weitere Tage hier erfordert, denn Busse fahren nur selten.

Am nächsten Tag verließ ich Kalymnos per Schiff Richtung Piräus. In diesen "sehr sauren Apfel" musste ich beißen, da die Alternativen noch anstrengender gewesen wären. Für das Schiff "Blue Star Paros" hatte ich eine 23:00 Uhr-Buchung, ich bekam aber mit, dass es 3 Std. früher losfahren wollte. Gut für mich, denn der Tag war sowieso schon mit ziemlich schlechten, nassen Wetter ausgestattet.

Die Fahrt nach Piräus dauerte etwa 12 Std. Ich überstand sie noch besser als erwartet, da der von mir gebuchte Sitz schon deutlich komfortabler als ein Flugzeugsitz war. Vermutlich schlief ich auch gelegentlich. Auf dem Schiff herumlaufen konnte man natürlich auch, aber es war "draußen" schon ziemlich nass-windig-ungemütlich. Man kann dort aber rauchen.


Morgens, kurz vor Piräus.



Wer nun denkt, es sei eine schlechte Idee, nachts mit einem Schiff über das Mittelmeer zu fahren, hat Recht und das war von mir so auch nicht beabsichtigt. Ich hätte die Tour lieber halbiert und wäre gern tagsüber in ca. 6 - 8 Std. nach Naxos, Mykonos oder Santorin gefahren. Es fahren aber keine Schiffe direkt dorthin, und man hätte irgendwo um- oder aussteigen müssen. Du kannst aber sinnigerweise bei einer Nachtfahrt nicht irgendwo aussteigen und um 02:00 oder 04:00 Uhr morgens in einem Quartier einchecken oder stundenlang auf ein Anschluss-Schiff warten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen