Freitag, 13. Februar 2026

Im Kino: Ein Kuchen für den Präsidenten

Hasan Hadi's Film spielt Anfang der 1990er Jahre im Marschland des südlichen Irak. Eine Schülerin wird in der Schule in einem korrupten Losverfahren verpflichtet, dem Präsidenten zum Geburtstag einen Kuchen zu backen. 

Sie lebt zusammen mit ihrer Oma auf einer schwimmenden, verankerten Schilfbehausung auf einem Fluss. Die Aufgabe stellt sie und ihre Oma vor nahezu unlösbare Probleme, denn der Irak befindet sich im Krieg und die Bevölkerung hat fast nichts mehr zum Leben, oder es ist unerschwinglich. Selbst Zucker ist schwer zu beschaffen. 

Mit Kanu, ihrem geliebten Hahn und Oma machen sie sich auf in die nahegelegene Stadt, um die Zutaten zu erwerben. Schmuck und andere Wertgegenstände haben sie als Tauschgüter dabei. 

Doch die Oma sieht sich überfordert, möchte das Kind endgültig Verwandten übergeben. Das Mädchen rennt weg, hat ihren Hahn und Tauschgüter dabei und verfolgt weiter das Ziel, in der Stadt die Zutaten für den Kuchen zu bekommen. Mit Dieben, Halsabschneidern, potenziellen Sexualstraftätern und der Polizei muss sie sich auseinandersetzen. 

Die Story ist etwas „süßlich-ethno-romantisch“, wie man das von manchen west- und zentralasiatischen Filmen schon von früher kennt, sozusagen auch zugeschnitten auf den Konsum durch ein westeuropäisches Publikum. Gleichwohl meistert das die Regie ganz gut, zumal ab und zu Kampfjets über den Himmel jagen und später auch Bomben fallen. Die Darsteller*innen und die Schauwerte können überzeugen. Bedeutung hat der Film aber vor allem, weil er auch im Irak realisiert worden ist. 

Ein Film über Loyalität als Zwang, über Mangel als Erziehungsmittel und eine Kindheit, die sich in Pflichten aufreibt“, meint epd-film.

Eine Klein-Wanderung rund um die Burgruine Windeck/Sieg

Am letzten Samstag musste ich unbedingt aus wettertechnischen Gründen wandern gehen.

Ausgangspunkt der Tour war die Bahnstation Schladern/Sieg:


Vom Kölner Hauptbahnhof kommt man in 50/60 min mit Zug oder S-Bahn dort hin. Schladern selbst ist mehr Dorf als Stadt. Ich streifte es nur randlich:


Zur Burgruine nahm ich einen Umweg durch den Wald. Hinter einer Flatterbandabsperrung mit Tierskulpturen verlor sich der Weg in einer älteren Rodungsfläche:


Ich musste mich dann da hinten am Waldrand hochkämpfen, um zu einem weiteren Weg zu kommen, der Richtung Burgruine führte. Manchmal war es ziemlich matschig. Parallel dazu gab es alte Hohlwege, die aber nicht mehr passierbar waren:


Die Burg Windeck wurde im 17. Jahrhundert zerstört.


Die Ruinen sind ein beliebtes Ausflugsziel, insbesondere auch für Familien mit Kindern. Man hat dort gute Sicht, insbesondere auf Schladern und die Felder unten, die in einer ehemaligen Siegschleife (Mäander) liegen:


Auf der anderen Seite der Burgruine ging ich runter nach Altwindeck:


Es gibt dort ein Heimatmuseum mit alten Häusern, das aber geschlossen war. Durch die Hofanlagen kann man durchgehen, auffällig war vor allem ein sog. Pestkreuz aus dem 17. Jahrhundert:


Der Waldweg, den ich dann Richtung Schladern nahm, erwies sich anfangs als schwierig. Auch dort musste ich mich erst einmal vorbei an umgestürzten Bäumen einen steilen Hang hochkämpfen. 


Später kam ich an der abgelegenen Villa Schöneck vorbei. Dort kann man sich trauen lassen.


Man ist dort schon unten an der Sieg, kommt wenig später an alten Fabrikwerken vorbei, die Lost Places sind oder eine Nachnutzung erfahren haben:


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Die mit Komoot aufgezeichnete Wanderroute sah so aus:


>Die Strecke war nur 8,5 km lang und hatte jeweils 230 Höhenmeter hoch und runter<

Die Bahn fuhr ganz ordentlich.

Montag, 9. Februar 2026

Im Kino: No other Choice

In Anlehnung an Donald Westlakes Roman „The Ax“ inszenierte Park Chan-wook dieses Gesellschaftsdrama um unwirtliche Arbeitsbedingungen in der südkoreanischen Gesellschaft, hier am Beispiel einer großen Papierfabrik, die von den Amerikanern übernommen wurde. Stellenabbau steht an, da neue Technologie Arbeitskräfte überflüssig macht.

Mit Blut getränkter Weg zur Arbeit“ titelte der Kölner Stadtanzeiger etwas irreführend in seiner Filmkritik, man sieht nämlich kaum einen Tropfen Blut im Film. 

Ungeachtet dessen ist der Film natürlich dennoch gewalttätig, verliert der Familienvater doch seinen Job mit der Folge, dass weder die Kredite für das schöne Haus noch sonstiger Luxus (etwa die musikalische Ausbildung der Tochter) bezahlt werden können. 

Da die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt auch schlecht läuft, kommt der Familienvater auf die Idee, die speziellen, ihn interessierenden Stellen in der Papierfabrik freizuräumen, also den Stelleninhabern aufzulauern und sie umzubringen. Dies wird in die Tat umgesetzt. 

Das war bereits nun schon der achte Film, den ich von diesem Regisseur im Kino gesehen habe, aber die meisten überzeugten mich nicht. Seinen vorletzten Film „Die Frau im Nebel“ (2023) fand ich hingegen sehr gut, aber diesen neuen Film nun nicht stilsicher überzeugend, und er war mit 2:20 h meines Erachtens auch viel zu lang für diese Story.