Freitag, 2. Oktober 2026

Waldtour Bad Münstereifel

Ein 24-Grad-Tag im Zielgebiet. Die Tour galt zwar den Pilzen, aber es hatte schon wieder 6 Tage lang nicht geregnet. Außer einem Schirmpilz, den ich nicht mitnahm, sah ich keinen essbaren Pilz.

Ich startete an der Bahnstation Iversheim. Man kann dort ein Trockental am Hühlesberg hochgehen:


Ich kam bei Pferden vorbei:


Auf den Hängen der anderen Seite gibt es Kalkmagerrasen. Den Walnussbaum fand ich ganz imposant:


Aber Walnüsse lagen noch nicht auf dem Boden.

Ich sah ein Reh, das sich nicht bewegte:


Später kam ich wieder mal an dem markanten Steinbruch im Eschweiler Bachtal vorbei:


Ich überquerte den Eschweiler Bach:



Dann ging ich zum Hirnberg hoch. Früher war das mal ein "richtiger" Wald. Heute beschränkt er sich auf Hanglagen, während die oberen ebeneren Partien ziemlich devastiert wirken: 


Man kann hier auf den Wegen gut durchgehen, aber Pilze suchen wäre, wenn es denn welche geben würde, kaum möglich, da man gar nicht durch dieses brombeerrankenreiche Unterholz kommt.

Am Hirnberg gibt es auch ausgedehnte Hochwiesen:


....


An den Wiesen entlang ging ich runter zum Bahnhof in Bad Münstereifel.


Die Tour war nicht lang, nur 10.1 km, aber immerhin 260 Höhenmeter berghoch und 230 Höhenmeter bergrunter. Der Komoot-Screenshot zeigt die Route:


Mittwoch, 30. September 2026

Ahrtal-Waldwanderung westlich Dernau - Ahrweiler

Letzte Woche. Es war ein 22-Grad-Tag im Zielgebiet. Die Wanderung zielte primär auf Pilze, zumal die Weinberge immer noch weitgehend grün aussehen.

Startpunkt: Bahnhof Dernau.


Ich ging durch den Ort bergauf. Zunächst kommt man dann durch die Weinberge in Steilhanglage:


Man sieht schon Wald, der hier aber dennoch relativ selten ist, da die ebenen Flächen oberhalb der Talhänge meist landwirtschaftlich genutzt werden:


Gleichwohl gibt es auch größere Waldpartien, wie meine mit Komoot aufgezeichnete Wanderroute südlich und östlich von Holzweiler zeigt:


Ich fand wenige, aber leckere Pilze wie diesen Birkenpilz:


Oder diesen Riesenschirmling:


Oder diese Krause Glucke:


Aber insgesamt war es schon wieder zu lange trocken, schlecht für das Pilzwachstum-

Der Wald ist zwar forstwirtschaftlich übernutzt, aber es gibt dennoch einige Altwaldpartien:


Es gibt auch ausgedehnte Wiesen- oder Acker-Wald-Ränder, die attraktiv für die Pilzsuche sein können, aber fündig wurde ich dort nicht:


Bei Ahrweiler ging ich durch die steilen Wald-Hanglagen runter Richtung Bahnhof. Dort im Wald war es schon viel zu dunkel für eine Pilzsuche. Vorbei kam ich an dem alten Brückenpfeiler, der dort seit über 100 Jahren unvollendet in der Landschaft steht:


Von der Bahnstation aus erhascht man noch einen Blick auf die teils ummauerte Stadt Ahrweiler:







12.3 km war die Tour lang. Es ging 250 Höhenmeter berghoch und 280 Höhenmeter bergrunter.

Montag, 28. September 2026

Fiction: Yoko Ogawa's Roman „Insel der verlorenen Erinnerung“

Das ist Phantastik pur, sehr gelungen, mit viel Empathie geschrieben, aber auch sehr beklemmend. Die japanische Schriftstellerin veröffentlichte ihren dystopischen Roman 1994, aber er erschien erst in 2020 auf Deutsch. 

Der Roman spielt auf einer kleineren japanischen Insel. Auf ihr verschwinden nach und nach Dinge, aber auch Menschen. Irgendwie merken die Einwohner, dass wieder etwas am Verschwinden ist. Es ist dann wichtig, dass diese Dinge zerstört werden. Auch die Erinnerungen an diese Dinge verblassen bei den meisten Einwohnern. 

Es gibt jedoch Menschen, bei denen das so nicht funktioniert. Sie erinnern sich, und sie verstecken auch die Dinge, die für andere Menschen verschwinden. Doch sie werden von der Gedankenpolizei verfolgt, und wenn sie entdeckt werden, per Laster irgendwohin abtransportiert. 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Schriftstellerin. Eines Tages muss sie ihren Lektor bei sich verstecken. Außerdem kennt sie einen alten Mann, der ihr oft hilft. Irgendwann verschwinden auch die Bücher. Die Bewohner des Ortes tragen sie zu Verbrennungsorten, auch die Bibliothek wird eingeäschert. 

Die Schriftstellerin hat fortan erhebliche mentale Schwierigkeiten, ihren eigenen Roman weiterzuschreiben. Der Lektor, dessen Erinnerungen nicht vom Verschwinden berührt werden, hilft ihr. Dieser Roman erzählt eine eigene Geschichte in mehreren Kapiteln dieses Buches. Er handelt von einer jungen Frau, die bei einem Schreibmaschinenkurs ihre Stimme verliert, die der Lehrer in die Schreibmaschine einsperrt. Sie wird daraufhin mit ihrer Schreibmaschine in ein Zimmer des Kirchturms geführt und eingesperrt, in dem bereits zahlreiche andere Schreibmaschinen mit eingesperrten Stimmen gelagert werden. 

Im weiteren Verlauf der Geschichte „verschwinden“ auch Körperteile (die nicht weg sind, sondern nicht mehr funktionieren, etwa ein Arm), bis anzunehmen ist, dass die ganze Welt verschwinden wird. 

Man kann sich darüber Gedanken machen, ob der Roman Vorgehensweisen autokratischer Systeme und/oder Alzheimer-Phänomene aufgreift. Das verschmilzt hier, ohne dass Erklärungen geliefert werden. 

Einige in der Interpretation interessante Ausführungen zum Roman kann man beispielsweise bei literaturkritik lesen.