Ein Fernweh-Film. Lars Jessen's Film erzählt von einer Reise eines DDR-Bürgers (Charly Hübner) von Hiddensee nach Syrakus/Sizilien Ende der 1980er Jahre – und vor allem von der jahrelangen Vorbereitung dieser „Ausreise“, die damals legal nicht möglich war.
Schon die Vorbereitung war schwierig, etwa das Ausleihen von Büchern in Bibliotheken, wenn sie beispielsweise etwas mit Navigation zu tun hatten. Der Protagonist, zusammenlebend mit einer Ärztin in Rostock, bekommt einen Job auf einem DDR-Ostsee-Schiff im kellnerischen Bereich, kann dort Westmark als Trinkgeld sparen, kauft auf Hiddensee später ein Boot, macht einen Segelschein.
Und schließlich bei geeigneten Windverhältnissen gelingt die Flucht von Hiddensee aus an die dänische Küste. Er schreibt dann zurück an die Behörden, dass dies nur eine Urlaubsreise sei, nach der er zurückkehren würde. Seiner Frau, die wenig Verständnis für diese Reise hatte und der er Vieles verheimlichte, schickt er Ansichtskarten, die diese pflichtschuldig zu Hause an die Wand pinnt.
Nach einem Verwandtenbesuch in West-Deutschland und bei einem Besuch der DDR-Botschaft wird ihm klar, dass er wohl nicht zurück kann. Er setzt die Reise fort und schafft es dann doch noch zurück, da die Mauer gefallen ist.
Der Film ist langsam und einfühlsam erzählt, lässt speziell auf der Reise selbst viel aus. Stationen der Reise in Italien werden so oft nur als Postkartenmotiv gezeigt. In Inszenierung und Dramaturgie mit Schwächen, hat der Film doch einige nette Szenen und ist kurzweilig anzusehen.
Der Film basiert auf der Erzählung „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ (1995) von Friedrich Christian Delius. Dieser Erzählung liegt wiederum die reale Flucht eines Mannes im Jahr 1988 zu Grunde, der seinerseits als Schullektüre Johann Gottfried Seume's „Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“ vor seiner Flucht gelesen hatte. Letzteres ist ein bedeutendes Werk authentischer Reiseerlebnis-Literatur.
Beim filmdienst gibt es eine ganz gute Kritik.












