Freitag, 20. Februar 2026

Im Kino: Winter in Sokcho

Koya Kamura's Film erzählt nach einem Roman von Elisa Shua Dusapin von einem französischen Comiczeichner, der sich für eine längere, unbestimmte Zeit in ein kleines familiengeführtes Homestay in einer wenig bekannten, winterlichen Stadt einmietet und dort einer jüngeren Frau näher kommt, die dort arbeitet. 

Die Frau, deren aktuelle Liebesbeziehung gerade am Scheitern ist, hat einen französischen Vater, der sie aber schon vor ihrer Geburt verlassen hat und fühlt sich zu dem deutlich älteren Comiczeichner hingezogen. Sie machen einige gemeinsame Ausflüge, etwa in die entmilitarisierte Zone zu Nord-Korea, kommen sich aber nicht wirklich näher, da der verschlossene Mann eigene, nicht näher spezifizierte Probleme mit sich rumträgt und lieber ungestört Tuschezeichnungen in seinem Zimmer anfertigt. 

Da in dem Homestay gegessen werden kann, drehen sich viele Szenen auch um die Herstellung der Mahlzeiten und das Essen, meist mit Fisch, auch Kugelfisch. 

Der Film erzählt so Einiges aus dem Alltagsleben, ist sehr ruhig inszeniert, erzählt aber nur eine flüchtig hingeworfene Beziehungsgeschichte, die mit der Abreise des Mannes endet. Animierte Comic-Zeichnungen sind im Film eingestreut. 

Überzeugt als warmherzige Culture-Clash-Geschichte mit unterkühlten Melodramelementen“, meint epd-film.

Freitag, 13. Februar 2026

Im Kino: Ein Kuchen für den Präsidenten

Hasan Hadi's Film spielt Anfang der 1990er Jahre im Marschland des südlichen Irak. Eine Schülerin wird in der Schule in einem korrupten Losverfahren verpflichtet, dem Präsidenten zum Geburtstag einen Kuchen zu backen. 

Sie lebt zusammen mit ihrer Oma auf einer schwimmenden, verankerten Schilfbehausung auf einem Fluss. Die Aufgabe stellt sie und ihre Oma vor nahezu unlösbare Probleme, denn der Irak befindet sich im Krieg und die Bevölkerung hat fast nichts mehr zum Leben, oder es ist unerschwinglich. Selbst Zucker ist schwer zu beschaffen. 

Mit Kanu, ihrem geliebten Hahn und Oma machen sie sich auf in die nahegelegene Stadt, um die Zutaten zu erwerben. Schmuck und andere Wertgegenstände haben sie als Tauschgüter dabei. 

Doch die Oma sieht sich überfordert, möchte das Kind endgültig Verwandten übergeben. Das Mädchen rennt weg, hat ihren Hahn und Tauschgüter dabei und verfolgt weiter das Ziel, in der Stadt die Zutaten für den Kuchen zu bekommen. Mit Dieben, Halsabschneidern, potenziellen Sexualstraftätern und der Polizei muss sie sich auseinandersetzen. 

Die Story ist etwas „süßlich-ethno-romantisch“, wie man das von manchen west- und zentralasiatischen Filmen schon von früher kennt, sozusagen auch zugeschnitten auf den Konsum durch ein westeuropäisches Publikum. Gleichwohl meistert das die Regie ganz gut, zumal ab und zu Kampfjets über den Himmel jagen und später auch Bomben fallen. Die Darsteller*innen und die Schauwerte können überzeugen. Bedeutung hat der Film aber vor allem, weil er auch im Irak realisiert worden ist. 

Ein Film über Loyalität als Zwang, über Mangel als Erziehungsmittel und eine Kindheit, die sich in Pflichten aufreibt“, meint epd-film.

Eine Klein-Wanderung rund um die Burgruine Windeck/Sieg

Am letzten Samstag musste ich unbedingt aus wettertechnischen Gründen wandern gehen.

Ausgangspunkt der Tour war die Bahnstation Schladern/Sieg:


Vom Kölner Hauptbahnhof kommt man in 50/60 min mit Zug oder S-Bahn dort hin. Schladern selbst ist mehr Dorf als Stadt. Ich streifte es nur randlich:


Zur Burgruine nahm ich einen Umweg durch den Wald. Hinter einer Flatterbandabsperrung mit Tierskulpturen verlor sich der Weg in einer älteren Rodungsfläche:


Ich musste mich dann da hinten am Waldrand hochkämpfen, um zu einem weiteren Weg zu kommen, der Richtung Burgruine führte. Manchmal war es ziemlich matschig. Parallel dazu gab es alte Hohlwege, die aber nicht mehr passierbar waren:


Die Burg Windeck wurde im 17. Jahrhundert zerstört.


Die Ruinen sind ein beliebtes Ausflugsziel, insbesondere auch für Familien mit Kindern. Man hat dort gute Sicht, insbesondere auf Schladern und die Felder unten, die in einer ehemaligen Siegschleife (Mäander) liegen:


Auf der anderen Seite der Burgruine ging ich runter nach Altwindeck:


Es gibt dort ein Heimatmuseum mit alten Häusern, das aber geschlossen war. Durch die Hofanlagen kann man durchgehen, auffällig war vor allem ein sog. Pestkreuz aus dem 17. Jahrhundert:


Der Waldweg, den ich dann Richtung Schladern nahm, erwies sich anfangs als schwierig. Auch dort musste ich mich erst einmal vorbei an umgestürzten Bäumen einen steilen Hang hochkämpfen. 


Später kam ich an der abgelegenen Villa Schöneck vorbei. Dort kann man sich trauen lassen.


Man ist dort schon unten an der Sieg, kommt wenig später an alten Fabrikwerken vorbei, die Lost Places sind oder eine Nachnutzung erfahren haben:


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Die mit Komoot aufgezeichnete Wanderroute sah so aus:


>Die Strecke war nur 8,5 km lang und hatte jeweils 230 Höhenmeter hoch und runter<

Die Bahn fuhr ganz ordentlich.