Montag, 7. September 2026

Eine Burgen-Eifel-Wanderung im Ahrtal

Für diese Wanderung fuhr ich mit der Bahn nach Altenahr. Das ist seit der Flutkatastrophe im Juli 2021 erst seit Dezember 2025 wieder theoretisch (wenn die Strecke nach Remagen nicht gesperrt ist) möglich. Ich war also schon längere Zeit nicht mehr dort. Und ja, es nach wie vor "eine Aktion" hinzukommen, weil man von Köln aus in Remagen umsteigen muss und speziell die Fahrt nach Remagen oft durch Zugverspätungen auf der Rheinschiene glänzt.

Ziel der Tour waren in erster Linie die beiden Burgruinen in Altenahr und Mayschoß. An der Ahr sieht man immer noch die Folgen der Flutkatastrophe, beispielsweise die geschlossenen, wahrscheinlich sanierungsbedürftigen Bauwerke in Altenahr:


Burg Are, thronend über Altenahr, war mein erstes Ziel:



Es führt ein schöner Weg hoch und man kommt durch ein feines Portal:


An der Burg-Weinrebe, die hier schön mehrere Meter über ein Geländer wächst, konnte ich mich davon überzeugen, dass die Weintrauben schön süß schmecken:


Mein Eindruck ist, dass die Weintrauben bedingt durch die langen Trockenphasen kleiner sind, aber ich las/hörte, dass sie eine gute Qualität haben.

Im späteren Verlauf der Tour sah ich vielfach noch die Weintrauben hängen, grüne, violette, blaue. Das mag interessant sein, aber spektakulärere Views auf die Weinreben hat man im Ahrtal erst, wenn die Blätter gelb und rot werden, vorzugsweise im Oktober. Aber dann sieht man die Weintrauben nicht mehr wachsen. 

Zwischen 1690 und 1714 wurde die Burg in mehreren Konflikten zerstört und ist seither Ruine. Der Blick von der Burg ist richtungsabhängig unterschiedlich interessant:



Ich ging weiter nach Mayschoß, unten im Bild. Man sieht auch schon die Saffenburg:


Diese Wegpassage ist waldreich:


Über Mayschoß thront eindrucksvoll die Saffenburg:


Der Weg dorthin ist so direkt wie hier auf dem Foto suggeriert wird, gar nicht möglich, da man zunächst über eine Ahrbrücke muss, und diese liegt im Bild nicht hinter den Häusern, sondern weiter weg, so dass man sich hinterrücks der Burg annähert:



Viel von der Burg ist allerdings nicht mehr vorhanden, nachdem die Burg schon im Pfälzischen und Spanischen Erbfolgekrieg im 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts schwer beschädigt und 1704 gesprengt wurde. 


Oben gibt es attraktive Sitzbänke für schönes Wetter, bei denen man werktags Glück haben kann. Ich war, an einem Werktag, alleine dort oben. 

Ich ging dann noch weiter, weil sich das so anbietet. Von der Burgruine kommt man gut nach Rech, und ich ging dann durch die Weinberge nach Dernau:


Dort ging ich zum Bahnhof. Die ca. 12.7 km lange Wanderroute zeigt der Komoot-Screenshot (dem allerdings der erste Kilometer fehlt).



>Ca. 300 Höhenmeter hoch, 340 Höhenmeter bergrunter<

Sonntag, 6. September 2026

Eine Eifel-Wanderung bei Jünkerath/Dahlem

Für diese Eifel-Wanderung suchte ich mir den wärmsten Tag der zweiten Augusthälfte aus. Selbst auf 500 m NN wurden noch fast noch 28 Grad erreicht.

Es war eine Waldwanderung, die vergleichsweise wenig Höhepunkte hat. 

Gestartet am Bahnhof Jünkerath ist mal bald im Stadtteil Glaadt. Es gibt dort so eine Art Torburg und Ruinen einer kleineren Burg, die im 18. Jahrhundert nach einem verheerenden Brand durch Blitzschlag nicht mehr aufgebaut wurde:


>Torburg und Burgruine, Glaadt<


Ich ging dann zum knapp 600 m hohen Heidekopf III hoch. Man kann auf dem Weg dorthin Diverses erkunden/sehen, beispielsweise einen alten Grenzstein:



Auch kann man den Standort einer alten Pfannenfabrik im Wald erkunden. Außer der Wand einer Grube und aufgewühlten Boden ist mir aber nichts aufgefallen:


Nahe des Gipfels gibt es auch noch eine alte Wallanlage, die allerdings wenig photogen war.

Man kommt hier oben ziemlich viel durch monotonen, wenige Jahrzehnte alten Fichtenwald, hat also ökologisch in den letzten Jahrzehnten hier wenig dazugelernt.


Es wäre möglich, dass es hier früher mal Hochmoor gab, manchmal sieht es so aus:


Vereinzelt hat man einige Birnbäume gepflanzt:


Im weiteren Verlauf der Tour kam ich noch über den Heidenkopf I und am Kalksteinbruch der Grube Schommer vorbei:


Ich war nicht drin, obwohl es mir möglich gewesen wäre einzudringen.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot", 12 km, 220 Höhenmeter hoch, 140 Höhenmeter runter<

Zurück in Köln genehmigte ich mir noch ein Weizenbier am Ecco in der Südstadt:



Dienstag, 1. September 2026

Im Kino: Spaziergang nach Syrakus

Ein Fernweh-Film. Lars Jessen's Film erzählt von einer Reise eines DDR-Bürgers (Charly Hübner) von Hiddensee nach Syrakus/Sizilien Ende der 1980er Jahre – und vor allem von der jahrelangen Vorbereitung dieser „Ausreise“, die damals legal nicht möglich war. 

Schon die Vorbereitung war schwierig, etwa das Ausleihen von Büchern in Bibliotheken, wenn sie beispielsweise etwas mit Navigation zu tun hatten. Der Protagonist, zusammenlebend mit einer Ärztin in Rostock, bekommt einen Job auf einem DDR-Ostsee-Schiff im kellnerischen Bereich, kann dort Westmark als Trinkgeld sparen, kauft auf Hiddensee später ein Boot, macht einen Segelschein. 

Und schließlich bei geeigneten Windverhältnissen gelingt die Flucht von Hiddensee aus an die dänische Küste. Er schreibt dann zurück an die Behörden, dass dies nur eine Urlaubsreise sei, nach der er zurückkehren würde. Seiner Frau, die wenig Verständnis für diese Reise hatte und der er Vieles verheimlichte, schickt er Ansichtskarten, die diese pflichtschuldig zu Hause an die Wand pinnt. 

Nach einem Verwandtenbesuch in West-Deutschland und bei einem Besuch der DDR-Botschaft wird ihm klar, dass er wohl nicht zurück kann. Er setzt die Reise fort und schafft es dann doch noch zurück, da die Mauer gefallen ist. 

Der Film ist langsam und einfühlsam erzählt, lässt speziell auf der Reise selbst viel aus. Stationen der Reise in Italien werden so oft nur als Postkartenmotiv gezeigt. In Inszenierung und Dramaturgie mit Schwächen, hat der Film doch einige nette Szenen und ist kurzweilig anzusehen. 

Der Film basiert auf der Erzählung „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ (1995) von Friedrich Christian Delius. Dieser Erzählung liegt wiederum die reale Flucht eines Mannes im Jahr 1988 zu Grunde, der seinerseits als Schullektüre Johann Gottfried Seume's „Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“ vor seiner Flucht gelesen hatte. Letzteres ist ein bedeutendes Werk authentischer Reiseerlebnis-Literatur.

Beim filmdienst gibt es eine ganz gute Kritik.