Montag, 9. Februar 2026

Im Kino: No other Choice

In Anlehnung an Donald Westlakes Roman „The Ax“ inszenierte Park Chan-wook dieses Gesellschaftsdrama um unwirtliche Arbeitsbedingungen in der südkoreanischen Gesellschaft, hier am Beispiel einer großen Papierfabrik, die von den Amerikanern übernommen wurde. Stellenabbau steht an, da neue Technologie Arbeitskräfte überflüssig macht.

Mit Blut getränkter Weg zur Arbeit“ titelte der Kölner Stadtanzeiger etwas irreführend in seiner Filmkritik, man sieht nämlich kaum einen Tropfen Blut im Film. 

Ungeachtet dessen ist der Film natürlich dennoch gewalttätig, verliert der Familienvater doch seinen Job mit der Folge, dass weder die Kredite für das schöne Haus noch sonstiger Luxus (etwa die musikalische Ausbildung der Tochter) bezahlt werden können. 

Da die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt auch schlecht läuft, kommt der Familienvater auf die Idee, die speziellen, ihn interessierenden Stellen in der Papierfabrik freizuräumen, also den Stelleninhabern aufzulauern und sie umzubringen. Dies wird in die Tat umgesetzt. 

Das war bereits nun schon der achte Film, den ich von diesem Regisseur im Kino gesehen habe, aber die meisten überzeugten mich nicht. Seinen vorletzten Film „Die Frau im Nebel“ (2023) fand ich hingegen sehr gut, aber diesen neuen Film nun nicht stilsicher überzeugend, und er war mit 2:20 h meines Erachtens auch viel zu lang für diese Story.

Sonntag, 8. Februar 2026

Eine Wanderung in tributären Seitentälern der Sieg bei Eitorf

Da war ich vor einigen Tagen mal unterwegs in kleinen Nebentälern der Sieg. Aber bei knapp 7 Grad Maximum fand ich die Tour nicht so übermäßig berauschend, zumal es am Vortag geregnet hatte und ich es deshalb mitunter mit Matsch auf den Wegen zu tun bekam:



Aber immerhin war es sonnig.

Los ging die Tour in Eitorf, ein Sieg-Städtchen, welches gut von Köln aus zu erreichen ist.


Ich überquerte zunächst den Eipbach:


.... und dann die Sieg:


Man sieht hier schon den Prallhang rechts. Dort ging es dann mal steiler im Wald hoch, aber es waren nur 80 Höhenmeter:


Oben kommt man auf welliger Landschaft raus, und die Flächen sind meist nicht Waldstücke, sondern Feldflur:


Ich ging durch Bohlscheid, dann aber runter ins Überbuschbachtal, dem ich einige Kilometer folgte. Anfangs war es ziemlich matschig.


Talwiesen waren selten, da es meist ein Kerbtal ist.

Am Südende von Rankenhohn kam ich über die Wasserscheide zum benachbarten Bohlscheider Bach, dem ich dann folgte. Vereinzelte Waldweiden gibt es nahe Rankenhohn:



Man kommt an relativ intakten, aber nicht allzu alten Buchenwäldern vorbei:




Auch die vielen kleinen Nebenbäche durchfließen hier den Buchenwald:


Im Unterlauf nahe der Siegmündung weitet sich das Bohlscheider Bachtal und die ersten Häuser tauchen auf:


Endpunkt der Tour war wieder Eitorf. Bei den Bahnfahrten ergab es kaum Verzögerungen.

Wanderroute:


>Aufgezeichnet mit der App "Komoot", 10.5 km, jeweils 240 Höhenmeter hoch und runter<

Donnerstag, 5. Februar 2026

Tschingis Aitmatow's Novellen „Scheckiger Hund, der am Meer entlang läuft // Frühe Kraniche“

Die beiden Novellen wirken wie "aus der Zeit gefallen". Sie entstanden Mitte der 1970er Jahre. 

Die erste Novelle spielt irgendwo am eventuell sibirischen Meer bei einem kleinen Volksstamm. Erzählt wird von einem Jungen, der erstmals auf die Robbenjagd mitgenommen wird. Doch diese Fahrt mit dem Kanu hinaus zu kleinen Inseln im Meer wird ihnen zum Verhängnis, da tagelang währender Nebel aufzieht, sie die Orientierung verlieren und die Vorräte zur Neige gehen. Es ist eine zutiefst existenzialistische Geschichte. 

Die zweite Geschichte spielt wahrscheinlich im Heimatland des kirgisischen Autors im Jahr 1943. Es ist ebenfalls eine Dorfgeschichte. Wegen des Krieges mit dem Deutschen Reich sind viele Männer an der Front oder bereits gefallen, und im Dorf herrscht Not, auch weil Nahrungsmittel und andere Dinge für die Front produziert werden müssen. Schließlich wird ein Trupp größerer Jungen beauftragt, weiter entfernt in der Steppe Ackerflächen herzurichten. Dafür müssen die Pferde und Gerätschaften zum Pflügen instand gesetzt werden. Man zieht los, doch auch dieses "Projekt" scheitert.

In Aitmatow's Geschichten geht es immer auch um Zusammenhalt in der Gemeinschaft und Liebe, dennoch scheitern die Protagonisten an den Unbilden der Natur und den widrigen Umständen, oft Krieg.