Dienstag, 28. April 2026

Ankunft und die Tage in Olbia (Sardinien)

Camelia's House, Olbia (Doppelzimmer mit Bad , Zugang zu Hausterrasse, freien Kaffee, 60 €/Nacht)

Hotel Stella 2000 , Olbia (Doppelzimmer mit Bad und Frühstück, 64 €/Nacht)

Erster Tag. Der Hinflug funktionierte trotz meiner Sorgen. 04:45 Aufstehen war natürlich nicht meine Zeit. Ich war dann, da alles reibungslos lief, frühzeitig am Airport, wo ich diesmal auch erstmals frühstückte und erst dort meine erste Unterkunft bei booking.com buchte.

Um 12 Uhr war ich dann schon pünktlich in Olbia. Check-In war erst um 15:00, reichte aus, schon vorher Teile von Olbia zu erkunden. Außerdem musste auch erst noch ein Busticket erworben werden, aber ich erhielt einen Hinweis, dass es in der Airporthalle einen Automaten gäbe.



Jemand vom Camelia's House kam, nachdem ich mein Eintreffen per booking.com Kund' getan hatte. Leider habe ich mir die code-gesteuerten Öffnungs-/Schliesssysteme nicht ausreichend erklären lassen, so dass ich später Probleme hatte und noch einmal jemand kommen musste. Ansonsten war ich an dem Tag dann doch etwas "tot", die Nacht war nicht lang genug.

Ein Lieblingscafé hatte ich am Marktplatz, wo nichts los war:


Aber wie man dort schon sieht, gibt es ziemlich viel Graffiti in Olbia.


Im Park ist es auch noch ganz nett:





Zweiter Tag. Meine erste besichtigte Nuraghe. Es sind bronzezeitliche Megalithbauten.

Diese hier liegt in den Bergen über Olbia, und die "Wanderung" dorthin war ca. 7 km lang, davon mehrere km durch ein weitläufiges Gewerbegebiet. Ich wusste nicht, dass ich 4/5 km mit einem Bus hätte fahren können 😬. Auf dem Rückweg dann schon😅, denn am anderen Ende des Gewerbegebiets kam ich an einer Bus-Endhaltestelle vorbei. Bevor das dann mit der Busfahrt geschehen konnte, musste ich allerdings erst eine App herunterladen und einrichten, das dauerte.

Hinter dem Gewerbegebiet wurde der Weg jedenfalls schöner. Man sah einzelne Kakteen und zunehmend Felsen mit Tafoni-Verwitterung. Auch blühen anscheinend Flechten auf nackten Felsen gerade rot:



Irgendwann kommt dann der Abzweig zur Nuraghe, später mit Tafel und Hinweisen. Eintritt musste man nicht zahlen,  aber ab dort wurde es spannend, der Weg wurde zum Pfad, steiler, steiniger. 

Das Highlight war vielleicht noch nicht einmal die Nuraghe, sondern die Landschildkröte, die nahe dem Pfad zu entdecken war:



Die einzige Landschildkröte, die ich zuvor mal in freier Natur gesehen habe, war um 1983/84 auf einem Griechenland-Kartierpraktikum.

Auf den letzten 20/30 m in der Nuraghe wurde es hakelig, denn der Felsenpfad wurde nach Passieren des Tores in dem Mauerwall sehr steil und es gab mehrere Pfade. 



Nun, ich schaffte es doch noch nach ganz oben, aber das Problem ist erfahrungsgemäß nicht der Auf-, sondern der Abstieg. Ich habe da schon erhebliche Probleme. Außerdem brauchte ich etwas, den Weg zurück wiederzufinden. Oben war es übrigens nur bedingt interessant, aber sehr windig.



Es war nicht die "leichteste" Nuraghe🫣, aber dieser Ausflug lohnte👍, auch wegen der Schildkröte 🐢.

Es waren übrigens sogar ein paar andere Tourist*innen dort, die ich teilweise schon auf dem Weg hinauf traf.

Dritter Tag. Ein Ausflug in die kleine Stadt Arzachena. Liegt etwa 25 Bus-Kilometer westlich von Olbia. Auch hierfür sollten zwei Apps getestet werden und vor allem, ob der Bus auch kommt und man an der richtigen Stelle steht. Das funktionierte.

In Arzachena gibt es nicht übermäßig viel in der Stadt zu sehen. Am höchsten Punkt liegt eine Kirche, so dass man über den Ort schauen kann. 



Am markantesten sind die umgebenden Felsformationen. 

Am Rande der Stadt gibt es aber drei prähistorische Stätten, eine Nuraghe, ein Gigantengrab und einen Tempel. Der Bus hat dort aber keine Haltestelle, so dass ich von der nächstgelegenen Haltestelle anderthalb Kilometer die Straße langlaufen musste. Am Ziel musste ich für 10 € ein Ticket kaufen. 


>Tomba di Giganti Moru<

Die Nuraghe und das megalithische Großgrab liegen an der Straße. 



>Nuraghe Albuccio<

Zum ebenfalls der Nuraghen -Gesellschaft zuzuordnenden Tempel geht man einen 1.6 km langen Weg. Dort hat man gute Aussicht auf markante Felsformationen mit Tafoni. Die letzten 10 m hoch zum Tempel waren wieder etwas hakelig für Senioren wie mich, da es wieder einen steilen Feldpfad hochging. Die topographische Lage des Ortes war aber beeindruckend.



>Tempietto Nuragico Malchittu<

Auch die Busfahrt zurück funktionierte. Ich hatte übrigens ein Tagesticket gekauft, das 6,80 € kostete. Es wäre wohl etwas günstiger gewesen, zwei Einzeltickets zu kaufen, aber wer weiß, ob ich dazu vor Ort in Arzachena in der Lage gewesen wäre.

Vierter Tag. Es gibt noch einen anderen Ort in Olbia mit einem prähistorischen Gigantengrab, der allerdings zu Fuß vom Airport als nächstgelegene Busstation nur auf 4 km Straße nur unangenehm zu erreichen ist. Es folgen dann noch 2 weitere km Stichstraße entlang von Farmen, die beispielsweise Weinrebpflanzungen betreiben. Dieses 28 m lange Grab war schon beeindruckend und offensichtlich ein beliebter Picknickpunkt.


>Gigantengrab Tomba dei Giganti Su Monte e S'Abe<



Nahebei liegt auf einem Bergsporn eine mittelalterliche Burgruine: 



>Castel Pedreso<

Es führt eine Burgtreppe hoch/runter, deren uralte Felsstufen ich schon konzentrierte Beachtung schenken musste:



Die Aussicht lohnt, man guckt bis nach Olbia und über die Ebene bis zu den Bergen.



Zurück hatte ich das Glück, von einer italienischen Familie in ihrem Auto nach Olbia mitgenommen zu werden, so dass ich die unangenehmen 4 Straßenkilometer kein zweites Mal laufen musste.

Fünfter Tag. Ich machte einen Bahnausflug nach Golfo Aranci. Ich wanderte dort um einen Berg, dem Monte Ruju, herum, ein schöner Weg/Pfad unterschiedlichen Charakters, mehr Macchiengestrüpp als echter Wald. Ich hatte es in Erwägung gezogen, die beiden Berge dort zu besteigen, aber nein, lieber nicht.






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Bergrunter wurde der Pfad von tiefen Erosionstonnen begleitet, in denen manchmal Oleander-Sträucher wuchsen:



Gegen Ende der Tour kam ich noch an einem aufgegebenen Steinbruch mit verrottender Technik vorbei:


.... einem eigentümlichen, kleinen Friedhof:


.... den Ruinen einer Batteriestellung aus dem 2. Weltkrieg:



.... sowie einer rege genutzten Strandbucht. Auch kann der Blick auf eine vorgelagerte bewaldete Insel überzeugen:



Die letzten 2 km entlang der Schienen waren allerdings weniger überzeugend.

Freitag, 17. April 2026

Wanderung Hangelar - Wolfsbachtal - Oberholtorf - Ankerbachtal - Bonn

Am letzten Samstag wanderte ich bei Bonn. Ich stieg an der S-Bahn-Haltestelle Hangelar aus, die auf der Linie "Siegburg - Bonn" liegt.

Bei Kohlkaul kommt man einem kleinen See vorbei, der unzugänglich ist und vermutlich aus einem Braunkohleabbau resultiert, der etwa Mitte des 18. Jahrhunderts begann und um 1870 eingestellt wurde.


In das Wolfsbachtal kommt jedoch durchgängig nur im Oberlauf, wo man das Tal dann auch queren muss, um in die besiedelte Quellregion vorzudringen:


Das Wolfsbachtal weist hier alten Baumbestand mit Hainbuchen, Buchen und Kirschbäumen auf.


Ich kam am Gut Ettenhausen vorbei, heute ein Reiterhof mit schönen Weiden.


Im Hintergrund sieht man Gipfel des Siebengebirges.

Zum Gut gehört eine alte Turmtrafostation, die allerdings nicht mehr das Gut versorgt:


Am östlichen Ortseingang von Oberholtorf gibt es ebenfalls einen größeren Hof, der einen Dorfteich mit - heute - Amphibienschutzfunktion hat:


Oberholtorf ist ganz nett. Neben dem rekonstruierten Grundriss einer alten Kirche, den ich früher schon mal zeigte, gibt es auch Streuobstwiesen und Holzkunst auf dorfnahen Feldern:


Im Übrigen blüht der Raps:


Eigentlich wollte ich genauer den "Ennert" erkunden, da es im 19. Jahrhundert dort drei Alaunhütten gab. Sie waren in den 1830er Jahren die größte Alaunproduktionsstätte Preußens:


Aber es fing gelegentlich immer mal wieder an zu regnen, weshalb ich nur am Standort III war. Dort gibt es Tafeln, aber zu sehen ist nicht mehr viel. Die wenigen Ruinenreste sind entweder in undurchdringlichen "Dschungel" verborgen oder versinken in einem Teich:


Dieser Teich ist gar nicht auf den Karten drauf, sondern nur der Ankerbach, möglicherweise also ein periodisches Gewässer, das im Sommer verschwindet?

Die Alaunhütten hatten etwas mit der nahebei geförderten Braunkohle zu tun, die diese Substanz (Kaliumaluminiumsulfat) enthielt.

Wie auch immer, es gibt noch mehr Relikte in der Gegend, etwa Halden und Klärteiche. Ich entschied dann jedoch, besser einen Bahnhof im südlichen Bonn-Beuel anzulaufen, um nicht noch ganz nass zu werden.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot", 10.7 km, jeweils etwa 125 Höhenmeter bergauf und bergab<

Die Rückfahrt war dann total chaotisch, da am Bonner Hauptbahnhof mindestens eine halbe Stunde kein Zug ankam. Einen Sitzplatz nach Köln gab es dann auch nicht.

Montag, 13. April 2026

Steinbrüche - Eine Siebengebirgswanderung ab Bad Honnef

Schon am letzten vorletzten Sonntag machte ich eine längere Siebengebirgswanderung:


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot", 20.2 km, jeweils 450 Höhenmeter hoch und runter<

Startpunkt war der Bahnhof Bad Honnef. Der Weg führte mich zunächst am Oberhang durch das Ohbachtal. Mitunter sieht man dort alte Bäume und Baumruinen:


Nahe dem Haus Hohenhonnef kommt man an Relikten eines vermuteten Schienentransportweges vorbei. Dazu gehört auch diese Brücke:


Ich folgte weiter einem Weg bis nach Ittenbach, der mehrere Täler im Oberlauf querte, wodurch es oft hoch und runter ging. Es ist wohl ein eher selten begangener Weg.

Später kam ich am Kleinen Ölberg vorbei. Dort gibt es einen Abzweig zu einem kleinen Steinbruch mit Teich. Das war ein abenteuerlicher Weg, bei dem es über oder unter umgefallene hindurch Bäume ging:


Der kleine Steinbruch war dann aber toll anzusehen, schon mystisch:


Denselben Weg musste man dann zurück. Deshalb sind dort vermutlich auch nur selten Besucher.

Die Ortschaft Thomasberg streifte ich nur am Rande, denn ich wollte zum Stenzelberg. Ich kam über die Wiesen südlich von Heisterbacherrott:


Dort blühen gerade oft alte Obstbäume:


Man sieht im Hintergrund den Großen Ölberg mit seinem Berggasthaus.

Der Stenzelberg ist ein großer, 1931 stillgelegter Latit-Steinbruch, der teilweise auch durch einen offiziellen Pfad erschlossen ist. Markant sind diverse Felswände und besonders die freistehenden Felsen:


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In diversen Kirchen der Umgebung wurde der gebrochene Latit seit dem 11. Jahrhundert verbaut.


Die Benutzung der Pfade im Inneren des Steinbruchs sind zum Teil aus Naturschutzgründen verboten, aber ich hatte sowieso nicht die Zeit mehr für solche Detailerkundungen.

Ich ging noch am Steinbruch des Weilbergs vorbei, hörte den Uhu. Auch Ziegen waren dort. Danach nahm ich den Weg am Mühlentalbach entlang zur Bahnstation Niederdollendorf.