Sonntag, 21. Juni 2026

Bücherwelten: Franka Potente's Story-Sammlung „Zehn“

Frau Potente ist sicherlich primär als Schauspielerin bekannt, vor allem seit ihrem Welterfolg in „Lola rennt“ (1998). 

Ihre Geschichtensammlung ist bisher ein Einzelwerk. Viele Stories spielen in Tokyo, wo häufig ihre Reisen hinführten. 

Die Autorin schafft es aus meiner Sicht, stilistisch japanisch zu wirken und auch verbreitete japanische Eigenheiten zu schildern, etwa die patriarchalisch fundierte Gesellschaftsordnung und den in der Firma erwarteten Arbeitseifer mit vielen unbezahlten Arbeitsstunden und manchen gesellschaftlichen Verpflichtungen in den Abendstunden. 

In den Stories können sowohl junge Frauen als auch junge Männer, Pärchen oder alte Menschen die Hauptrolle spielen. 

Nicht alle Rezensionen sind gerade mit Blick auf die Authentizität der geschilderten japanischen Lebenswelten positiv gewesen, aber kommt es darauf an? Geschichten haben nie den Anspruch, bis in jedes Detail ein "Dokumentarbericht" zu sein. Einige Geschichten gefielen mir jedenfalls sehr gut.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Bücherwelten: Emi Yagi's Roman „Frau Shibatas geniale Idee“

Der Debüt-Roman (2020) der japanischen Autorin gewann auf Anhieb einen bedeutenden japanischen Buch-Preis. Das Buch spielt in Tokyo. Eine junge alleinlebende Frau gibt in der Firma vor, schwanger zu sein. Sie arbeitet im Vertrieb einer papierproduzierenden Firma. 

Das Bekenntnis führt automatisch zu zahlreichen Vergünstigungen in der Firma, insbesondere reduzierte Arbeitszeiten und Rücksicht der männlichen Kollegen. Sie wird auch von lästigen, nicht im Arbeitsvertrag formulierten informellen Aufgaben befreit, etwa Kaffee kochen vor Meetings. 

Die Autorin versteht es gut, die patriarchalisch geprägte Gesellschaft Japans vorzuführen. Der Wert des Buches besteht aber auch darin, den nicht firmenbezogenen Lebensalltag einer jungen Frau und ihre Gedanken detailreich darzustellen, Hobbies inklusive. 

Das Buch lässt nicht immer eindeutig erscheinen, ob die Protagonistin wirklich schwanger ist oder nicht, z.B. bei den Schwangerschaftskursen und weil das Baby später oft gegen die Bauchdecke tritt oder bei der Frauenärztin. Die Zweideutigkeit macht auch den Wert des Buches aus. 

Am Ende kehrt sie in die Firma zurück und zeigt den Kollegen gelegentlich Fotos ihres Kindes, die sie bei Instagram geklaut hat. 

Insgesamt ein lesenswertes Buch. Eine gute Buchkritik gab es beispielsweise bei litaffin.

Montag, 18. Mai 2026

Olbia II und Rückkehr nach Köln

Casa Vacanze Dora, Olbia (Doppelzimmer mit Bad und Terrasse und Gemeinschaftsküche, 68 €/Nacht)

Ich kehrte mittags per Bus von Santa Teresa Gallura zum Ausgangspunkt meiner Reise nach Olbia zurück. Ich hatte dann noch einen freien Tag, aber keinen Plan, noch etwas zu machen. Egal, wettertechnisch war es sowieso der regnerischste Tag meiner Reise. Und 20 Grad Maximum bei oft bewölktem Himmel lud auch nicht besonders zum Lesen im Park ein:



Olbia selbst hat für mich auch nicht viele Attraktionen. Dem gemütlichen Zentrum steht eine städtische Coastline gegenüber, die man deutlich attraktiver gestalten könnte. 



Stattdessen fließt dort Verkehr, der insgesamt zwar nicht im Altstadt-Zentrum, aber nahebei ein innerstädtisches Problem darstellt. Dabei ist Olbia mit 62.000 Einwohnern ja nicht wirklich groß.

Trafostationen gehören generell immer zu meinen Lieblingsobjekten. Auf Sardinien gibt es viele, sie sind jedoch architektonisch selten attraktiv. Auch in Olbia gibt es viele:


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Am späten Nachmittag wurde ich noch Zeuge einer religiösen Prozession, die durch die Straßen zog:


Nach diesem freien Relax-Tag musste ich am nächsten Morgen um 05:30 Uhr aufstehen. Es war nicht weit bis zur nächsten Bushaltestelle, um den Bus zum Airport zu nehmen. Das hatte ich schon am Vortag recherchiert.

Der Bus kam, natürlich war ich viel zu früh am Airport, aber Störungen im Ablauf sind halt einzukalkulieren. Die Airport-Busse sind auch nicht soo häufig, da der Airport nicht so groß ist. Check-In und Rückflug liefen problemlos. Meine Fingernagelscheren passierten die Kontrolle problemlos. Das nächste Mal nehme ich eine dieser Scheren direkt auf dem Hinflug mit.