Mittwoch, 30. September 2026

Ahrtal-Waldwanderung westlich Dernau - Ahrweiler

Letzte Woche. Es war ein 22-Grad-Tag im Zielgebiet. Die Wanderung zielte primär auf Pilze, zumal die Weinberge immer noch weitgehend grün aussehen.

Startpunkt: Bahnhof Dernau.


Ich ging durch den Ort bergauf. Zunächst kommt man dann durch die Weinberge in Steilhanglage:


Man sieht schon Wald, der hier aber dennoch relativ selten ist, da die ebenen Flächen oberhalb der Talhänge meist landwirtschaftlich genutzt werden:


Gleichwohl gibt es auch größere Waldpartien, wie meine mit Komoot aufgezeichnete Wanderroute südlich und östlich von Holzweiler zeigt:


Ich fand wenige, aber leckere Pilze wie diesen Birkenpilz:


Oder diesen Riesenschirmling:


Oder diese Krause Glucke:


Aber insgesamt war es schon wieder zu lange trocken, schlecht für das Pilzwachstum-

Der Wald ist zwar forstwirtschaftlich übernutzt, aber es gibt dennoch einige Altwaldpartien:


Es gibt auch ausgedehnte Wiesen- oder Acker-Wald-Ränder, die attraktiv für die Pilzsuche sein können, aber fündig wurde ich dort nicht:


Bei Ahrweiler ging ich durch die steilen Wald-Hanglagen runter Richtung Bahnhof. Dort im Wald war es schon viel zu dunkel für eine Pilzsuche. Vorbei kam ich an dem alten Brückenpfeiler, der dort seit über 100 Jahren unvollendet in der Landschaft steht:


Von der Bahnstation aus erhascht man noch einen Blick auf die teils ummauerte Stadt Ahrweiler:







12.3 km war die Tour lang. Es ging 250 Höhenmeter berghoch und 280 Höhenmeter bergrunter.

Montag, 28. September 2026

Fiction: Yoko Ogawa's Roman „Insel der verlorenen Erinnerung“

Das ist Phantastik pur, sehr gelungen, mit viel Empathie geschrieben, aber auch sehr beklemmend. Die japanische Schriftstellerin veröffentlichte ihren dystopischen Roman 1994, aber er erschien erst in 2020 auf Deutsch. 

Der Roman spielt auf einer kleineren japanischen Insel. Auf ihr verschwinden nach und nach Dinge, aber auch Menschen. Irgendwie merken die Einwohner, dass wieder etwas am Verschwinden ist. Es ist dann wichtig, dass diese Dinge zerstört werden. Auch die Erinnerungen an diese Dinge verblassen bei den meisten Einwohnern. 

Es gibt jedoch Menschen, bei denen das so nicht funktioniert. Sie erinnern sich, und sie verstecken auch die Dinge, die für andere Menschen verschwinden. Doch sie werden von der Gedankenpolizei verfolgt, und wenn sie entdeckt werden, per Laster irgendwohin abtransportiert. 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Schriftstellerin. Eines Tages muss sie ihren Lektor bei sich verstecken. Außerdem kennt sie einen alten Mann, der ihr oft hilft. Irgendwann verschwinden auch die Bücher. Die Bewohner des Ortes tragen sie zu Verbrennungsorten, auch die Bibliothek wird eingeäschert. 

Die Schriftstellerin hat fortan erhebliche mentale Schwierigkeiten, ihren eigenen Roman weiterzuschreiben. Der Lektor, dessen Erinnerungen nicht vom Verschwinden berührt werden, hilft ihr. Dieser Roman erzählt eine eigene Geschichte in mehreren Kapiteln dieses Buches. Er handelt von einer jungen Frau, die bei einem Schreibmaschinenkurs ihre Stimme verliert, die der Lehrer in die Schreibmaschine einsperrt. Sie wird daraufhin mit ihrer Schreibmaschine in ein Zimmer des Kirchturms geführt und eingesperrt, in dem bereits zahlreiche andere Schreibmaschinen mit eingesperrten Stimmen gelagert werden. 

Im weiteren Verlauf der Geschichte „verschwinden“ auch Körperteile (die nicht weg sind, sondern nicht mehr funktionieren, etwa ein Arm), bis anzunehmen ist, dass die ganze Welt verschwinden wird. 

Man kann sich darüber Gedanken machen, ob der Roman Vorgehensweisen autokratischer Systeme und/oder Alzheimer-Phänomene aufgreift. Das verschmilzt hier, ohne dass Erklärungen geliefert werden. 

Einige in der Interpretation interessante Ausführungen zum Roman kann man beispielsweise bei literaturkritik lesen.

Eifel-Wanderung Jünkerath - Steinbüchel - Lissendorf

Schon ein paar Tage her. Ein 26-Grad-Tag im Zielgebiet. Ich fuhr mit der Bahn nach Jünkerath und machte eine Waldtour, die auf Pilze zielte.


Doch zunächst fand ich im Wald keinen Pilz, sondern ein Geweih von einem Rehbock:


Logisch, ich nahm es mit und behandelte es zu Hause ein paar Tage mit Bleichlauge. Jetzt steht es im Bücherregal.

Am Steinbüchel fand ich dann tatsächlich zwei Rotkappen:


Das zweite Exemplar war noch jünger, aber klar, damit waren der Tag und das Waldpilz-Toastbrot gerettet.


>Landschaft am Steinbüchel, 597 m NN<


Von dort ging es dann wieder runter Richtung Lissendorf weiter durch den Wald:


Ich fand noch zwei kleinere Schirmpilze:


Aber insgesamt war die Beute etwas "mau". Ich denke, es war schon wieder zu trocken.

Vor Lissendorf kommt man noch etwas über die Felder:


Im Licht der Abendsonne wirken diese, wie auch das inzwischen restaurierte Stellwerk der Bahn in Lissendorf, ansprechend:


Der Screenshot aus Komoot zeigt die Wanderroute:


15.7 km war die Tour lang, 260 Höhenmeter bergauf, 270 Höhenmeter bergrunter.