Montag, 19. Oktober 2026

Nafplio und die Festung Palamidi

Peloponnes I

Argolis Hotel, Nafplio (Doppelzimmer mit Bad, Balkon und Kühlschrank, 55 €/Nacht)

Nachdem ich die Schiffstour von Kalymnos nach Piräus einigermaßen überstand und 3 Std. früher als erwartet in Piräus ankam, entschied ich, direkt nach Nafplio weiterzufahren. Das überlegte ich mir auf dem Schiff. Wäre ich erst 3 Std. später angekommen, hätte ich mir wohl eine Unterkunft in Piräus gesucht.

Meine KI beriet mich. Sie sagte, dass ich erst in die falsche Richtung zu einem großen Busbahnhof in Nord-Athen müsste, um einen Bus auf den Peloponnes nehmen zu können. Sie sagte mir auch, welcher Bus dorthin fährt. Der kam auch sehr schnell und fuhr tatsächlich dorthin. Weil ich mit dem Ticketkauf im Bus nicht klar kam, fuhr ich letztlich schwarz dorthin. Ein Busticket nach Nafplio bekam ich dort auch. 2:10 h dauerte dann diese Fahrt, aber ich war dann fast perfekt zur Eincheckzeit am Hotel.

Die kleine Hafenstadt Nafplio wird visuell von Festungsanlagen auf den umgebenden Bergen geprägt. Den Teil über der Altstadt konnte ich noch am Nachmittag erkunden. Oben an der Kante des Steilabfalls steht ein Uhrturm, den ich auch an den folgenden Tagen immer in der Abendsonne besuchte. 


>Uhrturm<



Man hat dort den perfekten Ausblick auf die Stadt und Meeresbucht. Auf diesem Höhenrücken kann man auch zur anderen, sonnigen Seite gehen, hat auch dort den perfekten Blick auf das Meer und die Festung Palamidi. 



Unter den Festungsanlagen gibt es auch einen kleinen Strand, an dem ich aber nicht gewesen bin.

Gastronomisch gesehen, gab es für mich in Nafplio so einige günstige Cafés, wo man gerne mal einen Kaffee trinkt, einen Sesam-Bretzel oder einen Donut konsumiert.



Am nächsten Tag nahm ich die Festung Palamidi in Angriff, entschied mich aber gegen den Stairway mit seinen über 800 Treppenstufen und 200 Höhenmetern nach oben. Manche sind da einfach fitter:



Ich ging die Treppe vielmehr später runter. Das war einfach, weil die Stufen perfekt intakt waren. Das ist keineswegs bei allen Burgen so.

Hoch nahm ich einen viel längeren, aber deutlich weniger steilen Macchien-Pfad hinten herum:



Ich zahlte 10 € Eintritt, Senioren zahlen hier halt die Hälfte. 

Die Festung, die erst in den Jahrzehnten um 1800 erbaut wurde, ist schon imposant:


....


....



Aber die hintere Hälfte der Festung ist bedauerlicherweise für Tourist:innen gesperrt. Man hat halt wohl Angst, dass die eine oder andere Tourist:in irgendwo rein oder runter fällt.



Samstag, 17. Oktober 2026

Die Tage auf der Insel Kalymnos

Villa Melina Hotel, Pothia/Kalymnos City, Kalymnos (Doppelzimmer mit Bad, Außenterrasse, Kühlschrank, Frühstück, 72 €/Nacht). Ein nobler, alter Ort, diese Villa!

Auch die Insel Kalymnos ist eine Nachbarinsel von Kos. Es verirren sich vergleichsweise nur wenige Tourist:innen hier hin, keine Pauschalreisenden. Sie ist genauso leicht zu erreichen wie Nisyros, liegt aber auf der anderen Seite von Kos - und hat keinen Vulkan. Wenn man mit dem Schiff von Mastihari übersetzt, wirkt die Insel sehr karg, erodierter Boden, Kalkgestein, Macchie.




Ein Foto der Unterkunft:


Am Hafen:



Kalymnos City liegt in einem geweiteten Tal. Landeinwärts liegen auf einem Sporn eine Burgruine, sowie drei restaurierte Mühlentürme darunter angeordnet, ein bemerkenswertes Ensemble.



....



Ein paar Kilometer weiter kommt man zu den Ruinen von Chora Castle, das in seiner heutigen Form im 15. Jahrhundert ausgebaut wurde. 100 Höhenmeter muss man über Treppen bewältigen, um dort hinzukommen. Ein bisschen Vorsicht ist geboten. Innerhalb des Castles standen früher Häuser, was auf die Schutzfunktion der Mauern hinweist.


....



....


....



Es gibt 4, 5 alte kleine Kapellen auf dem Gelände. Bemerkenswerterweise waren sie alle offen, da in Kalymnos City keine einzige Kirche offen ist. Die Kapellen sind, rudimentär erkennbar, manchmal mit alten Wandfresken geschmückt, soweit man diese freigelegt hat.



Dass die Kapellen offen waren, beruhigte mich schon, denn es drohte möglicherweise eine Starkregen, wie er am Vortag in Kos City nieder ging und die Hafenstraße teilweise überflutete. Ein Starkregen kam auch, aber ich war schon wieder in Chorio und konnte bei einer Tankstellen-Gaststätte Unterschlupf finden.

In Kalymnos City, auch Pothia genannt, fallen sagenhaft viele alte Ghost Houses auf. Viele Einwohner scheinen die Insel schon vor Jahrzehnten verlassen zu haben.



Ich hatte noch den Auftrag, nach einem Griechen zu forschen. Das war einfach, denn er war Hausherr dieser Villa, in der ich übernachtete und ich wusste von ihm, dass er früher in Aachen ein Restaurant betrieben hatte. Wir machten ein gemeinsames Foto, das ich an meinen Ex-Arbeitskollegen schickte. Ich bin aber nicht sicher, ob sich der alte Grieche noch an seine Gäste erinnern konnte. 

Eine echte Inselerkundung hätte weitere Tage hier erfordert, denn Busse fahren nur selten.

Am nächsten Tag verließ ich Kalymnos per Schiff Richtung Piräus. In diesen "sehr sauren Apfel" musste ich beißen, da die Alternativen noch anstrengender gewesen wären. Für das Schiff "Blue Star Paros" hatte ich eine 23:00 Uhr-Buchung, ich bekam aber mit, dass es 3 Std. früher losfahren wollte. Gut für mich, denn der Tag war sowieso schon mit ziemlich schlechten, nassen Wetter ausgestattet.

Die Fahrt nach Piräus dauerte etwa 12 Std. Ich überstand sie noch besser als erwartet, da der von mir gebuchte Sitz schon deutlich komfortabler als ein Flugzeugsitz war. Vermutlich schlief ich auch gelegentlich. Auf dem Schiff herumlaufen konnte man natürlich auch, aber es war "draußen" schon ziemlich nass-windig-ungemütlich. Man kann dort aber rauchen.


Morgens, kurz vor Piräus.



Wer nun denkt, es sei eine schlechte Idee, nachts mit einem Schiff über das Mittelmeer zu fahren, hat Recht und das war von mir so auch nicht beabsichtigt. Ich hätte die Tour lieber halbiert und wäre gern tagsüber in ca. 6 - 8 Std. nach Naxos, Mykonos oder Santorin gefahren. Es fahren aber keine Schiffe direkt dorthin, und man hätte irgendwo um- oder aussteigen müssen. Du kannst aber sinnigerweise bei einer Nachtfahrt nicht irgendwo aussteigen und um 02:00 oder 04:00 Uhr morgens in einem Quartier einchecken oder stundenlang auf ein Anschluss-Schiff warten.

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Die Tage auf der Insel Nisyros

Hotel Romantzo, Mandraki (Nisyros) (Doppelzimmer mit Bad, Kühlschrank, Terrassenzugang, Frühstück, 42 €/Nacht). Zimmer mit Moskitogittern vor den Fenstern. Sehr lobenswert!

Nisyros ist eine der Nachbarinseln von Kos, ein "Must Go", denn es ist eine Vulkan-Caldera, einer der bedeutendsten Vulkan-Orte Griechenlands.



Die Anfahrt war "mit heißer Nadel gestrickt", denn ich buchte das Schiff ab Kardamena und musste mit dem ersten Bus um 08:20 von Kos City aus erst dort hinfahren, quer durch die Insel. Der Bus war aber pünktlich unterwegs. Von Kardamena aus braucht das Schiff etwa 45 min. zur Insel (im Foto links im Bild).

Über dem kleinen gemütlichen Hauptort Mandraki thronen ein Kloster und eine unzugängliche Burgruine. Noch darüber liegt etwas landeinwärts eine Akropolis aus dem 4. Jahrhundert BC. Außerdem gibt es einen Basaltstein-Kiesstrand. 



Diese Orte besuchte ich am Nachmittag. Besonders  zu erwähnen ist hierbei die Akropolis bzw. der sehr alte Fußpfad, der dort von den höheren Hauslagen des Ortes hinführt, eingefasst von alten Mauern und Fels, vorbei an einer Hausruine.


>Pfad-Motive. Lt. der App "Flora Inkognita" ist der Baum unten eine Atlantische Pistazie<




Dort oben auf der Akropolis war ich fast alleine:



Im Innern der von mächtigen Mauern mit Türmen umgebenen Anlage sieht man nur noch große Steine herumliegen. 



Es sieht dort "steppig" aus. Gelbes Gras, nicht allzu hohe Bäume, die ich mittels "Flora Incognita" ebenfalls als "Atlantische Pistazie" identifizierte. Zu erwähnen ist natürlich auch der Blick über das Meer:



Ich machte mich kundig, ob ich organisiert in die Caldera kommen kann, denn die meisten Besucher kommen organisiert als Tagesbesucher auf die Insel. Es gab eine Touristeninformation, und die Dame schickte mich zum Reisebüro. Das war sehr hilfreich, und am nächsten Tag klappte es perfekt. Für 17 € inklusive 5 € Eintrittsgeld zum Schwefelkrater konnte ich bei einer deutschen Kleingruppe, die von Kos kam, mitfahren. Es gab also auch eine deutschsprachige Führung! Die Frau erzählte und erzählte, aber durchaus auch interessante Sachen.

Der Kleinbus machte einen Stopp in Nikia: 


>Nikia<



Das Dorf liegt mit seinen höchsten Teilen auf dem Kraterrand, man sieht also auch in die Caldera:



Ohne den Bus wäre ich dort nie hingekommen, auch wenn ein Fußmarsch in die Caldera und wieder raus theoretisch auf anderer Route möglich gewesen wäre. Hin und zurück wären es allerdings locker 20 km. Ich habe in Erwägung gezogen, die Gruppe in der Caldera zu verlassen, das hätte die Strecke und die Höhenmeter sehr reduziert und hätte den Vorteil gehabt, einen anderen Weg nehmen zu können. Aber nun ja, es war schon sehr sonnig🌞 an diesem Tag und wäre trotz Halbierung der Strecke anstrengend geworden. 

Der Schwefel-Krater in der Caldera ist in jedem Fall beeindruckend, weil die Ausblühungen weiss oder gelb sind. Man sah Fumarolen, und der Boden des Kraters wirkte wie ein Seeboden. Tatsächlich ist er nach Starkregen manchmal wassergefüllt, sagte unsere Reiseleiterin.


....




....




In Mandraki kann man noch etwas herumlaufen und beispielsweise Katzen photographieren:



Ein Snack in der Abendsonne an der Uferpromenade ist auch nicht schlecht. 

Am nächsten Morgen nahm ich das Schiff nach Kos City. Das ist ein längerer Seeweg, dauert anderthalb Stunden. Das war auch gut so, denn es bahnte sich ein Unwetter an, das Nisyros ganz in Regenwolken verschwinden ließ. 

Das Unwetter erreichte auch das Schiff auf halber Strecke. Ich wurde etwas nass, denn der heftige Regen setzte so schnell ein, dass ich gar nicht schnell genug die steilen Schiffstreppen vom Oberdeck runter kam🤷.