Freitag, 17. April 2026

Wanderung Hangelar - Wolfsbachtal - Oberholtorf - Ankerbachtal - Bonn

Am letzten Samstag wanderte ich bei Bonn. Ich stieg an der S-Bahn-Haltestelle Hangelar aus, die auf der Linie "Siegburg - Bonn" liegt.

Bei Kohlkaul kommt man einem kleinen See vorbei, der unzugänglich ist und vermutlich aus einem Braunkohleabbau resultiert, der etwa Mitte des 18. Jahrhunderts begann und um 1870 eingestellt wurde.


In das Wolfsbachtal kommt jedoch durchgängig nur im Oberlauf, wo man das Tal dann auch queren muss, um in die besiedelte Quellregion vorzudringen:


Das Wolfsbachtal weist hier alten Baumbestand mit Hainbuchen, Buchen und Kirschbäumen auf.


Ich kam am Gut Ettenhausen vorbei, heute ein Reiterhof mit schönen Weiden.


Im Hintergrund sieht man Gipfel des Siebengebirges.

Zum Gut gehört eine alte Turmtrafostation, die allerdings nicht mehr das Gut versorgt:


Am östlichen Ortseingang von Oberholtorf gibt es ebenfalls einen größeren Hof, der einen Dorfteich mit - heute - Amphibienschutzfunktion hat:


Oberholtorf ist ganz nett. Neben dem rekonstruierten Grundriss einer alten Kirche, den ich früher schon mal zeigte, gibt es auch Streuobstwiesen und Holzkunst auf dorfnahen Feldern:


Im Übrigen blüht der Raps:


Eigentlich wollte ich genauer den "Ennert" erkunden, da es im 19. Jahrhundert dort drei Alaunhütten gab. Sie waren in den 1830er Jahren die größte Alaunproduktionsstätte Preußens:


Aber es fing gelegentlich immer mal wieder an zu regnen, weshalb ich nur am Standort III war. Dort gibt es Tafeln, aber zu sehen ist nicht mehr viel. Die wenigen Ruinenreste sind entweder in undurchdringlichen "Dschungel" verborgen oder versinken in einem Teich:


Dieser Teich ist gar nicht auf den Karten drauf, sondern nur der Ankerbach, möglicherweise also ein periodisches Gewässer, das im Sommer verschwindet?

Die Alaunhütten hatten etwas mit der nahebei geförderten Braunkohle zu tun, die diese Substanz (Kaliumaluminiumsulfat) enthielt.

Wie auch immer, es gibt noch mehr Relikte in der Gegend, etwa Halden und Klärteiche. Ich entschied dann jedoch, besser einen Bahnhof im südlichen Bonn-Beuel anzulaufen, um nicht noch ganz nass zu werden.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot", 10.7 km, jeweils etwa 125 Höhenmeter bergauf und bergab<

Die Rückfahrt war dann total chaotisch, da am Bonner Hauptbahnhof mindestens eine halbe Stunde kein Zug ankam. Einen Sitzplatz nach Köln gab es dann auch nicht.

Montag, 13. April 2026

Steinbrüche - Eine Siebengebirgswanderung ab Bad Honnef

Schon am letzten vorletzten Sonntag machte ich eine längere Siebengebirgswanderung:


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot", 20.2 km, jeweils 450 Höhenmeter hoch und runter<

Startpunkt war der Bahnhof Bad Honnef. Der Weg führte mich zunächst am Oberhang durch das Ohbachtal. Mitunter sieht man dort alte Bäume und Baumruinen:


Nahe dem Haus Hohenhonnef kommt man an Relikten eines vermuteten Schienentransportweges vorbei. Dazu gehört auch diese Brücke:


Ich folgte weiter einem Weg bis nach Ittenbach, der mehrere Täler im Oberlauf querte, wodurch es oft hoch und runter ging. Es ist wohl ein eher selten begangener Weg.

Später kam ich am Kleinen Ölberg vorbei. Dort gibt es einen Abzweig zu einem kleinen Steinbruch mit Teich. Das war ein abenteuerlicher Weg, bei dem es über oder unter umgefallene hindurch Bäume ging:


Der kleine Steinbruch war dann aber toll anzusehen, schon mystisch:


Denselben Weg musste man dann zurück. Deshalb sind dort vermutlich auch nur selten Besucher.

Die Ortschaft Thomasberg streifte ich nur am Rande, denn ich wollte zum Stenzelberg. Ich kam über die Wiesen südlich von Heisterbacherrott:


Dort blühen gerade oft alte Obstbäume:


Man sieht im Hintergrund den Großen Ölberg mit seinem Berggasthaus.

Der Stenzelberg ist ein großer, 1931 stillgelegter Latit-Steinbruch, der teilweise auch durch einen offiziellen Pfad erschlossen ist. Markant sind diverse Felswände und besonders die freistehenden Felsen:


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In diversen Kirchen der Umgebung wurde der gebrochene Latit seit dem 11. Jahrhundert verbaut.


Die Benutzung der Pfade im Inneren des Steinbruchs sind zum Teil aus Naturschutzgründen verboten, aber ich hatte sowieso nicht die Zeit mehr für solche Detailerkundungen.

Ich ging noch am Steinbruch des Weilbergs vorbei, hörte den Uhu. Auch Ziegen waren dort. Danach nahm ich den Weg am Mühlentalbach entlang zur Bahnstation Niederdollendorf.

Montag, 30. März 2026

Ofenkaulberg - Ein Lost Place im Siebengebirge

Im Siebengebirge war ich auch schon Anfang des Monats. Aber es gibt viele Wege, und es gibt auch besondere Orte. Der Ofenkaulberg ist Standort eines alten Bergwerkes.


>Das ist nur einer der Eingänge ins Bergwerk<

Ich fuhr mit der Bahn nach Königswinter. Von dort ist der Einstieg ins Nachtigallental nicht weit. Dieses Tal ist recht hübsch. Es gibt dort viele Buchen, deren knolliges Wurzelwerk oft durch Erosion am Bach und an steilen Hangkanten freigelegt ist. Der Weg ist vergleichsweise sehr touristisch, denn er führt hoch zur Drachenburg und zum Drachenfels. Aber darüber möchte ich hier nicht berichten.

An einer Gabelung weiter oben geht es auch zum Milchhäuschen, einer Waldgaststätte. Dort zweigt ein unscheinbarer Pfad zum Ofenkaulberg ab. Entlang eines Waldtals geht es nach unten.



Das Bergwerk wurde bis ca. vor 100 Jahren betrieben, obertägig und unterirdisch in drei Sohlen. Abgebaut wurden Trachyttuff-Platten, die vor allem Backofenbauer in Königswinter einbauten. 



In den unterirdischen Bereichen gab es in den 1940er Jahren auch eine Nazi-Waffenfabrik. Außerdem wurden die Höhlen teilweise auch als Fluchtbunker vor den Bomben genutzt.



Später verfiel alles, und seit mindestens 50 Jahren sind die Zugänge zu den unterirdischen, zum Teil eingestürzten Bereichen für Wanderer gesperrt - auch weil es dort gefährlich ist. Aber auch, um Winterquartiere von Fledermäusen zu schützen. 


Die Pfade hier werden nicht beworben, es gibt keine Hinweisschilder. Wer nicht von dem Bergwerk weiß, wird hier im Regelfall nicht hinkommen. Sie erfordern etwas Gelenkigkeit, da es umgestürzte Bäume gibt.


Man kann eine Schleife gehen und kommt später zu einer weiteren Waldgaststätte, "Waidmannsruh":


Ein weiterer Abstecher zum Basaltsteinbruch im Weilberg musste sein:




Vielleicht interessant wegen Eulen, sieht man auf diesem Foto jedoch bestenfalls Ziegen, die sich hier die Steinbruchkante hinuntertrauen, um sich zu sonnen.

Ich ging noch am Kloster Heisterbach vorbei:


Und dann durch den Wald ....



.... runter zur Bahnstation in Niederdollendorf:


Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot":


>13 km, 350 Höhenmeter bergauf, 360 Höhenmeter bergrunter<