Sonntag, 6. September 2026

Eine Eifel-Wanderung bei Jünkerath/Dahlem

Für diese Eifel-Wanderung suchte ich mir den wärmsten Tag der zweiten Augusthälfte aus. Selbst auf 500 m NN wurden noch fast noch 28 Grad erreicht.

Es war eine Waldwanderung, die vergleichsweise wenig Höhepunkte hat. 

Gestartet am Bahnhof Jünkerath ist mal bald im Stadtteil Glaadt. Es gibt dort so eine Art Torburg und Ruinen einer kleineren Burg, die im 18. Jahrhundert nach einem verheerenden Brand durch Blitzschlag nicht mehr aufgebaut wurde:


>Torburg und Burgruine, Glaadt<


Ich ging dann zum knapp 600 m hohen Heidekopf III hoch. Man kann auf dem Weg dorthin Diverses erkunden/sehen, beispielsweise einen alten Grenzstein:



Auch kann man den Standort einer alten Pfannenfabrik im Wald erkunden. Außer der Wand einer Grube und aufgewühlten Boden ist mir aber nichts aufgefallen:


Nahe des Gipfels gibt es auch noch eine alte Wallanlage, die allerdings wenig photogen war.

Man kommt hier oben ziemlich viel durch monotonen, wenige Jahrzehnte alten Fichtenwald, hat also ökologisch in den letzten Jahrzehnten hier wenig dazugelernt.


Es wäre möglich, dass es hier früher mal Hochmoor gab, manchmal sieht es so aus:


Vereinzelt hat man einige Birnbäume gepflanzt:


Im weiteren Verlauf der Tour kam ich noch über den Heidenkopf I und am Kalksteinbruch der Grube Schommer vorbei:


Ich war nicht drin, obwohl es mir möglich gewesen wäre einzudringen.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot", 12 km, 220 Höhenmeter hoch, 140 Höhenmeter runter<

Zurück in Köln genehmigte ich mir noch ein Weizenbier am Ecco in der Südstadt:



Dienstag, 1. September 2026

Im Kino: Spaziergang nach Syrakus

Ein Fernweh-Film. Lars Jessen's Film erzählt von einer Reise eines DDR-Bürgers (Charly Hübner) von Hiddensee nach Syrakus/Sizilien Ende der 1980er Jahre – und vor allem von der jahrelangen Vorbereitung dieser „Ausreise“, die damals legal nicht möglich war. 

Schon die Vorbereitung war schwierig, etwa das Ausleihen von Büchern in Bibliotheken, wenn sie beispielsweise etwas mit Navigation zu tun hatten. Der Protagonist, zusammenlebend mit einer Ärztin in Rostock, bekommt einen Job auf einem DDR-Ostsee-Schiff im kellnerischen Bereich, kann dort Westmark als Trinkgeld sparen, kauft auf Hiddensee später ein Boot, macht einen Segelschein. 

Und schließlich bei geeigneten Windverhältnissen gelingt die Flucht von Hiddensee aus an die dänische Küste. Er schreibt dann zurück an die Behörden, dass dies nur eine Urlaubsreise sei, nach der er zurückkehren würde. Seiner Frau, die wenig Verständnis für diese Reise hatte und der er Vieles verheimlichte, schickt er Ansichtskarten, die diese pflichtschuldig zu Hause an die Wand pinnt. 

Nach einem Verwandtenbesuch in West-Deutschland und bei einem Besuch der DDR-Botschaft wird ihm klar, dass er wohl nicht zurück kann. Er setzt die Reise fort und schafft es dann doch noch zurück, da die Mauer gefallen ist. 

Der Film ist langsam und einfühlsam erzählt, lässt speziell auf der Reise selbst viel aus. Stationen der Reise in Italien werden so oft nur als Postkartenmotiv gezeigt. In Inszenierung und Dramaturgie mit Schwächen, hat der Film doch einige nette Szenen und ist kurzweilig anzusehen. 

Der Film basiert auf der Erzählung „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ (1995) von Friedrich Christian Delius. Dieser Erzählung liegt wiederum die reale Flucht eines Mannes im Jahr 1988 zu Grunde, der seinerseits als Schullektüre Johann Gottfried Seume's „Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“ vor seiner Flucht gelesen hatte. Letzteres ist ein bedeutendes Werk authentischer Reiseerlebnis-Literatur.

Beim filmdienst gibt es eine ganz gute Kritik.

Montag, 31. August 2026

Besuch des Tiger & Turtle Magic Mountain und Wandern im Süden Duisburgs

An der Tiger & Turtle Skulptur, einem begehbaren Kunstwerk im Süden Duisburgs, war ich noch nie. Sie wurde Ende 2011 fertig gestellt nach einem Sieger-Entwurf von Heike Mutter und Ulrich Genth. Die Skulptur liegt rheinnah auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe, einer abgedichteten Schlacke-/Bauschutt-Deponie einer in 2005 stillgelegten und abgerissenen Zinkhütte, zuletzt betrieben von der MHD Sudamin GmbH.



Theoretisch kommt man mit einer Straßenbahn vom Duisburger Hauptbahnhof bequem hin. Aber wie das so ist in Deutschland, ist die Infrastruktur eventuell hinüber und in Sanierung begriffen. Faktisch musste ich nach einigen Stationen in einen Bus-Schienenersatzverkehr umsteigen, was die Anreise zeitlich deutlich verlängerte.

Das Foto oben ist eine Momentaufnahme. Tatsächlich wurde es bald deutlich voller dort, als ein/zwei niederländische Schulklassen kamen, die auf einem mehrtätigen Ruhrgebietsausflug waren. Die Mädchen versuchten sich mit mir in "Deutsch", was funktionierte, obwohl ihre Aussprache noch verbesserungsfähig war.

Das visuell Beeindruckende am Standort ist der Blick auf ein Gaskraftwerk und ein weiter hinten liegende Stahlwerk mit Hochöfen:


>The Views<


Zurück zum Bahnhof ging ich zu Fuß und in einem Bogen, wie die mit Komoot aufgezeichnete Wanderroute zeigt:


Das waren etwa 14.5 km bei geringem Relief. Ich ging zunächst durch den Biegerpark, der vom Angerbach eingegrenzt wird, aber nicht so wirklich Besonderes zu bieten hat:


Durch die sogenannte Sechs-Seen-Platte im Osten wollte ich unbedingt gehen. 




Die Seen dort sind natürlich ehemalige Kiesgruben und schon ziemlich groß. Viel Baumaterial für Bahnhöfe, Siedlungen, Straßen, Fabriken kam aus diesen Gruben, die ab 1912 sukzessive fast 90 Jahre genutzt wurden. Aber in den 1960er Jahren begann zum Teil schon die Rekultivierung.


Heute ist dies das Naherholungsgebiet von Duisburg, und es gibt so einige Aktivitäten.


Baden ist im Regelfall verboten, außer im Strandbad. Aber es gibt andere Aktivitäten wie Segeln.


Beliebt ist die Gegend auch für Picknicken am Seeufer und generell bei Radfahrern.


Weiter im Norden, aber nicht zu dieser Seenplatte gehörend, kommt ein Regatta-See mit Parallelkanal:


Ich kam durch einige Stadtteile Duisburgs, die auf der gewählten Route allerdings keine besonders erwähnenswerte Strukturen aufwiesen. Mitunter dachte ich, dass es ganz schön weit bis zum nächsten Supermarkt ist.