Dienstag, 21. Juli 2026

Wanderung Kallmuther Berg bei Mechernich

Diese Wanderung ist bestimmt schon 10 Tage her, ich möchte aber dennoch hier einige Eindrücke hinterlassen.

Sie fand zwischen den beiden letzten Hitzewellen statt. Es gab da auch einige Tage mit Maxima < 25 Grad im Zielgebiet.

Gestartet bin ich am Bahnhof Scheven. Ganz in der Nähe kann man zu einer auch als Naturdenkmal geschützten Eiche gelangen:


Ich ging dann über die Felder Richtung Kallmuther Berg:


Man sieht oben rechts im Bild schon Bergbau-Halden, an denen ich vorbei ging:


Diese Halden sind verbotenes Gebiet, und das Foto oben zeigt einen ordentlichen Bergrutsch.

Nicht weit entfernt informiert eine Tafel über den Kallmuther Berg, der Standort eines 1957 aufgegebenen Bleizinkerz-Bergwerks war:


In der Nähe kann auch noch ein gesprengter Bunker aus dem 2. Weltkrieg in Augenschein genommen werden:


Man könnte zum Pflugberg hochgehen, aber ich beließ es diesmal mit dem Blick Richtung Berg und ging links in den Wald:


Der Wald gehörte wohl weitgehend zum Gelände des Bergwerks und ist teilweise Sperrgebiet aufgrund von Bergsenkungen, da es auch unterirdische Stollen gab, die inzwischen lange eingestürzt sind. Schilder warnen:


Es gibt aber auch Wege und Pfade und zugängliche Waldbereiche:


Es gibt Teiche im Gebiet mit unterschiedlicher Zugänglichkeit:


Dieser verlandende Teich (Buchholzer Weiher) ist eher schwer zugänglich. Teiche wie dieser hatten einen funktionalen Zusammenhang mit den Erzwaschanlagen.

Ich suchte danach ein versteckt gelegenes, ummauertes Hochbecken auf:


.... und danach den nahegelegenen "Eindicker":


Auch hier gibt es eine Tafel. Lange war diese 1953 gebaute Anlage nicht in Betrieb. Hier wurde zermahlenes Gestein mit Wasser und Schäumerölen vermengt und Luft eingeblasen, um das Erz auftreiben zu lassen und abschöpfen zu können.

Das geschah in unmittelbarer Nähe zu den industriellen Bergwerksanlagen. Diese wurden weitgehend gesprengt oder abgerissen, aber der ältere, um 1890 gebaute Förderturm (Malakov-Turm) wurde erhalten:









Der Wald in Blickrichtung hinter dem Turm ist wieder Sperrgebiet. Ich ging dort am Weg weiter, ging noch einen Bogen zum Baltesbendener Weiher:


In der Nähe liegt die Schornsteinruine des "Langen Emil":








Diese Ruine ist ziemlich zugewachsen:


Danach ging ich straight zum Bahnhof Mechernich.

Der Komoot-Screenshot zeigt die Wanderroute:


10.7 km, 150 Höhenmeter hoch, 210 Höhenmeter runter.

Montag, 6. Juli 2026

Eifel-Wanderung Oberbettingen - Rother Kopf - Gerolstein

In der letzten Woche war die Hitzewelle weitgehend vorbei. Zum Wandern fuhr ich wieder mit der Bahn nach Oberbettingen. 23/24 Grad im Zielgebiet.

Ich wanderte zunächst zum Dörfchen Roth, kam zuvor an einer abgelegenen Kapelle vorbei:


Man hat dann bald Blick auf den Vulkan Rother Kopf (566 m) und das vorgelagerte Dörfchen:


Roth selbst hat nicht so viel zu bieten:


Der Vulkan ist jedoch eine nähere Erkundung Wert, da dort beispielsweise noch im 19. Jahrhundert Mühlsteine gewonnen wurden und in diesem Zusammenhang Höhlen entstanden. 



Ursächlich für die Mühlsteingewinnung waren Basaltschlackenbänder, ein poröses, blasenreiches Gestein, das hervorragend für Mühlsteine geeignet ist. Einige Mühlsteine liegen dort noch im Wald:


... oder sind sogar noch mit dem Fels verbunden:


Die Höhlen sind zugänglich, allerdings benötigt man Ausrüstung (Stirnlampe, eventuell Wechselklamotten), die ich nicht dabei hatte, so dass ich auch nicht tiefer drin war:


Diese Höhle (oben) konnte ich direkt vergessen, dort geht es steiler runter, und es ist nass. In eine andere Höhle führte aber ein Geländer einige Meter tief rein:


Eine Taschenlampe hatte ich dabei, aber sie war zu schwach für die komplette Ausleuchtung, es reichte nur für eine punktförmige Ausleuchtung nahgelegener Graffiti:


Einige weitere Kleinhöhlen waren nicht tief und kein Problem:










....


Ich ging dann weiter Richtung Gerolstein. Von der anderen Seite sieht der Rother Kopf ganz anders aus. Es gibt dort auch noch einen unzugänglichen, größeren Steinbruch (etwa hinter dem Haus):


Weiter nach Gerolstein geht es wieder über Felder:



Ich kam am Gerolsteiner Stausee vorbei:


.... und überquerte die Kyll:



Durch Gerolstein bin ich auch noch gelaufen, aber so wirklich zusagen, tut mir der Ort nicht. Es gibt viele "Bausünden" und keine schöner gelegene Gastronomie, sieht man mal von einigen Eiscafés ab. Ich kehrte nirgends ein.

Die Tour war 15.4 km lang, der Komoot-Screenshot zeigt die Route:


Es ging 330 Höhenmeter bergauf und 360 Höhenmeter bergrunter.

Montag, 22. Juni 2026

Eifel-Wanderung Oberbettingen - Auel - Lissendorf

Am letzten Mittwoch war die jetzige Hitzewelle noch nicht ganz da, zwar schon 27 Grad Max. in Köln, aber nur 24 Grad in höheren Regionen der Eifel.

Ich fuhr mit der Bahn bis zur Station Oberbettingen/Hillesheim, ging dann im  Wesentlichen durch Wiesenlandschaft, es gab aber auch ein paar lokale Highlights.

Nicht weit vom Bahnhof kann man durch das Lierbachtal gehen. Überraschenderweise gibt es dort längst stillgelegte alte kleine Buntsandstein-Steinbrüche, die für den lokalen Hausbau eine Rolle spielten:


An dieser Stelle hier wurde zudem im Jahr 1903 ein damals so benannter Eifelosaurus gefunden:


Wie man sieht, war dieses Tier noch kein richtiger Saurier, sondern mehr eine krokodil- oder waranähnliche Echse.

Neben Fundamentresten sind im Tal auch reliktische Halden der Bergbautätigkeit erhalten:


Danach ging es über durch Felder zum Lühwald-Vulkan. Dort liegt vulkanisches Gestein frei, und man kann wohl annehmen, dass dort ebenfalls mal Abbau statt fand:


Heute ist das ein netter "Flecken" mit Picknick-Bank und -Tisch. Ich glaube, ich sah eine Eule auf der Picknick-Bank, war aber nicht vorbereitet und sie flog weg. Der Vulkan ist relativ abgelegen, nur zu Fuß erreichbar. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man dort andere Wanderer trifft und schon gar nicht mitten in der Woche.

Ab und zu kommt man an Wegekreuzen vorbei, die von der vormals tiefen Religiosität der Eifel-Bewohner zeugen:


Ich ging dann über die Felder weiter nach Auel, einem Dörfchen mit ziemlich intakten, ummauerten Kirchhof.


Dort standen viele alte Grabsteine:


Ich ging dann weiter über die Felder:


Es ging stetig bergauf bis auf ca. 590 m NN, da ich das Quellgebiet des Mühlenbachs erreichen wollte, um dort dann auf der anderen Bachseite runter nach Lissendorf zu gehen. In den höchsten Bereichen und später im Tal kam ich dann durch Wald:


Wie so oft in der Eifel war es kein besonders geschützter oder alter Wald.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot", 15.9 km, 270 Höhenmeter berghoch, 250 Höhenmeter bergrunter. Ja, bei 24 Grad Max. konnte mich das schon etwas "schlauchen". Wenn es noch wärmer wird, würde ich mit einer 1-l-Flasche-Wasser nicht mehr bequem hinkommen.<

In Lissendorf, das sich lang am Lissendorfer Bach entlang zieht, sieht es "mau" mit der Gastronomie und Geschäften aus:



Ich bin nicht sicher, ob dieser kleine Markt neu ist.

Die Bahnstation hat den Vorteil, dass man für Kuchen/Kaffee/Bier in der Birgeler Mühle einkehren könnte. Ich war diesmal aber nicht dort, weil es sich manchmal aus zeittechnischen Erwägungen wegen dem Stundentakt der Bahn nicht zwingend anbietet, dort zu pausieren. Bei meiner Wanderung im letzten August, hatte ich es geschafft, dort einzukehren, siehe Bericht.