Murakami ist wahrscheinlich mein meistgelesener Autor der letzten 10 Jahre, immerhin ist dies schon das fünfte gelesene Buch seit 2019.
Das Buch spielt in einer japanischen Kleinstadt, aber nicht nur. Es spielt auch in einer imaginären, ummauerten Stadt, oder ist es eine Parallelwelt, in der der einzelgängerische, einsame Protagonist zeitweise lebt und in einer Bibliothek Träume liest? Oder spielt sich alles nur in seinem Kopf ab?
Es ist jedenfalls eindeutig Phantastik und auch ein Geisterroman. Der Protagonist bewirbt sich als Leiter auf einen Bibliotheksjob in einer Kleinstadt in den Bergen und er begegnet dort dem früheren Bibliotheksleiter, der jedoch – wie sich herausstellt – schon vor Monaten gestorben ist. Auch seine Bibliothekarin kann diesen Geist sehen, jedoch die Hilfskräfte können das nicht.
Gleichzeitig lebt er in einer anderen, ummauerten Stadt, in der auch Einhörner herumschweifen und in der er ebenfalls in der Bibliothek arbeitet. Dort gibt es jedoch keine Bücher, sondern nur archivierte Träume, die gelesen werden müssen. Um in diese Stadt zu gelangen, musste er am Stadttor seinen Schatten abgeben. Die Bibliothekarin dieser Stadt ist ein schönes Mädchen, dass er vor Jahrzehnten kannte, sie erkennt ihn jedoch nicht.
Man kann, z.B. bei literaturkritik, mehr und ausführlicher über den Roman nachlesen und bekommt auch eine psychologische Deutung angeboten.
Mir gefiel das Buch gut – und dafür bedarf es nicht unbedingt einer psychologischen Deutung der Geschichte, obwohl diese bestimmt interessant sein kann.

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