Ich berichte in diesem Blog zwar normalerweise nicht umfassend darüber, was ich lese, aber es gibt Ausnahmen.
Die französische Schriftstellerin Christine Daure-Serfaty, die in 2004 gestorben ist, dürfte in Deutschland mittlerweile quasi vergessen sein (es gibt nur einen französischen wikipedia-Eintrag). Ihr Roman, der 1997 unter dem Original-Titel „La Femme d'Ijoukak“ erschien, spielt in Marokko, im Hohen Atlas unweit von Marrakesch.
Über den Hohen Atlas (Tizi n'Tichka-Pass) bin ich im März 2010 auch mal mit einem Bus nach Marrakesch gefahren und habe daher einen gewissen Eindruck von der Landschaft – und dies war auch der Grund, weshalb ich das Buch vor einiger Zeit interessehalber aus meinem nächstgelegenen öffentlichen Bücherschrank barg.
Frau Daure-Serfaty war ausgewiesene Marokko-Kennerin, die 1960 nach Marokko kam, lange dort lebte, sich in Sachen Menschenrechte in hohem Maße unbeliebt machte und 1991 ausgewiesen wurde, bevor sie Jahre später wieder nach dem Tod des Königs dort einreisen durfte.
In ihrem Roman ist sie auf Spurensuche. Sie erzählt in sentimental-dunklem Ton von einer Frau, die sich ihrer Kindheit in Marokko erinnert und viele Jahre später anlässlich des Todes ihrer Mutter wieder nach Marokko begibt, um den Geheimnissen der Herkunft ihrer Mutter auf die Spur zu kommen. Doch die Einwohner im Hochtal des Hohen Atlas haben Angst, die finsteren Beziehungsgeschichten und Geheimnisse auszugraben oder preiszugeben. Sie kommt nur mühsam voran.
Am schönsten im Roman finde ich allerdings die Passagen um die Chamäleons, die von den Kindern gerne „gesammelt“ werden, um sie an Einheimische und Lokal-Touristen zu verkaufen.
Mit diesen Tieren handelten die Kinder auch noch Jahre nach dem Erscheinen dieses Romans.
Ich selbst habe in Marokko kein Chamäleon gesehen, allerdings auch nicht danach gesucht. Zuvor, in Jordanien sah ich mein bisher einziges Chamäleon in natura in einer Ruinenstadt.
PS: man kauft heutzutage ein Chamäleon in diesen Ländern bestenfalls nur, um es vor Ort an geeigneter Stelle wieder freizulassen. Alles andere verbietet sich aus Artenschutzgründen und kann zu Ärger führen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen