Um dieses Buch einzuordnen, muss man sich im orientalischen Mythen- und Märchenland auskennen.
„Nasreddin“ ist eine eventuell nur fiktive Gestalt, über die verbürgte Geschichten bereits mindestens ins 15. Jahrhundert zurückreichen (siehe Näheres bei wikipedia).
Der Autor vereint diverse Geschichten und siedelt sie im Buch überwiegend in der heute usbekischen Stadt Buchara an. In Usbekistan verbrachte der Autor auch den größten Teil seiner ersten 25 Lebensjahre.
Die Geschichten des Autors erschienen ursprünglich in 2-3 Teilen in den 1940er und -50er Jahren, vereint und aus dem Russischen übersetzt 1959 in der DDR.
Wesentliches Charakteristikum des Schelmenstreich-Romans ist Nasreddin's Kampf gegen die Obrigkeit. Mit List und Tücke stellt er sich selbstlos auf die Seite des einfachen Volkes, um die Ungerechtigkeiten des Herrschers und seines Hofstaates anzuprangern und auszugleichen, denn diese sind nur darauf aus, das Volk hemmungslos und brutal auszuplündern.
Nun, das kennt man auch aus Deutschland, im Mittelalter war es hier ganz sicher nicht anders.
Das Buch ist leicht und flüssig geschrieben, orientalisch farbenprächtig, Brutalitäten werden nur verblümt angedeutet und selten beschrieben, auch wenn z.B. der Wucherer letztendlich freiwillig in einen Sack kriecht und dann unfreiwillig in einem heiligen Teich ertränkt wird.
Das Buch ist aktuell wahrscheinlich nur antiquarisch erhältlich.
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