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Samstag, 14. März 2026

Bücherwelten: Haruki Murakami's Roman „Die Stadt und ihre ungewisse Mauer“

Murakami ist wahrscheinlich mein meistgelesener Autor der letzten 10 Jahre, immerhin ist dies schon das fünfte gelesene Buch seit 2019. 

Das Buch spielt in einer japanischen Kleinstadt, aber nicht nur. Es spielt auch in einer imaginären, ummauerten Stadt, oder ist es eine Parallelwelt, in der der einzelgängerische, einsame Protagonist zeitweise lebt und in einer Bibliothek Träume liest? Oder spielt sich alles nur in seinem Kopf ab?

Es ist jedenfalls eindeutig Phantastik und auch ein Geisterroman. Der Protagonist bewirbt sich als Leiter auf einen Bibliotheksjob in einer Kleinstadt in den Bergen und er begegnet dort dem früheren Bibliotheksleiter, der jedoch – wie sich herausstellt – schon vor Monaten gestorben ist. Auch seine Bibliothekarin kann diesen Geist sehen, jedoch die Hilfskräfte können das nicht

Gleichzeitig lebt er in einer anderen, ummauerten Stadt, in der auch Einhörner herumschweifen und in der er ebenfalls in der Bibliothek arbeitet. Dort gibt es jedoch keine Bücher, sondern nur archivierte Träume, die gelesen werden müssen. Um in diese Stadt zu gelangen, musste er am Stadttor seinen Schatten abgeben. Die Bibliothekarin dieser Stadt ist ein schönes Mädchen, dass er vor Jahrzehnten kannte, sie erkennt ihn jedoch nicht. 

Man kann, z.B. bei literaturkritik, mehr und ausführlicher über den Roman nachlesen und bekommt auch eine psychologische Deutung angeboten. 

Mir gefiel das Buch gut – und dafür bedarf es nicht unbedingt einer psychologischen Deutung der Geschichte, obwohl diese bestimmt interessant sein kann.

Freitag, 20. Februar 2026

Im Kino: Winter in Sokcho

Koya Kamura's Film erzählt nach einem Roman von Elisa Shua Dusapin von einem französischen Comiczeichner, der sich für eine längere, unbestimmte Zeit in ein kleines familiengeführtes Homestay in einer wenig bekannten, winterlichen Stadt einmietet und dort einer jüngeren Frau näher kommt, die dort arbeitet. 

Die Frau, deren aktuelle Liebesbeziehung gerade am Scheitern ist, hat einen französischen Vater, der sie aber schon vor ihrer Geburt verlassen hat und fühlt sich zu dem deutlich älteren Comiczeichner hingezogen. Sie machen einige gemeinsame Ausflüge, etwa in die entmilitarisierte Zone zu Nord-Korea, kommen sich aber nicht wirklich näher, da der verschlossene Mann eigene, nicht näher spezifizierte Probleme mit sich rumträgt und lieber ungestört Tuschezeichnungen in seinem Zimmer anfertigt. 

Da in dem Homestay gegessen werden kann, drehen sich viele Szenen auch um die Herstellung der Mahlzeiten und das Essen, meist mit Fisch, auch Kugelfisch. 

Der Film erzählt so Einiges aus dem Alltagsleben, ist sehr ruhig inszeniert, erzählt aber nur eine flüchtig hingeworfene Beziehungsgeschichte, die mit der Abreise des Mannes endet. Animierte Comic-Zeichnungen sind im Film eingestreut. 

Überzeugt als warmherzige Culture-Clash-Geschichte mit unterkühlten Melodramelementen“, meint epd-film.

Freitag, 13. Februar 2026

Im Kino: Ein Kuchen für den Präsidenten

Hasan Hadi's Film spielt Anfang der 1990er Jahre im Marschland des südlichen Irak. Eine Schülerin wird in der Schule in einem korrupten Losverfahren verpflichtet, dem Präsidenten zum Geburtstag einen Kuchen zu backen. 

Sie lebt zusammen mit ihrer Oma auf einer schwimmenden, verankerten Schilfbehausung auf einem Fluss. Die Aufgabe stellt sie und ihre Oma vor nahezu unlösbare Probleme, denn der Irak befindet sich im Krieg und die Bevölkerung hat fast nichts mehr zum Leben, oder es ist unerschwinglich. Selbst Zucker ist schwer zu beschaffen. 

Mit Kanu, ihrem geliebten Hahn und Oma machen sie sich auf in die nahegelegene Stadt, um die Zutaten zu erwerben. Schmuck und andere Wertgegenstände haben sie als Tauschgüter dabei. 

Doch die Oma sieht sich überfordert, möchte das Kind endgültig Verwandten übergeben. Das Mädchen rennt weg, hat ihren Hahn und Tauschgüter dabei und verfolgt weiter das Ziel, in der Stadt die Zutaten für den Kuchen zu bekommen. Mit Dieben, Halsabschneidern, potenziellen Sexualstraftätern und der Polizei muss sie sich auseinandersetzen. 

Die Story ist etwas „süßlich-ethno-romantisch“, wie man das von manchen west- und zentralasiatischen Filmen schon von früher kennt, sozusagen auch zugeschnitten auf den Konsum durch ein westeuropäisches Publikum. Gleichwohl meistert das die Regie ganz gut, zumal ab und zu Kampfjets über den Himmel jagen und später auch Bomben fallen. Die Darsteller*innen und die Schauwerte können überzeugen. Bedeutung hat der Film aber vor allem, weil er auch im Irak realisiert worden ist. 

Ein Film über Loyalität als Zwang, über Mangel als Erziehungsmittel und eine Kindheit, die sich in Pflichten aufreibt“, meint epd-film.

Montag, 9. Februar 2026

Im Kino: No other Choice

In Anlehnung an Donald Westlakes Roman „The Ax“ inszenierte Park Chan-wook dieses Gesellschaftsdrama um unwirtliche Arbeitsbedingungen in der südkoreanischen Gesellschaft, hier am Beispiel einer großen Papierfabrik, die von den Amerikanern übernommen wurde. Stellenabbau steht an, da neue Technologie Arbeitskräfte überflüssig macht.

Mit Blut getränkter Weg zur Arbeit“ titelte der Kölner Stadtanzeiger etwas irreführend in seiner Filmkritik, man sieht nämlich kaum einen Tropfen Blut im Film. 

Ungeachtet dessen ist der Film natürlich dennoch gewalttätig, verliert der Familienvater doch seinen Job mit der Folge, dass weder die Kredite für das schöne Haus noch sonstiger Luxus (etwa die musikalische Ausbildung der Tochter) bezahlt werden können. 

Da die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt auch schlecht läuft, kommt der Familienvater auf die Idee, die speziellen, ihn interessierenden Stellen in der Papierfabrik freizuräumen, also den Stelleninhabern aufzulauern und sie umzubringen. Dies wird in die Tat umgesetzt. 

Das war bereits nun schon der achte Film, den ich von diesem Regisseur im Kino gesehen habe, aber die meisten überzeugten mich nicht. Seinen vorletzten Film „Die Frau im Nebel“ (2023) fand ich hingegen sehr gut, aber diesen neuen Film nun nicht stilsicher überzeugend, und er war mit 2:20 h meines Erachtens auch viel zu lang für diese Story.

Donnerstag, 5. Februar 2026

Tschingis Aitmatow's Novellen „Scheckiger Hund, der am Meer entlang läuft // Frühe Kraniche“

Die beiden Novellen wirken wie "aus der Zeit gefallen". Sie entstanden Mitte der 1970er Jahre. 

Die erste Novelle spielt irgendwo am eventuell sibirischen Meer bei einem kleinen Volksstamm. Erzählt wird von einem Jungen, der erstmals auf die Robbenjagd mitgenommen wird. Doch diese Fahrt mit dem Kanu hinaus zu kleinen Inseln im Meer wird ihnen zum Verhängnis, da tagelang währender Nebel aufzieht, sie die Orientierung verlieren und die Vorräte zur Neige gehen. Es ist eine zutiefst existenzialistische Geschichte. 

Die zweite Geschichte spielt wahrscheinlich im Heimatland des kirgisischen Autors im Jahr 1943. Es ist ebenfalls eine Dorfgeschichte. Wegen des Krieges mit dem Deutschen Reich sind viele Männer an der Front oder bereits gefallen, und im Dorf herrscht Not, auch weil Nahrungsmittel und andere Dinge für die Front produziert werden müssen. Schließlich wird ein Trupp größerer Jungen beauftragt, weiter entfernt in der Steppe Ackerflächen herzurichten. Dafür müssen die Pferde und Gerätschaften zum Pflügen instand gesetzt werden. Man zieht los, doch auch dieses "Projekt" scheitert.

In Aitmatow's Geschichten geht es immer auch um Zusammenhalt in der Gemeinschaft und Liebe, dennoch scheitern die Protagonisten an den Unbilden der Natur und den widrigen Umständen, oft Krieg.  

Montag, 15. Dezember 2025

Im Kino: Calle Málaga - Ein Zuhause in Tanger

Maryam Touzani's Film spielt in Tanger und Asilah, Orte, die ich im Mai auf meiner Marokko-Reise besucht habe. Einige Lokalitäten dort konnte ich im Film wiedererkennen. 

Erzählt wird von einer alten Frau, die in einer geschäftigen Straße in Tanger lebt. Ihre Tochter lebt in Madrid als geschiedene Krankenschwester, kommt auf Besuch und erklärt, in Geldnot zu sein, so dass sie die Wohnung der Mutter verkaufen muss. Der Vater hatte ihr in seinem Testament die Wohnung vererbt. 

Die Tochter regelt die Dinge, verkauft das Inventar an einen Antiquitätenhändler, verfrachtet die Mutter in ein Seniorenheim. Doch die Mutter denkt nicht daran, dort zu bleiben. Sie geht zurück in ihre leere Wohnung, die noch nicht verkauft ist, richtet sich dort wieder ein, kauft auch ihre Dinge wieder zurück vom Händler. 

Sie hat eine Geschäftsidee, veranstaltet mit Hilfe von Nachbar*innen Fußball-TV-Parties in der Wohnung, bei denen es auch Bier gibt. Nebenbei kommen sich die Frau und der Antiquitätenhändler näher. 

Als die Tochter mal wieder in Tanger ist, weil es einen Käufer gibt, platzt sie in genau so eine Party und wird etwas „blass“. Die Mutter erklärt ihr später, dass sie nur tot die Wohnung verlassen wird. 

Nach "Adam" (2019) und "Das Blau des Kaftans" (2022) ist das vielleicht Maryam Touzani's bislang bester Film. 

Feine Anklänge von magischem Realismus und Melancholie bewahren die sanfte Geschichte eines langen Abschieds davor, ganz in Kitsch abzufallen“, meint moviebreak.

Montag, 1. Dezember 2025

Michiko Aoyama's Roman „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“

Frau Aoyama's im Original in 2020 erschienener Roman spielt in einem Tokioter Gemeindezentrum mit angeschlossener Bibliothek. In die Bibliothek verirren sich oftmals alleinstehende Frauen oder Männer in unbefriedigender Lebenslage. Sie werden mit ihren Wünschen von der jungen angehenden Bibliothekarin zur hauptamtlichen Bibliothekarin geschickt, die sich ihre Wünsche anhört, mit rasender Geschwindigkeit Buchtitel in den Computer tippt und die Seite mit den Standorten der Bücher für die Kund*innen dann ausdruckt. 

An letzter Stelle der Liste steht immer ein Buch, das vermeintlich nichts mit dem Kundenwunsch zu tun hat. Außerdem verschenkt die Bibliothekarin als Zugabe jeweils ein selbstgemachtes Filzobjekt. 

Das letzte Buch auf der Liste und das Filzobjekt inspirieren die Kund*innen und wecken deren Lebensgeister, auch dahingehend, ihre Lebenssituation grundlegend zu ändern, beispielsweise Computerkurse zu machen, den Job zu wechseln oder ein Antiquitätengeschäft zu eröffnen. 

Ein sehr einfühlsames Werk. Mehr zum Inhalt kann bei wikipedia nachgelesen werden.

Donnerstag, 27. November 2025

Im Kino: Lolita lesen in Teheran

Eran Riklis' Film nach den in 2003 erschienenen Memoiren der 1997 in die USA emigrierten iranischen Schriftstellerin Azar Nafisi spielt weitgehend in Teheran. 

Er handelt von einer jungen Englisch-Literatur-Professorin (Golshifteh Farahani), die 1979 nach dem Sturz des Schah-Regimes aus den USA in den Iran zurückkehrt und nach relativ kurzer Zeit realisieren muss, dass sie ihre Freiheitsrechte verliert und dort auch nicht mehr an der Uni arbeiten kann, weil die Werke, über die sie unterrichten möchte, zunächst scharf (von Männern) kritisiert und bald verboten werden. 

Sie geht zunächst in den literarischen Untergrund, bespricht mit ihren Schülerinnen in ihrer Wohnung verbotene Bücher, die ihrerseits viel mit Frauenrollen zu tun haben (Daisy Miller, Lolita, ...). 

Obgleich nicht von einem iranischen Regisseur inszeniert, zeigt auch dieser Film in höherer Intensität die Bedrohung, hier insbesondere der Frauen, durch das theokratische Unrechtssystem und seine gewalttätigen Handlanger (zu denen hier auch Frauen gehören, etwa im Frauengefängnis). 

Dank seiner engagierten Darstellerinnen auch ein wuchtiges Drama über weibliche Selbstbehauptung“, sagt film-rezensionen. Deshalb fand ich den Film auch ziemlich gut.

Dienstag, 4. November 2025

Im Kino: Das tiefste Blau

Klein, aber fein, erzählt der brasilianische Regisseur eine dystopische Reise-Geschichte im Amazonas-Gebiet. Die Regierung entscheidet, dass Senior*innen nach und nach ihre Rechte verlieren, zunächst unter die Vormundschaft ihrer Söhne und Töchter gestellt und später in „Auffanglager“ umgezogen werden, da sie die produktiv arbeitende Bevölkerung von der Arbeit abhalten. 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Frau, die in den Ruhestand verabschiedet wird und nach und nach ihre Rechte verliert und entwürdigenden Regelungen ausgesetzt ist. So muss jeder Einkauf von ihrer Tochter genehmigt werden, und Bus fahren ist nur mit angezogener Windel möglich. Das wird kontrolliert. 

Die Frau, die zunächst noch genug Geld hat, ist nicht Willens, ihre Freiheit zu verlieren. Sie flüchtet innerhalb des Amazonas-Gebietes, bedient sich kleinerer Schiffe, die zwar keine Senior*innen transportieren dürfen, dies gegen viel Geld aber doch tun und kommt schließlich im Schiff einer falschen Nonne unter, die über die Flüsse tingelt und Bibel-e-Books verkauft. Sie befreunden sich, teilen sich die Arbeit und nehmen ab und zu bewusstseinserweiternde Drogen in Form von blauen Augentropfen. 

Ich liebe visionäre Filme, das wird auch immer so bleiben. Die Inszenierung ist einfach, aber man bekommt auch viel von dem semi-aquatischen Lebensraum der Amazonas-Flüsse und dem Leben auf den Booten zu sehen. Auch eine Krokodil-Schlachterei wird gezeigt. 

Die Dystopie einer nahen Zukunft wird nicht spektakulär inszeniert, sondern mit wenigen, klug gesetzten Mitteln glaubhaft gemacht – vom Altenabschleppwagen bis zur Marktfrau, die nebenbei erwähnt, ein Junge habe seinen Opa versteckt und sei verhaftet worden“, so epd-film.

Sonntag, 14. September 2025

Bücherwelten: Tschingis Aitmatow's Novelle „Dshamilja“

Von einem kirgisischen Autor 1958 verfasst, ist es eine literarisch ziemlich bekannte, 80-seitige Liebesgeschichte, die Mitte des Zweiten Weltkriegs irgendwo bei einem abgelegenen Dorf in Kirgisistan spielt. Sie soll Pflichtlektüre in der DDR gewesen sein und wurde auch mehrfach verfilmt. 

Ob diese Geschichte heute noch so relevant ist, bezweifele ich mal, aber sie wird immer wieder neu aufgelegt. Sie wirkt auf mich aus der Zeit gefallen, spielt zwischen einem Dreschplatz im Dorf und einer mittels Pferdewagen einige Stunden entfernt erreichbaren Bahn-Verladestation, zu der täglich das Korn gebracht wird. 

Dshamilja und ein ihrem Arbeitsteam zugeteilter Typ kommen sich langsam näher. Die Liebe einer verheirateten Frau, deren Mann im Krieg ist und eines wortkargen Typen, der traurige Lieder singen kann, wird von einem Jungen verstohlen beobachtet, ohne dass er die Gesten und das Gesehene so richtig verarbeiten kann. 

Eines Tages verschwinden die sich Liebenden in der Steppe, da ihre Liebe im Dorf keine Zukunft hat.

Samstag, 30. August 2025

Im Kino: Marokko-Film "Sirat"

Der Film des französisch-spanischen Regisseurs Oliver Laxe ist ein Aussteiger-Road-Movie, das überwiegend in Marokko spielt. Der Film wurde im Kölner Kritikerspiegel der Choices tendenziell als der herausragende Film des Monats August bewertet. Marokko ist mein bis dato letztes Reiseland, deshalb schreibe ich hier etwas zum Film. 

Erzählt wird eine ziemlich finstere Geschichte. Ein europäischer Vater sucht mit seinem kleinen Sohn seit einem halben Jahr seine Tochter. Deshalb sind sie in Marokko mit einem Lieferwagen unterwegs und kommen zu einem Ort in felsig-wüstenhafter Gegend, an dem ein Techno-Rave-Festval stattfinden soll, wo sie das Mädchen vermuten. Es sind schon viele Raver dort, doch niemand hat das Mädchen gesehen und die Polizei verbietet das Festival. 

Einige Fahrzeuge büchsen aus dem Konvoi aus und nehmen eine Nebenroute. Vater und Sohn folgen zwei truckähnlichen Fahrzeugen europäischer Aussteiger, die zu einem anderen Rave-Festival nahe der mauretanischen Grenze fahren wollen. Die Strecke wird abenteuerlich, Abgründe lauern, kleinere Flüsse müssen durchquert werden. 

Die Raver helfen, weil der Lieferwagen das nicht alleine schafft. Man kommt sich näher, doch der Tod schlägt zu, als sich im Lieferwagen die Handbremse löst und der Wagen mit den Sohn in den Abgrund stürzt. Danach wird Trauerarbeit geleistet, doch die Trucks geraten später in der Wüste in ein Minenfeld, das weitere Opfer fordert. 

Man erfährt wenig über die Hintergründe der Personen im Film, doch Atmosphäre, Szenerie, Soundtrack und Story können schon beeindrucken. 

Der Film setzt stark auf Atmosphäre, visuelle Kraft und einen pulsierenden Techno-Soundtrack, während er eine brutale Geschichte von Überleben, Verlust und der Suche nach Sinn erzählt, die von vielen als schockierend, aber spannend empfunden wird“, sagt die Google-KI.

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Mein persönliches Kino-Highlight des Monats war jedoch eher Cédric Klapisch's Film "Die Farben der Zeit", in dem eine Eigentümergemeinschaft von einem alten, vor 75 Jahren verschlossenen Haus in der Normandie erfährt, das ihr gehört und viel Familiengeschichte offenbart. Er ist eben auch sowieso einer meiner Lieblingsregisseure. 

Sonntag, 20. Juli 2025

Im Kino: Der Salzpfad

Ein Wanderfilm gehört natürlich in diesen Blog. Die britische Regisseurin Marianne Elliott inszenierte diese Verfilmung eines im Jahr 2018 veröffentlichten erfolgreichen autobiographischen Romans von Raynor Winn. 

Der Film handelt von einem älteren britischen Ehepaar, das Hof und Existenzgrundlage verliert, eine schlimme ärztliche Diagnose (für den Mann) bekommt und sich – trotz mehr als knapper Geldmittel - aufmacht zu einer längeren Küstenwanderung im Südwesten der britischen Insel (South West Coast Path). 

Der Film trifft den Nerv unserer Zeit, in der sich viele Menschen während/nach Corona aufgemacht haben, die Welt zu Fuß zu erkunden, um ihre Nerven zu beruhigen und gleichzeitig auch Abenteuer in der Natur zu erleben. 

Geboten werden schöne Bilder vom Wanderweg, einige Kämpfe mit den Unbilden der Natur, zumal man auch im Zelt schlafen muss, reliefbedingte Erschöpfungsphasen, ein paar Rückblenden und Ausblicke. Gezeigt wird ein Paar, das harmonisch gemeinsam erstarkt und an der Aufgabe wächst.

Das Werk verzichtet bewusst auf Sentimentalität. Es konzentriert sich ganz auf das Echte, auf die Ängste und Sorgen, auf die Erschöpfung, aber auch auf die Hoffnung“, meint kino-zeit. Dennoch ist es aus meiner Sicht vielleicht nicht die umwerfend packende Filmstory geworden. Es fehlt wahrscheinlich an inszenierter Rafinesse.

Donnerstag, 26. Juni 2025

Im Kino: Marokko-Film „Alle lieben Touda“

Diesen Film musste ich natürlich unbedingt anschauen, da ich im Mai noch in Marokko herumgereist bin. Lt. Choices hat der Mann von der Frankfurter Rundschau ihn als den „herausragenden“ Film des Kino-Monats Juni gewählt. Die meisten der Befragten fanden mehrheitlich allerdings keinen Film herausragend. 

Wie auch immer, der eher düster-poetische Film der Regisseurin Nabil Ayouch wirft einen Blick auf die Schattenseiten des Lebens in Marokko, konzentriert auf eine Frau, das Nachtleben und die Vielzahl arabisch-moslemischer Männer mit ihrer Doppelmoral und ihrem toxisch-übergriffigen Verhalten gegenüber Frauen. 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Sängerin/Tänzerin. Sie beginnt direkt mit einem traditionellen kleinen Fest in einer abgelegenen Gegend Marokkos und ihrer anschließenden Vergewaltigung in einem Wald. 

Sie geht weg, in eine kleinere Stadt und der Vorgang erklärt, weshalb sie dort einige Jahre später einen Sohn hat. Dort arbeitet sie abends/nachts in Etablissements als Sängerin/Tänzerin vor einer Live-Band. Die Männer werfen Geldscheine, spendieren Getränke und werden natürlich auch übergriffig. 

Es dauert vielleicht 1, 2 Jahre und dann zieht sie weiter nach Casablanca. Aber auch dort dasselbe Spiel, lediglich die Orte, wo sie auftreten kann, werden luxuriöser. 

Der Film punktet mit seiner in Deutschland weitgehend unbekannten Schauspielerin Nisrin Erradi und guten Milieubeobachtungen. „Ohne die Intensität ihrer Emotionen hätte auch die kunstvolle Inszenierung wohl nur ein mittelmäßiges Sozialdrama zustande gebracht“, meint film-rezensionen

Die Schauspielerin sah ich schon vor 4 Jahren in Maryam Touzani's Film „Adam“, der nur in Casablanca spielt und mehrere Frauen in den Mittelpunkt stellt. 

In den Crédits steht nicht, wo die Szenen gedreht wurden. Es gibt Szenen bei den Eltern in den Bergen und ihrer Schafherde, von Bus- und Mopedfahrten in diversen Gegenden und auch die große Moschee in Casablanca war als vernebelte Hintergrundszene eingeblendet. 

Insgesamt fand ich den Film schon ziemlich gut.

Samstag, 7. Juni 2025

Im Kino: China-Film „Caught By The Tides"

Jia Zhang-Ke's Film spielt in nordchinesischen Städten wie Datong und am Drei-Schluchten-Staudamm zwischen den Jahren 2001 bis vielleicht 2022. 

Ich habe schon mehrere Filme des Regisseurs im Kino gesehen. Es sind meist Sozialdramen, die von der chinesischen Wirklichkeit der oft eher einfachen Leute handeln, kriminelle Strukturen inbegriffen. 

In diesem Film geht es um Entwurzelung und Entfremdung, zum Teil vor dem Hintergrund der Fertigstellung des Staudamms und der beginnenden Flutung des Flussbettes, in dessen Zuge Millionen Chinesen nach und nach umgesiedelt werden mussten und zeitweise halbverlassene Ruinenstädte entstanden. 

Im Mittelpunkt steht dabei ein Paar, das sich entzweit, trennt, wiederfindet, eine schöne Frau und ihr Manager für Gelegenheitsjobs. 

Man sieht hier China, wie es mal gewesen ist, oft grau, trist, unfreundlich – und ziemlich weit weg von dem, was man beispielsweise heute auf Instagram sieht. Keine Ahnung, scheint auch mal Sonne im Film? Ist mir nicht erinnerlich. Gegen Ende, also während der Corona-Zeit, wird es dann noch trister. 

Zwei Menschen werden vom Fluss der Geschichte ergriffen, zwei Stücke Treibgut greifen nacheinander, um ein wenig langsamer unterzugehen“, sagt kino-zeit sehr treffend. 

Die sozialen Beziehungen sind nur angerissen im Film. Depressives Werk. Aus meiner Sicht ist der Film in erster Linie für jene potenziellen Kinogäste interessant, die entweder schon mal in China waren (wie ich vor langer Zeit) oder mal hin wollen.

Montag, 2. Juni 2025

Im Kino: das Aussteigerdrama "Eden"

Ron Howard gehört nicht gerade zu meinen favorisierten Regisseuren. Dennoch wollte ich diesen Film unbedingt noch sehen, denn auf existenzialistische Abenteurer-/Aussteiger-/Reise-Geschichten stehe ich nun mal; vermutlich, weil ich selbst nicht den Ausstieg geschafft und sozusagen mein Leben daher eventuell sinnfrei verlebt und vergeudet habe. Aber es ist eben, wie es ist, man hatte leider - wie viele andere Menschen auch - weder den Mut, die wahre Überzeugung, noch das Know How und/oder das Geld gehabt, um es zu realisieren. 

Diese vor fast 100 Jahren auf der Galapos-Insel Floreana spielende Geschichte der Erstbesiedlung (?) durch ein paar deutsche und österreichische „Abenteurer*innen“, die in Gewalt untereinander endet, hat einen historisch überlieferten, aber nicht ganz geklärten Background, weil es sich widersprechende Darstellungen über die Ereignisse gibt. 

Der Film erzählt davon – und auch von den schwierigen Lebensbedingungen, Hunger, Durst, mangelnde ärztliche Versorgung, Konflikte zwischen den drei Parteien, von Diebstahl, Waffen, „bösen“ Tieren (Hunde, Wildschweine). 

Man kann über die historischen Ereignisse und die Rezeption des Films z.B. bei Wikipedia nachlesen. Etwa: Als „düstere, erwachsene Version von Herr der Fliegen“ wird der Film von Kate Erbland in ihrer Kritik für IndieWire beschrieben. Maureen Lee Lenker von Entertainment Weekly  meint, „es fehle an guten Gefühlen in einem sonst durchweg pessimistischen Film“. 

Ich denke, das trifft so zu. Aus meiner Sicht ist es ein ziemlich guter, aber kein herausragender Film geworden, auch weil ich nicht verstehen kann, wie 8/9 Personen dermaßen egozentrisch-destruktiv agieren können, wenn sie es schon mal auf eine einsame Insel geschafft haben.

Im Übrigen gibt es in diesem Survival-Thriller so einige Brutalo-Szenen, insbesondere in Zusammenhang mit einer Geburt oder dem Ziehen eines Zahns. Da verblasst der Traum vom Paradies und einem Leben in primitiven Verhältnissen sehr schnell.

Sonntag, 6. April 2025

Bücherwelten: Kenzaburo Oe's Roman „Reißt die Knospen ab...“

Es ist ein altes Werk, dass der japanische Autor 1958 veröffentlichte. Der Autor erhielt 1994 den Nobelpreis für Literatur, und erst danach erschien das Werk auch auf Deutsch. 

Die düstere, existenzialistische Geschichte spielt irgendwo in den japanischen Bergen in den Endmonaten des Zweiten Weltkrieges. Amerikanische Bomber greifen schon das Festland an, und daher soll eine Gruppe Jungen aus einem Erziehungsheim in ein Bergdorf evakuiert werden. Unter Hunger treten sie den langen Marsch mit einem Erzieher an. 

Die rückständigen Dorfbewohner sind ihnen überall feindlich gesonnen. Schließlich gibt es ein Seuchengerücht und viele tote Tiere, die Dorfbewohner fliehen und lassen die Jungen allein zurück. Diese müssen in die Häuser und Gärten einbrechen, um sich irgendwie ernähren zu können. Außerdem ist es frostig kalt. Es gibt krankheitsbedingte Tote. 

Nebenstränge erzählen von einem im Dorf ebenfalls zurückgebliebenen Mädchen und einem sich versteckt haltenden Deserteur. 

Der „Ton“ in diesem Roman ist wuchtig-rau, sowohl in der Beschreibung der Umstände und der Natur, als auch oft in den Dialogen. Es gibt männertoxische Charakterisierungen und Verhaltensweisen bei den Männern, aber auch bei den Jungen und deutliche homosexuelle Komponenten im Roman. 

Man sagt dem Roman nach, eine japanische Variante von Golding's „Herr der Fliegen“ zu sein, ein Roman über Kinder „in einer Zeit des Tötens“. 

Wiki-Link: Kenzaburo Oe

Mittwoch, 2. April 2025

Bücherwelten: Toshikazu Kawaguchi's Roman „Bevor der Kaffee kalt wird“

Japanische Romane lese ich in den letzten Jahren ganz gerne mal. Sie haben, jedenfalls jene, die ins Deutsche übersetzt werden, oft einen hohen Empathie-Faktor, zeichnen sich durch genaue Beobachtungsgabe für Alltagssituationen aus und handeln oft auch von eigensinnigen Personen. 

Dieser Roman erschien im Original im Jahr 2015 und wurde ein Welterfolg. 

Die Geschichte spielt in einem kleinen Café in Tokyo. Wir lernen die Betreiber*innen und die Stammgäste dort kennen. Und es wird viel Kaffee gekocht und ausgeschenkt. 

Doch dies ist ein Zeitreise-Roman. In dem Café gibt es einen Sitzplatz, auf dem fast immer ein Geist sitzt und gern Kaffee trinkt. Nur einmal am Tag geht der Geist auf Toilette. In dieser Zeit wird der Platz frei, und eine andere Person kann sich dort hinsetzen und – eventuell – eine Zeitreise machen. Diese Zeitreise dauert so lange, wie ein Kaffee braucht, um kalt zu werden. 

Es gilt, viele Regeln zu beachten, die im Roman nach und nach aufgedeckt werden; so darf man den Platz nicht verlassen, und eine Zeitreise können sowieso nur diejenigen machen, die eine Person besuchen wollen, die bereits zuvor schon mal im Café gewesen ist. Die Zeitreisenden wollen meist ein schwerwiegendes zwischenmenschliches Problem beleuchten bzw. eine Situation im Café, die sie erlebt haben, anders gestalten. 

Im Grunde geht es in diesem Roman um den Abbau von Schuldgefühlen, Wiedergutmachung und um Trauerarbeit. Und es kommen auch Gäste aus der Zukunft, etwa ein Mädchen, um seine Mutter zu besuchen, die 15 Jahre später bei ihrer Geburt sterben wird. 

In diesem Zeitreise-Roman können die Reise in die Vergangenheit und die Handlungen dort nicht die Gegenwart bzw. Zukunft ändern. In Natasha Pulley's Zeitreise-Roman „Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“, den ich ebenfalls kürzlich las und in anderen Zeitreise-Romanen kann das anders sein und die zurückkehrenden Zeitreisenden in einer ganz anderen Gegenwart herauskommen. 

Wie auch immer, es ist ein tolles Buch. 

Das Bedürfnis nach seelischer Erleichterung und nach einer heilen Welt besteht vielleicht heute wieder in besonderem Maße“, meint literaturkritik.

Montag, 10. Februar 2025

Bücherwelten: Helge Timmerberg's „Tiger fressen keine Yogis“

Der Autor, deutscher Journalist und Reise-Schriftsteller ist immer noch aktiv. Aber dieses Buch mit 27 Kurzgeschichten angelte ich aus einem öffentlichen Bücherschrank, und es datiert bereits aus dem Jahr 2001. Die Geschichten sind noch älter, aber das Buch verrät nicht, wann sie erstmals veröffentlicht wurden.

Manchmal wirken die Geschichten wie aus der Zeit gefallen, oft mit einem gewissem Althippie-Flair. Schon in jungen Jahren war der Autor in Indien, hatte dort vermutlich prägende Erlebnisse. Das Reisen hat sich wohl verändert, sowohl in Hinblick auf die Verkehrsmittel als auch mit Blick auf die persönlichen Ziele, Ansprüche und Erwartungen. 

Die Geschichten aus Indien gefallen mir am besten. 

Mitunter finden ich den Stil etwas zu selbstverliebt und libidozentriert. Es geht auch häufig um Drogen aller Art und um Frauen und Prostitution. 

Und in der letzten Geschichte "Auf der Flucht" heißt es: „Ab einem bestimmten Alter wird das Reisen sinnlose Qual. Das ewige Packen, Schleppen, Schlange stehen, Einchecken, der Kampf mit dem Zimmer, den Fliegen, den Kakerlaken“. 

An diesem Punkt bin ich wohl auch schon (fast) angekommen. Reisen ist Arbeit, das ist das Problem.

Freitag, 7. Februar 2025

Im Kino: Die Saat des heiligen Feigenbaums

Von Mohammad Rasoulof habe ich jetzt zum ersten Mal einen Film im Kino gesehen, wahrscheinlich ein Fehler, da „Doch das Böse gibt es nicht“ (2020) bereits den Goldenen Bären in Berlin gewann. Filme aus dem Iran können wegen ihrer emotionalen Wucht anstrengend sein, deshalb habe ich ihn damals nicht geguckt. 

Auch dieser Film setzt Emotionen frei. Er erzählt vom Zerfall einer Familie, „vom Bröckeln patriarchaler Macht“, wie kino-zeit treffend ausdrückt. Und dies vor dem Hintergrund landesweiter Proteste nach dem gewaltsamen Tod einer Frau. Die Familie, von der erzählt wird, ist eine Kleinfamilie, Mutter, Vater, zwei Töchter in jugendlich-pubertärem Alter. Sie bekommen viel mit von den Protesten, haben Fragen. Doch gleichzeitig erhält der Vater ein sensibles, belastendes Amt als Untersuchungsrichter und zu seinem eigenen Schutz vom Regime einen Revolver. Und er möchte, dass die Töchter vorsichtig sind bei dem, wie sie sich kleiden, wen sie einladen und was sie mit ihrem Smartphone machen. 

Die Töchter sind empört, die Mutter versucht zu vermitteln. Die Situation eskaliert, als der Revolver verschwindet – und alle (Mutter, Töchter) sich zunächst standhaft weigern, etwas damit zu tun zu haben. Gleichzeitig geraten die Namen der Richter ins Internet und die Paranoia des Vaters wächst. Er vereinbart für die Frau/Töchter einen Verhörtermin bei einem Spezialisten. 

Später nimmt er sich eine Auszeit und fährt mit ihnen in die Berge, um die Sache mit dem Revolver zu klären. Die Mutter gibt den Diebstahl zu, eine Tochter gibt den Diebstahl zu. Er sperrt sie in dunkle Kellerräume ein, doch die andere Tochter kann fliehen und später die beiden anderen befreien. In den Ruinen einer nahegelegenen antiken Stadt kommt es zum Showdown. 

Der Film wurde für den Auslandsoscar nominiert, er könnte ihn aus meiner Sicht mit Blick auf Story, schauspielerische Leistung, Dramaturgie und Glaubwürdigkeit, vielleicht aber auch aufgrund eines Politikbonus gewinnen.

Montag, 3. Februar 2025

Im Kino: Elama – Leben in Europa

Ich war heute mit einem meiner Ex-Chefs hier im Odeon um 11:30 Uhr (!) im Kino, um diesen Dokumentarfilm zu sehen. Irgendwie scheint das Thema den Nerv der Menschen zu treffen. Das Kino war gut besucht, vielleicht auch wegen der Anwesenheit der Filmemacher? 

Ein „echter“ Kinofilm war das nicht. Vielmehr war es ein ambitioniertes Reise-Projekt, das zu einem Film geworden ist und hier gezeigt wurde. Im Rahmen einer Autoreise wird von einem Pärchen anhand von Einzelbeispielen aus sieben europäischen Ländern zwischen Griechenland und Norwegen dokumentiert, wie die Menschen am 24. Längengrad leben. 

Der Film war ganz unterhaltsam. Allerdings sind die Lebenswelten auch innerhalb eines Landes so verschieden, dass niemals irgendetwas Repräsentatives bei Einzelbeispielen herauskommen kann. Auch wurden Länder ausgelassen, etwa die Ukraine und Weißrussland. Die Filmemacher sagten nach dem Film, sie hätten diese Länder umfahren, weil sie Angst hatten, dass die Kameraausrüstung beschlagnahmt werden könnte. Der Film entstand zwar vor dem Ukraine-Krieg, aber ganz unbegründet sind die Befürchtungen bestimmt nicht gewesen. 

Interessant war noch, dass die Kontaktanbahnung mit den Menschen über Couchsurfing-Kontakte erfolgte. Normalerweise wird man ja nicht wildfremde Leute auf der Straße oder im Hostel ansprechen, sie mögen ihnen vor laufender Kamera ihr Leben erzählen und zeigen. Und schon gar nicht, wenn man ihre Sprache nicht spricht. Das kann nicht funktionieren, dafür scheint das intimere Cöuchsurfing aber schon bessere Anknüpfungspunkte zu bieten, auch was das evtl. erforderliche Dolmetschen betrifft. 

Der interessanteste Beitrag war für mich sicher jener von einem Bauernhof in Rumänien.