Mittwoch, 26. Juli 2023

Bücherwelten: Yaşar Kemal's Roman „Auch die Vögel sind fort“

Yaşar Kemal (1923-2015) ist einer der bekanntesten türkischen Autoren. Er schrieb, meist aus Sicht der einfachen Leute, oft über eine Welt untergehender, heute untergegangener Traditionen, Sitten und Gebräuche in seinem Heimatland. 

Sein schmaler Roman „Auch die Vögel sind fort“ (orig.: 1978) spielt in der weiteren Umgebung Istanbuls und handelt vom Singvogelfang, der bereits damals praktisch zum Erliegen gekommen war, da das Wachstum des Molochs Istanbul die Habitate mit den wild wachsenden Karden vernichtete und die Menschen in Istanbul auch mit den Traditionen nichts mehr anfangen konnten, sie oft noch nicht einmal mehr kennen. 

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei Dorfjungen, die, um Geld zu verdienen, mit Netzen nahe dem Strand massenhaft Singvögel fangen, sie in Käfige stopfen und sich erhoffen, diese in Istanbul gegen Entgelt verkaufen zu können, damit die Vögel wieder frei kommen, sofort fliegen gelassen werden, um den Käufer*innen den Weg zur Himmelspforte zu weisen. 

Doch als die Jungen in Istanbul ankommen, will kaum jemand einen Vogel frei kaufen, die Jungen und die Vögel müssen müssen weiter leiden. 

Ein auch historisch interessanter Roman. 

Zum Autor bei wikipedia.

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