Hasan Hadi's Film spielt Anfang der 1990er Jahre im Marschland des südlichen Irak. Eine Schülerin wird in der Schule in einem korrupten Losverfahren verpflichtet, dem Präsidenten zum Geburtstag einen Kuchen zu backen.
Sie lebt zusammen mit ihrer Oma auf einer schwimmenden, verankerten Schilfbehausung auf einem Fluss. Die Aufgabe stellt sie und ihre Oma vor nahezu unlösbare Probleme, denn der Irak befindet sich im Krieg und die Bevölkerung hat fast nichts mehr zum Leben, oder es ist unerschwinglich. Selbst Zucker ist schwer zu beschaffen.
Mit Kanu, ihrem geliebten Hahn und Oma machen sie sich auf in die nahegelegene Stadt, um die Zutaten zu erwerben. Schmuck und andere Wertgegenstände haben sie als Tauschgüter dabei.
Doch die Oma sieht sich überfordert, möchte das Kind endgültig Verwandten übergeben. Das Mädchen rennt weg, hat ihren Hahn und Tauschgüter dabei und verfolgt weiter das Ziel, in der Stadt die Zutaten für den Kuchen zu bekommen. Mit Dieben, Halsabschneidern, potenziellen Sexualstraftätern und der Polizei muss sie sich auseinandersetzen.
Die Story ist etwas „süßlich-ethno-romantisch“, wie man das von manchen west- und zentralasiatischen Filmen schon von früher kennt, sozusagen auch zugeschnitten auf den Konsum durch ein westeuropäisches Publikum. Gleichwohl meistert das die Regie ganz gut, zumal ab und zu Kampfjets über den Himmel jagen und später auch Bomben fallen. Die Darsteller*innen und die Schauwerte können überzeugen. Bedeutung hat der Film aber vor allem, weil er auch im Irak realisiert worden ist.
„Ein Film über Loyalität als Zwang, über Mangel als Erziehungsmittel und eine Kindheit, die sich in Pflichten aufreibt“, meint epd-film.

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