Montag, 31. August 2026

Besuch des Tiger & Turtle Magic Mountain und Wandern im Süden Duisburgs

An der Tiger & Turtle Skulptur, einem begehbaren Kunstwerk im Süden Duisburgs, war ich noch nie. Sie wurde Ende 2011 fertig gestellt nach einem Sieger-Entwurf von Heike Mutter und Ulrich Genth. Die Skulptur liegt rheinnah auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe, einer abgedichteten Schlacke-/Bauschutt-Deponie einer in 2005 stillgelegten und abgerissenen Zinkhütte, zuletzt betrieben von der MHD Sudamin GmbH.



Theoretisch kommt man mit einer Straßenbahn vom Duisburger Hauptbahnhof bequem hin. Aber wie das so ist in Deutschland, ist die Infrastruktur eventuell hinüber und in Sanierung begriffen. Faktisch musste ich nach einigen Stationen in einen Bus-Schienenersatzverkehr umsteigen, was die Anreise zeitlich deutlich verlängerte.

Das Foto oben ist eine Momentaufnahme. Tatsächlich wurde es bald deutlich voller dort, als ein/zwei niederländische Schulklassen kamen, die auf einem mehrtätigen Ruhrgebietsausflug waren. Die Mädchen versuchten sich mit mir in "Deutsch", was funktionierte, obwohl ihre Aussprache noch verbesserungsfähig war.

Das visuell Beeindruckende am Standort ist der Blick auf ein Gaskraftwerk und ein weiter hinten liegende Stahlwerk mit Hochöfen:


>The Views<


Zurück zum Bahnhof ging ich zu Fuß und in einem Bogen, wie die mit Komoot aufgezeichnete Wanderroute zeigt:


Das waren etwa 14.5 km bei geringem Relief. Ich ging zunächst durch den Biegerpark, der vom Angerbach eingegrenzt wird, aber nicht so wirklich Besonderes zu bieten hat:


Durch die sogenannte Sechs-Seen-Platte im Osten wollte ich unbedingt gehen. 




Die Seen dort sind natürlich ehemalige Kiesgruben und schon ziemlich groß. Viel Baumaterial für Bahnhöfe, Siedlungen, Straßen, Fabriken kam aus diesen Gruben, die ab 1912 sukzessive fast 90 Jahre genutzt wurden. Aber in den 1960er Jahren begann zum Teil schon die Rekultivierung.


Heute ist dies das Naherholungsgebiet von Duisburg, und es gibt so einige Aktivitäten.


Baden ist im Regelfall verboten, außer im Strandbad. Aber es gibt andere Aktivitäten wie Segeln.


Beliebt ist die Gegend auch für Picknicken am Seeufer und generell bei Radfahrern.


Weiter im Norden, aber nicht zu dieser Seenplatte gehörend, kommt ein Regatta-See mit Parallelkanal:


Ich kam durch einige Stadtteile Duisburgs, die auf der gewählten Route allerdings keine besonders erwähnenswerte Strukturen aufwiesen. Mitunter dachte ich, dass es ganz schön weit bis zum nächsten Supermarkt ist.

Mittwoch, 26. August 2026

Jack London's Erzählungsband „Die glücklichen Inseln“

Es ist eine deutsche Zusammenstellung von Jack London's Hawaii-Geschichten. Zu seinen Lebzeiten war er einer der erfolgreichsten Autoren der Welt. Da der US-amerikanische Autor nach einem kurzen, aufregenden Leben mit 40 Lebensjahren im Jahr 1916 vermutlich an Nierenversagen starb, können die Geschichten nicht jünger sein. 

Die Hawaii-Inseln wurden 1898 annektiert, nachdem die USA 1893 deren Königin stürzten. Doch der Untergang der Hawaiischen Kultur begann schon um 1820 mit dem Wirken der ersten amerikanischer Missionare. 

Von „glücklichen Inseln“ ist in den Geschichten wenig zu spüren. Sie beschreiben ziemlich genau die geschichtliche Entwicklung und die Zustände in den letzten Jahrzehnten vor 1916 sowie den extremen Rassismus. 

Die Erzählperspektive wechselt, im Mittelpunkt können mal weiße Farmer oder Missionare, höhergestellte Frauen und Männer des Hawaiischen Adels oder auch Chinesen stehen, die ursprünglich in großer Zahl für die Plantagenwirtschaft auf die Inseln geholt wurden. 

Ein beunruhigend düsteres Thema einiger Geschichten ist Lepra, eine Krankheit, die vermutlich damals auch aus China importiert wurde. 

Obwohl beispielsweise wegen der Vulkane und einigen Beaches sicher lohnend, war ich nie auf den Hawaii-Inseln.

Dienstag, 4. August 2026

Eine Wanderung zwischen Großbüllesheim und Weilerswist (Bördenzone)

Diese Tour ist bestimmt schon wieder um die 10 Tage her.

Wenn man in Großbüllesheim den Zug verlässt, kann man dort und in Kleinbüllesheim zwei Schlösser sehen:


Diese Gegend ist so untouristisch, dass man noch nicht mal Schilder findet, die den Zugang verwehren. Aber soll ich dort zum Tor, im oberen Bild Schloss Großbüllesheim, tatsächlich hinmarschieren? Ich habe es bei diesem Foto belassen. 

In Kleinbüllesheim ist es ähnlich, aber der Komplex ist besser einsehbar:


Zu diesem Schloss gehört eine beeindruckende Wirtschaftshofanlage:


Hier am äußeren Weg kann man lang laufen.

Zu diesem Komplex gehörte vermutlich auch noch die Kirche mit dem etwas verwilderten Friedhof. Ein insgesamt beeindruckendes Bauwerksensemble.

Von dort ging ich über die Felder, die schon sagenhaft eben sein können. Und die Trockenheit der letzten Wochen führt vereinzelt zu Beregnungsmaßnahmen, hierb im Umfeld von Dom-Esch:


Vereinzelt sage ich deshalb, weil es viele gelbe, bereits abgeerntete Getreidefelder gibt und man Getreide sowieso nicht beregnet.


Es sind Kartoffel- oder Zuckerrübenfelder, die hier eventuell beregnet werden.

Bei Dom-Esch gibt es eine größere, weitgehend sich heute selbst überlassene Kiesgrube:


Ich ging weiter Richtung Straßfeld, und auch, wenn dieser Tag nicht wirklich heiß war, konnte man schon etwas ans Schwitzen kommen:


Aber es sah nicht überall so schattenlos aus. Straßfeld passierte ich nur am Rande:


Nebenbei bemerkt, diese Zuckerrüben haben Stress mit Wassermangel. Am Dorfrand fand ich einen schattigen Baum zum Pausieren.

Weiter nördlich kommt man an großen Grubenfeldern vorbei:


Sie sind natürlich eingezäunt und legal nicht zugänglich.

Südöstlich von Weilerswist kam ich an einem Flugplatz für Kleinflugzeuge vorbei. Ein Flieger startete sogar, und ja, das Schild ist nicht ganz unsinnig:


Es ging noch etwas weiter über die Felder:


Später sah ich noch viele Hasen auf so einem Stoppelfeld herumlaufen. Es waren nicht die ersten auf dieser Tour, aber ich vergaß, ein Foto zu machen. Mit dem Smartphone kommt allerdings sowieso nicht nahe ran ans Motiv.

Die Komoot-Aufzeichnung (Screenshot) zeigt die Route:


16.1 km, 120 Höhenmeter hoch, 150 Höhenmeter abwärts.

Der Zug in Weilerswist kam pünktlich.