Dienstag, 13. Juni 2023

Bücherwelten: Laura Imai Messina's Roman „Die Telefonzelle am Ende der Welt“

Die italienisch-japanische Autorin erzählt in ihrem in 2019 erschienenen Roman eine Liebesgeschichte. Mann und Frau trafen sich häufiger an der „Telefonzelle des Windes“, bevor sie zusammenfinden. Diese Telefonzelle steht im Garten eines Hauses auf einer abgelegenen, häufig windumtosten Klippe am Meer, etwa eine Tagesreise von Tokyo entfernt. 

Zu dieser Telefonzelle kommen Menschen, die nahe Verwandte oder Freund*innen verloren haben, um mit ihnen zu sprechen. Der Roman verarbeitet dabei insbesondere die Tsunami-Katastrophe von 2011, die in Japan über 22.000 Tote gefordert hat. Auch die beiden Liebenden sind Hinterbliebene dieses Ereignisses und können sich aufgrund dessen nur zaghaft annähern. 

Mit etwa 25 Jahren wanderte die Autorin nach Japan aus. Vielleicht kann man ihr attestieren, den japanischen Schreibstil adaptiert zu haben. Ich bin allerdings nicht sicher, ob es einen länderspezifischen Schreibstil überhaupt gibt oder ob er nicht von „Literaturagent*innen“ für eine bestimmte Leserschaft kreiert wird. Letztendlich sind es jedenfalls die Verlage, die einzuschätzen versuchen, ob es eine Leserschaft geben könnte und die entscheiden, ob etwas überhaupt auf Deutsch erscheint. 

Das Buch finde ich jedenfalls ziemlich interessant, und diese Telefonzelle soll es wirklich geben. 

Mehr zum Inhalt des Buches kann man beispielsweise den buecherrezensionen entnehmen.

2 Kommentare:

  1. Hallo Lutz, wir haben im Urlaub an der Schlei nahe der Stadt Arnis ebenfalls eine solche Telefonzelle entdeckt.
    Auch hier bezieht sich die Erstellung auf eine wahre Begebenheit aus Japan. Sie wurde laut Infoplakat von dem 70 jährigen Gärtner Itaru Sasaki 2010 in seinem Garten - ein Hügel mit Blick auf den Pazifik - aufgestellt, nachdem sein geliebter Cousin gestorben war. Jeden Tag telefoniert er mit diesem über sein "Windtelefon" ("kaze no denwa") wie er es nennt. Es überbringt seine Worte mit dem Wind.
    Nachdem 2011 in Folge eines Erdbebens zu einem Zsunami kommt und mehr als 19 000 Tote zu beklagen sind und 2500 Menschen als vermisst gelten, kommen immer mehr Trauernde in Sasakis Garten, um sein Windtelefon zu benutzen. Dadurch wird es über die Grenzen der Stadt und irgendwann auch über die Grenzen des Landes hinaus bekannt.
    Liebe Grüße

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  2. Es ist dieselbe Begebenheit, auf die sich der Roman bezieht. An der Schlei wird die Telefonzelle wohl eher weniger benutzt, vermute ich mal. Aber interessant.

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