Unter der Regie von Richard Fleischer entstand 1973 der US-amerikanische SF-Thriller „Soylent Green“ in Anlehnung an den 1966 von Harry Harrison veröffentlichten Roman „Make Room! Make Room!“ (dt: New York 1999). Ich sah den Film schon damals im Kino – und insoweit fand ich schon immer, dass man dieses Werke kennen muss. „Soylent Green“ ist dabei viel radikaler als der Roman.
„Soylent Green“ enthält aber auch die einfühlsame Freitod-Szene eines alten Mannes in einem Sterbezentrum, die aus meiner Sicht immer noch wegweisend einzigartig und Maßstab für eine potenzielle Umsetzung ist. Gut, in unserer Gesellschaft kann man das vergessen, Innovation war keine Stärke der Regierungen der letzten 50 Jahre, und auch der bemerkenswerterweise immer noch bedeutende Einfluss der Kirche und anderer Gruppen sprechen dagegen.
Die japanische Regisseurin Chie Hayakawa nimmt sich in ihrem Film lobenswerterweise des Sterbezentrum-Themas an. Eine staatliche Institution wirbt für den Freitod der alten Leute, wenn diese nicht mehr arbeiten können und auf der Straße landen, weil sie kein ausreichendes Einkommen mehr generieren und kein Geld haben. Über Werbung wird der Freitod als erstrebenswert hingestellt, da man ja schließlich andernfalls den jungen Leuten zur Last fallen und ihnen die Zukunft verbauen würde.Erzählstil und Szenerie ist im Film betont nüchtern, das Sterbezentrum betont steril. Man erhält ein Bett und eine Todesspritze und der Vorhang wird zugezogen. Das war's. Kein episches Ende im Tod wie in „Soylent Green“ - und deshalb wird dieser Film auch nicht dessen Kultstatus erreichen können.
„Präzise Kameraeinstellungen beobachten den Alltag der alt gewordenen Menschen mit rührender Genauigkeit und respektvoller Distanz. »PLAN 75« entfaltet eine beklemmende, ja unheimliche Wirkung, die lange nachhält“, meint epd-film.
Filme mit dieser Thematik werden mich immer interessieren, zumal das Ende immer näher rückt. Und wie wird es aussehen? Dahinvegetieren im Seniorenheim als ultimative Lösung?
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