Frau Potente ist sicherlich primär als Schauspielerin bekannt, vor allem seit ihrem Welterfolg in „Lola rennt“ (1998).
Ihre Geschichtensammlung ist bisher ein Einzelwerk. Viele Stories spielen in Tokyo, wo häufig ihre Reisen hinführten.
Die Autorin schafft es aus meiner Sicht, stilistisch japanisch zu wirken und auch verbreitete japanische Eigenheiten zu schildern, etwa die patriarchalisch fundierte Gesellschaftsordnung und den in der Firma erwarteten Arbeitseifer mit vielen unbezahlten Arbeitsstunden und manchen gesellschaftlichen Verpflichtungen in den Abendstunden.
In den Stories können sowohl junge Frauen als auch junge Männer, Pärchen oder alte Menschen die Hauptrolle spielen.
Nicht alle Rezensionen sind gerade mit Blick auf die Authentizität der geschilderten japanischen Lebenswelten positiv gewesen, aber kommt es darauf an? Geschichten haben nie den Anspruch, bis in jedes Detail ein "Dokumentarbericht" zu sein. Einige Geschichten gefielen mir jedenfalls sehr gut.

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