Dienstag, 9. Juli 2024

Ausflug Düsseldorf

 Am letzten Samstag. Der Medienhafen war mal wieder ein Ziel, um etwaige Fortschritte zu begutachten. Diese waren moderat, die Architektur ist aber immer noch vergleichsweise spannend:


>Mitunter reicht die Farbgebung der Fassaden, um aus dem städtischen Einerlei herauszustechen<


Manchmal wirkt aber auch die Architektur innovativ:


Anfangs regnete es auch etwas, der Himmel war ziemlich düster:

>Blick in den Hafen<


Ich ging weiter am Rheinufer der City entlang. Die Public-Viewing-Zonen direkt an der Rheinpromenade mit feiernden Gästen lösten bei mir allerdings keine Begeisterung aus:


Weiter nördlich entdeckte ich den Golzheimer Friedhof, auf dem schon seit über 100 Jahren keine Bestattungen mehr stattfinden:


Ich nahm dann eine Route, die durch die als "Hofgarten" bezeichneten Parkanlagen mit ihren Teichen führte:


Man kommt am nördlichen Ende der "Kö" bei den "Hofterrassen" raus:


Dann ging ich weiter zum Hauptbahnhof, um diese städtische Tour zu beenden.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot". 10.2 km, jeweils 140 Höhenmeter hoch und runter<

Montag, 8. Juli 2024

Bücherwelten: Pavel Kohout's Roman „Die lange Welle hinterm Kiel“

Der tschechische Autor veröffentlichte diesen Roman im Jahr 2000. Man kann ihn eingeschränkt als Reiseroman betrachten, spielt er doch weitgehend auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff, dass in der Südsee unterwegs ist. Geschildert wird auch ein Landausflug auf eine imaginäre osterinselähnliche Insel, auf der vor dem Hintergrund von Ruinen über die Entstehung der Menschheit fabuliert wird. 

Indes, primär ist es ein „Beziehungskisten-Roman“, wobei in der Ausgangskonstellation eine jüngere sehr schöne Frau mit einem alten Mann sowie ein junger Mann in Begleitung einer deutlich älteren Frau das Schiff betreten. Diese beiden „Paare“ kommen sich näher, sowohl die jüngeren, als auch die älteren, die jedoch eine düstere gemeinsame, aber vielleicht falsch erinnerte Vergangenheit verbindet, die langsam ans Licht kommt. 

Der Autor seziert die Gedankenwelten der Protagonist*innen, die jeweils zu wissen meinen, was die anderen denken oder erwarten. Das erweist sich nicht immer als richtig. 

 Vielleicht wirkt der Roman heute ziemlich konservativ und antiquiert, jedenfalls hatte ich diesen Eindruck, da sich die Geschichte so ganz jenseits jeder digitalen Welt entfaltet und vielleicht auch noch Jahrzehnte früher spielen könnte. Feministisches oder queeres Gedankengut ist dem Roman völlig fremd. Aber er hat einige bemerkenswerte Pointen.

Donnerstag, 27. Juni 2024

Wanderung Staubecken Heimbach (Nordeifel)

Am letzten Sonntag machte ich bei schönem Wetter eine tolle Tour. Die Staubecken-Heimbach-Tour ist nicht neu, vor ziemlich genau einem Jahr habe ich sie schon einmal gemacht.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot". 17.5 km, jeweils ca. 515 Höhenmeter hoch und runter. Start-/Endpunkt: Bahnhof Heimbach<

Die relativ vielen Höhenmeter kommen zustande, da meine Route nahe dem Bahnhof zunächst über den Meuchelberg führt, man dann aber wieder absteigen muss zum Staubecken, um auf der anderen Seite wieder hochzusteigen.

Am Meuchelberg gibt es kaum Fichten, hier war früher Eichen-Niederwaldwirtschaft. Auf der anderen Seite des Staubeckens, im engeren Sinn das Ziel der Wanderung, sieht man jedoch partiell die toten Fichten:


>Am alten Kraftwerk, das heute Museum ist, sieht man die toten Fichten noch besser<


Zur Wegstrecke gibt Warmschilder. Gleichwohl denke ich, dass die Gefahren überschaubar sind bei annähernder Windstille. Auch sind die toten Bäume nicht besonders alt oder groß und viele auch schon umgefallen.


Auf dieser Wegstrecke hat man übrigens auch tatsächlich einige Bänke mit Picknick-Tisch ziemlich neu errichtet. Noch wird die Wegstrecke aber eher selten begangen. Mir kam nur eine einzige Person auf dem mehrere Kilometer langen Weg entgegen. Das ist es, was mir an der Wegstrecke südlich des Staubeckens auch besonders gefällt. Im Übrigen gibt es nette Ausblicke:


>Ausblicke natürlich auch mit toten Fichten. Früher hatte man wahrscheinlich überhaupt keinen Ausblick, da man in intaktem Wald ging<

Über die Fingerhüte, die als Pionierpflanze die toten Waldflächen zum Teil violett färben, haben schon Andere aus unterschiedlichsten Regionen Deutschland berichtet:


Hier in der Gegend dürften es weniger Sturm oder Trockenheit sein, die die Bäume geschädigt haben, vorrangig ist es wohl der Borkenkäfer.


Die Buchenwälder wirken vergleichsweise noch ziemlich intakt:


Vereinzelt gibt es alte Eichen. Das sehe ich aber als Ausnahme im Nationalpark an. 

Normalerweise hat man alles "platt" gemacht. Nachhaltige und ökologisch orientierte Forstwirtschaft oder selektive Entnahme von Bäumen - vor der Nationalpark-Ausweisung weitgehend Fehlanzeige, auch durch die Landesbetriebe.

Bei dieser Tour kann man die Kriegsgräberstätte Mariawald als den Punkt wählen, wo man zunächst den Wald verlässt. Man hat hier einen tollen Ausblick auf das Kloster:


Es ist einer der schönsten Orte, die ich in der näheren Umgebung kenne. Und der Ort ist zumindest gegen Abend kaum besucht. Wer genauer auf das Foto schaut, sieht evtl. ein Liebespaar, das unten an der Wegkreuzung im Gras liegt und die Abendsonne genießt.

Hinter dem Kloster geht es zunächst entlang eines größeren Feldes und dann relativ steil runter ins Heimbachtal. Ich fand den "moderaten" Weg runter, es gibt aber auch steilere Varianten.

Der Zug nach Düren um 21:17 war pünktlich. Da fing die deutsche Mannschaft an, Fußball zu spielen, die Bahn war daher fast leer. In Düren muss man nach Köln umsteigen. Auch das funktionierte mit wenigen Minuten Verspätung. Erstmals habe ich mit meinem Smartphone live gestreamt. Das ging, da ich wegen meiner Niederland-Belgien-Kurzreise für diesen Monat eine 10-GB-Datenflat hatte. Manchmal gab es Unterbrechungen, da kein Netz. Als ich in Köln ankam, fiel gerade der 1:1-Ausgleich gegen die Schweiz. Die Rolltreppe runter, konnte ich das im Hauptbahnhof dann auch noch ansehen, da es dort einen kleinen Public-Viewing-Bereich am Rewe-to-go gab.

Ich fuhr dann zurück zu mir in die Südstadt und entschied, am Café Kult noch um 23:15 ein Weizenbier zu ordern. Zu Hause war ich dann erst nach Mitternacht. Gelungener Tag!