Dienstag, 23. Juli 2024

Im Kino: Gondola

Veit Helmer erzählt in seinem in der Umgebung von Kutaissi in Georgien spielenden Film von einer lokalen Seilbahn und ihrem Personal, das aus einem Mann und zwei Frauen besteht. Während der Mann das Sagen hat und im Führerhaus der Station sitzt, fahren die Frauen in den beiden Bahnen mit und kassieren bei den wenigen Passagieren. 

Die Frauen sehen sich zumeist nur in der jeweils entgegenkommenden Bahn, kommen sich aber dennoch näher, machen sich Geschenke, schmücken die Bahnen für die nächster Begegnung oder spielen Musikinstrumente während der luftigen Begegnung. Dem Mann sind diese „illegalen“ Aktivitäten natürlich ein Dorn im Auge, und er versucht sie zu unterbinden. 

Der Film des Regisseurs wirkt wie ein poetisches Märchen. Wie in seinem vorangegangenen Film „Vom Lokführer, der die Liebe suchte“ (2018), der in Aserbaidschan spielte, kommt der Film ohne jeden Dialog aus. Er wird durch Mimik und Gestik oder Musik ersetzt. Hingegen spielt die Mechanik der Seilbahn sowohl visuell als auch akustisch eine bedeutende Rolle im Film. 

Der poetische Charakter des Films wird auch durch weitere Dorfbewohner transportiert, die sich zunehmend in das verliebt-verrückte Treiben der jungen Frauen einbinden lassen. 

Eine Hommage an den Zauber des Kinos“, meint epd-film.

Sonntag, 21. Juli 2024

Im Kino: Déserts - Für eine Hand voll Dirham

Faouzi Bensaïdi's Film spielt in Süd-Marokko und handelt von zwei Mitarbeitern eines Inkasso-Unternehmens, die mit einem alten Auto durch die Gegend fahren, um Schulden einzutreiben. Ihr Weg führt oft über Schotterpisten in die abgelegensten Regionen. Irgendwann kommt ihnen auch noch zeitweise das Auto abhanden, das ein mitreisender Verbrecher „entliehen“ hat. 

Den Film kennzeichnen oft absurd wirkende Szenen im Nirgendwo der halbwüstenartigen Berglandschaften mit verfallenden traditionellen, oft in Steillage errichteten Weilern, in denen das Leben aus Notlagen heraus improvisiert wirkt und kaum einer der Kunden die ausstehenden Beträge zahlen kann, weshalb häufig Naturalien wie Teppiche oder Ziegen beschlagnahmt werden. 

Marokko-Reisende werden das Land hier wiedererkennen, auch wenn sich wohl kaum einer in diese hier gezeigten Weiler wagen würde, die abseits der touristischen (asphaltierten) Routen liegen und manchmal nur zu Fuß zu erreichen sind. 

Mit der Szenerie punktet der Film, weniger mit der in der zweiten Hälfte undurchsichtig erzählten Story, die man sich bestenfalls irgendwie selbst zusammenreimen kann. „Die Komödie wird von einer mythologisch überhöhten Tragödie im Western-Look abgelöst“, meint kino-zeit zu diesem Bruch im Film. 

Die schauspielerischen Fähigkeiten der Protagonist*innen sind im Übrigen eher unauffällig solide.

Freitag, 19. Juli 2024

Drei-Park-Wanderung Düsseldorf-Süd

Mittwoch. Die Tour startete an der S-Bahn-Haltestelle Düsseldorf-Eller-Süd (A) und endete an der S-Bahn-Haltestelle Düsseldorf-Benrath (B). Die Karte zeigt, dass die Gegend weitab vom Düsseldorfer Zentrum in in weitgehend bebautem Gebiet liegt.


>Screenshot der aufgezeichneten Wanderroute aus der Komoot-Karte. Für hiesige Zwecke werden die Komoot-Karten immer schlechter. Mal abgesehen davon, dass Grundprinzipien der Kartographie vernachlässigt werden, indem beispielsweise kein Balkenmaßstab mehr angezeigt wird, sind sie dort neuerdings auf die Idee gekommen, grüne Punkte in die Karte zu setzen; diese verweisen auf Fotos, die von Anderen hochgeladen worden sind und auf der Webseite auch eingeblendet werden, wenn man auf die Punkte geht. Das Problem ist nicht, dass diese Punkte  eingeblendet werden, sondern dass sie auf der Karte nicht ausgeblendet werden können.<

Der erste Park der Tour war der Schlosspark Eller, überwiegend ein Waldpark, der sich an das von Wasser umgebene Schloss anschließt.


>Schloss Eller und Nebengebäude<


Die zweite besuchte Lokalität heißt Niederheider Wäldchen. Das ist größtenteils ein authentischer Rest-Buchenwald mit auch alten Bäumen.


>Die gelben Blumen im Vordergrund sind Jakobs-Greiskraut, sagte mir die App "Flora Incognita" mit 99 % Wahrscheinlichkeit<

Der Südosten des Wäldchens wurde durch eine Sportanlage in der Vergangenheit zerstört. Im Südwesten gibt es einen alten Hof mit Kinder-Ferienfreizeit und Pferden:


Sehenswert sind hier auch einige alte Bäume wie diese Esskastanie:


Mein Weg führte weiter durch gewerblich-industrielles Gebiet. "Henkel" ist dieser Gegend nahe dem Rhein stark vertreten. Ein auffälliges Wohnhaus möchte ich noch zeigen:


Ich ging am Rhein weiter Richtung Schloss Benrath. Die Strecke lohnt wegen Klär- und Hafenanlagen nur bedingt. Nahe des Schlosses liegen in diversen Seitenstraßen großbürgerliche Villen. Das Schloss selbst ist mit seinem großen Schlosspark selbstverständlich Anziehungspunkt für Spaziergänger:


Der Park ist groß, eine "absolutistische" Anlage von etwa 1 km Durchmesser, mit definierten Sichtachsen der Wege. Abseits der Wege und angelegten Weiher ist es Hochwald.


Auch die "Orangerie" kann man als Teil der Anlage betrachten:


Die Fahrten mit den Bahnen verliefen unproblematisch.