Sonntag, 9. August 2020

Bücherwelten: Dilek Güngör's Roman „Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter“

Die deutsche Schriftstellerin mit türkischen Wurzeln veröffentlichte ihren Roman im Jahr 2007. Ich nehme an, er trägt autobiographische Züge. 

Geschildert wird ein mehrwöchiger Besuch der in Deutschland lebenden Kleinfamilie in einem anatolischen Dorf. Anlass ist der angekündigte Tod der Großmutter, die zunächst aber noch sehr schlagfertig ist. 

Die erwachsene Tochter war früher schon einmal dort, aber für sie ist es – als in Deutschland geborene Nachfahrin - immer wieder eine Reise in eine andere Welt, einschließlich konfliktträchtiger festgefügter anderer Sitten und Gebräuche, die sie so nie in Deutschland erfahren hat. 

Die Protagonistin versucht sich in diese patriarchalische Gesellschaft einzuleben, doch sie erfährt erstmals auch, warum ihre Eltern in Deutschland leben und welches düstere Familiengeheimnis, von dem in der Familie niemand reden will, auf der Familie lastet. 

Das Buch überzeugt mit der authentischen Schilderung eines vielleicht typischen osttürkischen Familienlebens einschließlich zugehöriger Wertvorstellungen und ist stilistisch sehr flüssig geschrieben. Es gefiel mir recht gut. 

Das Buch „zieht den Leser in seinen Bann, lebt weniger von dem, was geschieht, als vielmehr von der Schilderung des Umgehens der verschiedenen Menschen miteinander“, sagt radiergummi.

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