Dienstag, 2. April 2024

Tomburg-Tour

Am Sonntag war ich nachmittags unterwegs. Ich fuhr mit der Bahn über Euskirchen nach Rheinbach. 

Mein üblicher Weg führt dort durch die Innenstadt mit ihren stellenweise noch erhaltenen Fachwerkhäusern Richtung Süden:


Meist gehe ich am Stadtpark entlang, wo der Gräbbach ein steileres Tälchen in die Lösslehmschichten eingegraben hat. Dort befindet sich auch das alte Wasserwerk mit dem markanten Turm, der bis 1949 in Betrieb war:


Diesmal bin ich nur bis zum Waldrand gegangen, dem ich in südöstlicher folgte. 


>Obstbaumkulturen mit einzelnen Höfen auf der einen Seite mit Siebengebirge im Hintergrund und Wald auf der anderen Seite auf den Ausläufern des Ahrgebirges<


Im Wald war es mehr oder weniger frustrierend und matschig. Es wurden viele große Bäume gefällt, und das zeigt mir, dass nach wie vor weder Auswirkungen des Klimawandels noch die Schaffung naturnaher Wälder in der deutschen Forstwirtschaft irgendeine Bedeutung haben - die machen einfach weiter wie vor 100 Jahren.

Die Tomburg habe ich dann auch erreicht:


Von dort nahm ich Kurs nach Nordosten Richtung Meckenheim. 


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot". 12.7 km, jeweils ca. 180 Höhenmeter bergauf und bergrunter<

Noch ein Stückchen durch den Wald, kam ich dann nach Wormersdorf, und der Blick zurück sagte mir, dass ich mich im Ort nach einem Unterschlupf umgucken sollte:


Ein paar Hundert Meter weiter fand ich ein Stallgebäude mit langem, tiefen Vordach, wo ich mich unterstellen konnte. Etwa eine halbe Stunde lang verweilte ich dort und hatte folgenden Blick:


Es blitzte, krachte, goss durchaus heftiger, aber ich habe schon mal schlimmere Gewitter erlebt.

Nachdem es weitgehend aufgehört hatte zu regnen und sich aufgehellter Himmel abzeichnete, ging ich weiter. Über den Feldern hinter Wormersdorf lag ein tolles Licht:


Ich kam durch Klein-Altendorf, wo es nur einige größere Höfe gibt:


Danach ging ich über die Felder nach Meckenheim:


Wegen einer möglichen Weichenstörung bei Rheinbach, die in der DB-App angezeigt wurde, fuhr ich über Bonn zurück nach Köln.

Freitag, 29. März 2024

Wanderung Walberberg - Kardorf - Sechtem

Am Dienstag war ich wandern, ein 15-Grad-Tag mit mäßig-trübem Sonnenschein. Ich wählte die KVB-Linie 18, die allerdings baustellenbedingt dann nur bis zur Station Schwadorf fuhr. Also plante ich kurzfristig um.

Walberberg und die übrigen Villedörfer - das kann schon mal beklemmend sein. Ein Dienstag, aber man trifft kaum jemand auf den Straßen.

in Walberberg gibt es einige historische Fachwerkhäuser:


Oder Lost Places:


>Das hier war mal - in den 1950er Jahren - der bedeutendste Tanzsaal im Vorgebirge< 

Außerdem gibt es eine markante Trafostation:


Man könnte noch viel mehr aus Walberberg zeigen, beispielsweise den aufgegebenen Supermarkt und die aufgegebene benachbarte Bäckerei oder das sehenswerte Kirchen-Friedhof-Hexenturm-Pfarrhaus-Ensemble hangaufwärts. 

Ich verließ den Ort, kam an der Kitzburg vorbei, ging weiter durch Wald und an Pferdeweiden vorbei, passierte den Ortsteil Mertener Heide und kam zu Schloss Rösberg:


Ich durchquerte den Ort, der hier schon auf dem Villerücken liegt, um wieder steil den Villehang runterzugehen:


Unten liegt Kardorf. Auf dem Weg kam ich noch an einer eher seltenen Fliederstrauch-Plantage vorbei:


Kardorf ist auch nicht unbedingt "der Bringer". Unten an der Hauptstraße gibt es zwar ein Gewerbegebiet auch mit einem Lidl, aber eine Bäckerei oder ein Café sucht man dort vergeblich. Nahebei kann eine historische Gaststätte visuell-architektonisch überzeugen:


An drei Tagen in der Woche hat sie irgendwann mal auf - könnte interessant sein, so abends, vielleicht um 23 Uhr? Die Öffnungszeit zum Ende hin ist mit "?" angegeben.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot". 13.1 km, 150 Höhenmeter berghoch, 170 Höhenmeter bergrunter<

Ich lief dann über die Felder nach Sechtem.


>Vielfach liegen Folien aus. Bei Sonne erwärmt sich das Mikroklima unter den Folien und nachts wird die Wärme gehalten. Das fördert das Pflanzenwachstum extrem in Zeiten um die 10 Grad. Das Foto unten zeigt Schafe auf einer Weide mit Sechtem im Hintergrund<

 


In Sechtem gibt es zwei Burgen. Das folgende Foto zeigt die Weiße Burg:


Die Bahn zurück nach Köln hatte 15 min Verspätung.

Irgendwie war ich schlapp, nicht mehr in Form.

Samstag, 16. März 2024

Im Kino: Der Zopf

Die französische Regisseurin Laetitia Colombani inszeniert hier nach ihrem eigenen, gleichnamigen Bestseller-Roman drei Geschichten, die als Globalisierungsdrama zum Thema „Haare“ zusammengehalten werden.

Eine Geschichte spielt in Indien und handelt von einer Kleinfamilie im ländlichen Punjab, die der Kaste der Unberührbaren zugehört und kaum über die Runden kommt. Die Mutter möchte, dass die Tochter zur Schule geht und lesen und schreiben lernt, aber auch dies scheitert an den Verhältnissen. Als der Mann aus Angst nicht zu ihr hält, verschwindet sie eines Morgens mit der Tochter aus dem Dorf, um nach Süd-Indien zu flüchten. Ihr Ziel ist zunächst ein Tempel auf einem Berg, wo sie ein Opfer bringen müssen. Sie lassen sich ihre Haare abrasieren, die vom Tempel vermarktet werden. 

Die zweite Geschichte spielt in Italien und handelt von einem Betrieb, der menschliche, italienische Haare zu Perücken weiterverarbeitet, aber kurz vor dem Konkurs steht. Man muss sich anpassen, lernt die Tochter des Chefs und will zukünftig Haare günstiger auf dem Weltmarkt kaufen. Hier landet der Zopf der Tochter aus Indien. 

Die dritte Geschichte spielt in Kanada, wo die Anwältin einer renommierten Anwaltskanzlei eine düstere Krebsdiagnose erhält und sich im Laufe der Behandlung auf Basis eines Tipps für eine Perücke entscheidet, die ihrer Originalfrisur von vorher sehr nahe kommt. 

In dem Film, in dem durchweg coole, intelligente Frauen das Ruder in die Hand nehmen und sich selbst ermächtigen zu handeln, werden die drei Geschichten ineinander geschnitten. Es ist aus meiner Sicht ein schöner, auch berührender Film geworden, aber die Kritiker*innen waren keineswegs durchweg begeistert. 

Allen drei Hauptdarstellerinnen gelingt es, Empathie für ihre vom Schicksal gebeutelten Figuren zu wecken und einen gewissen erzählerischen Sog zu erzeugen“, meint der filmdienst.