Freitag, 26. April 2024

Im Kino: Amsel im Brombeerstrauch

Wieder ein Asia-Film. Elene Naveriani erzählt nach einem Roman von Tamta Melashvili in ihrem Film von einer älteren Frau, die alleinstehend in einem kleineren georgischen Ort lebt, der nahe an einem größeren Fluss liegt. Am steilen Ufer gibt es Brombeersträucher, die sie gelegentlich aberntet. Außerdem betreibt sie einen eher extensiv frequentierten Krämerladen, dessen Produkte sie gelegentlich von einem Lieferanten aus der Großstadt auffüllen lässt. 

Es regnet viel in diesem Film. Während eines solchen Ereignisses hat sie erstmals Sex mit dem Lieferanten. Diese Gelegenheitsbeziehung müssen sie fortan geheim halten, treffen sich meist an anderen Orten. 

Die Frau hat ein zwiespältiges Verhältnis zu Familie, Ehe und ihren Freundinnen, mit denen sie sich häufig über ihren und deren Familienstatus streitet. Gelegentlich treffen sie sich in irgendwo in ihren Häusern zu Kuchen und Karten spielen. 

Der genau beobachtende Film beschreibt die oft spartanischen Strukturen in Georgien sowohl infrastrukturell als auch familiär sehr treffend. Er hat ein paar Längen und dürfte in erster Linie Kinobesucher ansprechen, die schon einmal dort waren. 

Eine starke Charakterstudie einer Frau, die sich in einer patriarchalen Gesellschaft keinerlei Normen unterwirft und so ihr persönliches Glück findet“, meint epd-film treffend.

Dienstag, 23. April 2024

Im Kino: Evil Does Not Exist

In den ersten 80 % der Filmzeit erzählt der japanische Regisseur Ryusuke Hamaguchi in gemächlichem Tempo vom Leben in einem Bergdorf und einem sich anbahnenden Konflikt um ein Projekt eines Touristik-Konzerns, der campingartige Unterkünfte im Wald oberhalb des Dorfes errichten will. 

Der Konzern schickt zwei Mitarbeiter*innen einer Werbeagentur, die das Projekt den Dorfbewohner*innen bekannt machen sollen. Also gibt es im Gemeindesaal eine Veranstaltung, auf der die Dorfbewohner*innen Kritik artig artikulieren. Vor allem fürchten sie um die Qualität ihres Bachwassers, da oberhalb zwar eine Kläranlage gebaut gebaut werden soll, die aber für die Anzahl der erwarteten Gäste vielleicht nicht ausreichend dimensioniert ist. 

Im Zentrum des Films steht dabei ein Dorfbewohner, der in einem modernen Häuschen im Wald mit seiner jungen Tochter lebt. Zusammen schweifen sie häufig durch den Wald, entdecken Pflanzen und Tiere. Die Mitarbeiter*innen der Werbeagentur werden genötigt, ihn auf ihre Seite zu ziehen, indem sie ihm den Hausmeisterposten für die Projektanlage anbieten und versuchen, ihm auch menschlich näher zu kommen. Aber gelingt das? 

Die letzten 20 Minuten des Films werden durch eine nächtliche Suche im Wald nach der Tochter des Mannes eingeleitet, die verschwunden ist. Der Film nimmt hier mystisch-rätselhafte Züge an, aber was zeigt er? Und wie ist es zu interpretieren? 

Am Ende bleiben viele Fragen offen. Die klassische Rollenverteilung von Gut und Böse gibt es hier nicht. Menschen können sich hinterfragen, sich verändern – innerlich mit ihrer Aufgabe kämpfen“, stellt derstandard fest.

Insgesamt war ich nicht so wirklich überzeugt von diesem Film.

Dienstag, 16. April 2024

Wanderung Roisdorf – Ville – Alfter

Am letzten Samstag war ein 25-Grad-Tag, den ich unbedingt nutzen musste. Kurzärmelig wandern, wirklich schön. Allerdings hatte ich keine Lust auf eine längere Bahnfahrt, fuhr nur bis Roisdorf kurz vor Bonn und war auch nicht besonders fit, weshalb diese Ville-Tour nur 10.3 km lang wurde: 


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App „Komoot“, 10.3 km, 220 Höhenmeter berghoch, 190 Höhenmeter bergrunter<

Südwestlich von Roisdorf gibt es einen netten Pfad:



Der Pfad führt an der ehemaligen Roisdorfer Kiesgrube vorbei, die allerdings schwer zugänglich und einzusehen ist. Wenn man weitergeht, kommt man an der Sandgrube "Roisdorfer Hufebahn" vorbei:


Auch dieser Ort ist nicht gut zugänglich, aber einsehbar, wenn man sich bemüht. In den Randbereichen gibt es schöne, versteckte Landschaft:


Westlich der Bornheimer Quarzsandgrube (stark gesichertes Biotop) gibt es weite Weiden, mitunter mit Obstbäumen:


Im Villewald bei Alfter musste ich feststellen, dass die Umweltzerstörung nach wie vor ihren gewohnten Lauf nimmt und viele große Bäume gefällt worden sind:


Das sind leider die Bäume, die den Wald positiv von anderen kleinwüchsigen Wäldern abhoben.

In der Gegend hier gibt es "Hufebahnen". Lokaltouristische Pferdewagen fahren hier bisweilen bei schönem Wetter immer noch lang, sozusagen kleine fahrende Saufparties:


Der Wald westlich Alfter hat verschiedene Ausprägungen. Es gibt auch leicht sumpfige Bereiche ("Maare"), in denen viele Birken wachsen:


Am Rande von Alfter gibt es Pferdeweiden:


Wenig später kam ich zur "Bildhauerwiese":


Ich fand einen gemütlichen Stuhl auf der Wiese, las ein bisschen in Murakami's "Kafka am Strand", schlief aber bald ein. Lang habe ich wohl nicht geschlafen, vielleicht ein halbes Stündchen. 

Der weitere Weg bergrunter und durch Alfter zur Bahnlinie 18 war dann vielleicht noch 2 km lang.


>In Alfter<
 
Auf die Bahn musste ich nur ca. 15 min warten. Sie war ziemlich pünktlich. Ich fand einen Sitzplatz und konnte weiterlesen.