Donnerstag, 22. August 2024

Wanderung Barmener Baggersee

Der See liegt westlich der Bahnlinie Jülich – Linnich nahe der Rur, die dort mäandriert. Dort war ich zuvor noch nie.

Startpunkt: Bahnstation Jülich-Broich (A) 

Endpunkt: Bahnstation Linnich-Tetz (B) 


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App „Komoot“. 12.7 km, nahezu eben (jeweils 60 Höhenmeter hoch/runter)< 

Ein moderater 24-Grad-Tag am Montag. Eine Spätnachmittags-/Abendwanderung. 

Wenn man von Broich kommend über die Rur-Brücke und dann in nördliche Richtung nach Barmen geht, sieht man linkerhand Agrarlandschaft, beispielsweise Kartoffel- oder Zuckerrübenfelder, während rechterhand die Rur liegt. Man kommt nicht hin, da langgezogene Wasser-Biotope den Weg begleiten: 


Hier gibt es offensichtlich Schlangen: 


>Ringelnatter tötet Kröte< 


Ich hatte zuvor noch nie eine Ringelnatter in NRW gesehen, wohl wissend, dass es auch in Köln (insbesondere in der Wahner Heide) welche gibt. 

Die Wege, die meine App anzeigt, sind nicht unbedingt tatsächlich passierbar, sondern eventuell geflutet, wie ich feststellen musste: 


Ich konnte daher nicht am Ostufer des Barmener Baggersees langgehen, sondern – soweit zugänglich – nur am Westufer. Der See ist ziemlich groß und hat „verschlungene“ Bereiche, die grün vom Entenflott sind: 


>Barmener Baggersee< 


Barmen selbst ist auch vergleichsweise interessant, da es dort historische herrschaftliche Anlagen gibt, wie etwa Haus Overbach: 


… oder nahebei das Wasserschloss Kellenberg: 


… oder die Kellenberger Mühle: 


Ich folgte dem Weg weiter durch den zunehmend dunkler werdenden Wald, da ich die Rur-Brücke bei Floßdorf erreichen musste. Dort kommt man an einem Rur-Altarm vorbei: 


Danach ging es noch etwas über die Felder und durch Tetz zum Bahnhof. Über den Feldern dort bildete sich schon in den Senken Tiefnebel. Die Rückfahrt nach Köln über Düren verlief problemlos im Zeitplan. Ich war erst gegen 22:30 am Hauptbahnhof. 

In der Nacht hatte ich ziemliche Probleme mit schmerzhaften Wadenkrämpfen; dabei war die Tour doch weder von der Länge noch von der Reliefenergie her besonders anspruchsvoll.

Samstag, 17. August 2024

Im Kino: Touch

Baltasar Kormákur's Film nach einem Roman von Olaf Olafsson spielt in London, Tokyo und Hiroshima. Erzählt wird von einem Isländer, der vor 50 Jahren in einem Londoner japanischen Restaurant gearbeitet hat und sich in die Tochter des Restaurant-Besitzers verliebte. Diese Liebe musste geheim gehalten werden. Doch das Restaurant schloss wenig später über Nacht, und die Japaner verschwanden spurlos. 

50 Jahre später, sein Ende fühlend, beschließt der Mann nach einigen Recherchen nach Tokyo zu fliegen, um seine ehemalige kurzzeitige Freundin zu suchen. Die Corona-Pandemie beginnt. Die Spur führt nach Hiroshima. 

Der Film besticht vor allem in der ersten Hälfte mit seinen Rückblenden auf diese Liebesgeschichte. Die zweite Hälfte ist nüchterner, doch der Mann findet seine Ex-Geliebte und erfährt die Hintergründe ihres damaligen Verschwindens, die unmittelbar auch mit ihm zu tun haben. Mädchen mit Hiroshima-Wurzeln durften damals nach Möglichkeit vor allem eines nicht tun, nämlich Kinder kriegen. 

Auf bemerkenswerte Weise sehr behutsam und unaufgeregt erzählt“, meint kino-zeit.

Samstag, 10. August 2024

Im Kino: Tatami

Der in Tiflis/Georgien spielende Film von Guy Nattiv & Zar Amir Ebrahimin erzählt mal wieder eine dieser düsteren Geschichten, die die Machenschaften des iranischen Regimes an den Pranger stellen. 

Der Film handelt von den Frauen-Judo-Weltmeisterschaften, die in Tiflis stattfinden und wo auch eine iranische Frauen-Mannschaft antritt. Doch das „irre“ Regime möchte nicht, dass die Favoritin gegen eine israelische Judoka antritt und versucht sie zurückzupfeifen, lange bevor überhaupt feststeht, dass es zu dieser Begegnung kommt. Diese träumt jedoch von einer Medaille und weigert sich. 

Mit jedem Sieg der Protagonistin werden die Drohungen gegen die Trainerin und ihre Kämpferin heftiger – bis hin zur Verhaftung ihrer Eltern in der Heimat, während ihr Mann, der vorbehaltlos hinter ihr steht, mit Kind rechtzeitig fliehen konnten. 

Letztendlich müssen sowohl Trainerin wie Kämpferin um Asyl ersuchen, weil sie unmöglich in ihre Heimat zurückkehren können. Zu dem Kampf mit der israelische Judoka kam es aber gar nicht. 

Ein atemlos spannender Sport-Thriller voll emanzipativer Power, der die Unnachgiebigkeit der Frauen im Iran feiert“, meint kino-zeit.