Mittwoch, 6. Mai 2026

Die Tage in Bosa

Guesthouse Bosa di Giuseppe, Bosa (Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad, Dachterrasse, 53 €/Nacht)

Bosa zählt wohl zu den schönsten Kleinstädten Sardiniens, gelegen an einem Fluss, bunte Häuser, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, überragt von einer Burgruine:



Die Unterkunft gefiel mir wegen der Dachterrasse mit Blick auf die Stadt und Bergen:



Das Gemeinschaftsbad war allerdings vergleichsweise schwer erreichbar in diesem alten sardischen Haus mit den steilen Treppen, denn es lag nicht auf meiner Etage.

Am ersten Tag schaute ich Ort und Burgruine an:


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Am zweiten Tag ging ich durch macchienbewachsene Berghänge nach Bosa Marina. Mit einigen Zäunen kam ich klar, der Weg war nur abgesperrt, aber nicht abgeschlossen:


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In Bosa Marina steht der Torre di Bosa, ein Küstenwachturm, den man auch im oberen Bild schon auf der Landzunge sieht. Es ist interessant dort, auch wegen einem Lost Places:



Aber auch die Morphologie weist Besonderheiten in Form erosiv herauspräparierter Formen und Steine auf:



Danach las ich noch etwas am Strand in meinem Roman. Es war friedlich-beschaulich dort:



Danach besuchte ich noch einige Kirchen am Rande von Bosa. Sie waren alle wohl nicht mehr "in Betrieb":



Am dritten Tag ging ich noch etwas durch die Berghänge im Umfeld von Bosa. Im Wesentlichen sieht man Olivenbaumhaine an den Hängen:


In der Talaue sieht man auch Wiesen:



Es waren vergleichsweise relaxte Tage mit kürzeren Wanderungen und Ruhephasen.

Montag, 4. Mai 2026

Mehr Prähistorik - Die Tage in Macomer

La Fenice House, Macomer/Sardinien (Appartement mit Balkon und Küche, 60 €/Nacht)

Die Kleinstadt Macomer mit 9.000 Einwohnern ist nicht gerade ein Touristenort. Man merkt es sofort, man sieht keine Tourist*innen, Cafés sind extrem dünn gesät, es gibt Industrieruinen am höchsten Punkt der Stadt und im Umfeld des Bahnhofs.



Die wirkt etwas eigentümlich mit ihren wenig belebten Straßen.

>Lost Places<


Es gibt bemerkenswert viele Murals in der etwas grauen Stadt:


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Es gibt aber eine große Dichte an prähistorischen Stätten im Umfeld der Stadt. Einige Nuraghi liegen stadtnah. Es gibt ein relativ ansprechendes Ensemble von Friedhof, Kakteenpark und Nuraghe. Letztere, die Nuraghe Corte ist allerdings Wildnis, durch die man sich etwas durchkämpfen muss, ...


... während der Park einen guten Fußweg hat:


Auch die Nuraghe Orosai ist gut erreichbar:


Am zweiten Tag vor Ort machte ich einen Bahnausflug mit einem Schienenbus, eine absolute Nebenstrecke, die auch nicht von Trenitalia betrieben wird, sondern von der auf Sardinien tätigen Busgesellschaft:



Ich fuhr nur zwei Stationen nach Bortigali, einem größeren Dorf:


Übermäßig viel zu sehen gibt es dort nicht, aber dies war auch nicht meine Erwartung:


Vielmehr ging es darum, dort eine Wanderung zu machen, weil es diverse Nuraghi in der Umgebung gibt. Meistens waren sie allerdings faktisch nicht zu erreichen, weil die Zugänge/Felder gesperrt waren. 

Die Wege wirkten streckenweise ziemlich archaisch mit ihren Mauern aus großen Steinen. Einen Ort, der sich auf meiner Karten-App OsmAnd Ensemble Nuragic of Carrarzu'e Iddia nennt, war dann doch mit geringen Schwierigkeiten erreichbar. Ich zeige mal einige Bilder:


Das ist die Nuraghe. Sie hat auch einen (erhaltenen) Wasserspeicher:


Es gibt ein Dolmenfeld, das aber wahrscheinlich besser aus der Luft erkennbar ist:


Außerdem gefällt die archaische Umgebung:




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Prägend für nicht genutzte Landschaft ist der gerade gelb blühende Riesenfenchel, der 2 - 3 m hoch werden kann. Es ist eine typisch mediterrane Pflanzen, von der es regional divers einige Unterarten gibt:


Dieser Riesenfenchel ist in Deutschland's Natur nicht heimisch, da er nicht viel Frost aushält.

Ich wanderte bis nach Biroli, wo ich wieder in den Schienenbus stieg. Am Rande Dorfes schaute ich mir noch ein Gigantengrab an:


Am dritten Tag machte ich eine weitere Wanderung, die zu dem Komplex Tamuli führte. Der Ort liegt 5 km außerhalb von Macomer. Eine einsame Straße führt dort hin und vorbei. Landschaftlich ist der Weg ganz ansprechend, denn er führt über einen 720 m NN hoch gelegenen Sattel und bietet gute Ausblicke:


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Interessanterweise ist dieser Ort kostenpflichtig (5 €), und es gab auch einige motorisierte Besucher. Ich fand es bemerkenswert, dass der Ort am 1. Mai geöffnet hatte.


Zu sehen gibt es dort eine Nuraghe, nuraghische Dorfruinen, drei Gigantengräber mit Bäthyle, also Steine, die Gottheiten symbolisieren: 


.... die Bäthyle😊.


.... eines der Gigantengräber.

Man hatte auch eine tolle Aussicht. Auf dem Foto unten sieht man eine weitere (nicht erreichbare) Nuraghe am Horizont:


Auf dem Weg zurück fällt der Blick auf Macomer:


Leider musste ich denselben Weg zurücklaufen. Es gibt keine Alternative.



Freitag, 1. Mai 2026

Eine Wanderung bei Oschiri

Sa Rosa e su Trapperi, Oschiri (Doppelzimmer mit Bad und Frühstück sowie angeschlossener Außenterrasse, 57 €/Nacht)

Sardinien. Ich war vorübergehend umgezogen in ein Dorf mit etwa 3.000 Einwohnern, umgeben meist von Wiesen mit lose eingestreuten Korkeichen in hügeliger Landschaft. 

Das Dorf wirkt freundlich, viel zu sehen gibt es jedoch nicht:



Es gibt ein paar Cafés unweit der beachtlich großen Kirche, auch öfter Lost Places in der Bausubstanz. 



Der größte Lost Places ist jedoch eine alte Fabrik am Bahnhof, der am Rande des Dorfes liegt:



Es gibt in der Umgebung prähistorische Nuraghi, Nekropolen, Domos de Janas (Feenhäuser, Felshöhlengräber) und einen berühmten "Altar". Diese Orte wollte ich besuchen.

Die Landschaft erwies sich als sehr "hermetisch" verschlossen. Man kann zwar auf Wegen wandern, kommt aber doch meist nicht zu den prähistorischen Stätten. Meist sind es Steinmauern aus groben Blöcken, die die Felder begrenzen, Tore oder Stacheldrahtzäune schützen die Zugänge.

Am Rande des Dorfes gibt es einen Kakteenwald: 



Nicht weit entfernt liegen zwei Orte mit Domos de Janas. Der erste Ort war unzugänglich. Sie liegen auf einem Feld, kein Weg, das Feld ist Privatland und abgesperrt. Das ist der gängige Regelfall. Der zweite Ort war anders, der Weg, durch umgehbares Tor abgesperrt, führt zu einer alten Kirche. Vor der Kirche liegt der "Altar", ein langer Granitblock, in den geometrische Muster und Nischen geschlagen wurden:



Man nimmt an, dass es eine nuraghische Kultstätte war, echte Fakten gibt es jedoch nicht.

Die Domos de Janas liegen auch in dem unübersichtlichen felsigen Gebiet, ich habe aber nur wenig davon finden können:


>Feenhaus, Oschiri<

Es ist halt schwierig begehbar und zum Teil sehr zugewachsen.

Am nächsten Tag nahm ich einen längeren Weg, der an zwei Nuraghi und zwei Nekropolen  vorbei führte. Es war ein schöner, aber mit 25/26 Grad im Schatten ein doch etwas warmer Tag. Schatten gibt es mitunter, wenn am Weg Korkeichen oder hohe Sträucher stehen.

Alle prähistorischen Orte waren unzugänglich, z.B.:



>Necropoli Domos de Janas di Monte Cuccu. Das ist leider ein Foto durch den Zaun. Hier kam ich nicht rein<


>Necropoli di Pedreso. Man kommt dort nicht hin<



>Auf dem Hill da hinten liegt die Nuraghe Mastru Franziscu. Man kommt dort nicht hin<

Was bleibt, sind die streckenweise schönen Wege:


.... Korkeichen:



Beim schönen Weg, der an der Necropoli di Pedreso vorbei führte, hatte ich Blick auf den Lago Coghinas: 

Man sieht hier auch den Anbau von Weinreben.

Rinder oder Ziegen gab es mitunter auch zu sehen:



Wermutstropfen der Tour war auch, dass viel Straße dabei war. Verkehr war aber relativ selten.

27.900 Schritte an diesem Tag, mein bisheriges Maximum hier.