Freitag, 13. September 2024

Rumänien IV

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Montag, 27. Oktober 2014

Cluj-Napoca (Klausenburg)

Hotel Seven (Zimmer, 29 €/Nacht)

Diese Unterkunft ist visuell nicht ansprechend, aber das Hotel lag günstig zum Bahnhof und das Zimmer war ansprechend. Rauchen musste man allerdings außerhalb des Hotels.

Ich kam im Dunkeln an, und der Weg führte mich bergauf an einem Friedhof vorbei - und das nachts in Transsilvanien!

Cluj-Napoca - Klausenburg - ist die zweitgrößte Stadt Rumäniens und hat etwa 325.000 Einwohner.

Heute morgen wollte ich den Friedhof näher in Augenschein nehmen, aber am Eingang wartete ein Hund, und ich ließ es erst einmal sein.

Bald fand ich unten an der Hauptstraße eine Bäckerei mit Sitzgelegenheiten und frühstückte erst einmal.

Dann schlenderte ich durch die Stadt. Ziemlich breite Straßen durchziehen schachbrettartig die City.


>In Cluj-Napoca<


Dazwischen gibt es kleinere Straßen, die oftmals auch für Autos gesperrt sind.


Diverse Kirchen und einige gründerzeitliche Prachtbauten gibt es und - wie mir auffiel - massenhaft Leitungen, die oft im Fotomotiv sind. Es ist hier fast wie in Hanoi!

>Leitungs-Chaos mit Wasserturm nahe dem Bahnhof<

Von der City aus zieht sich ein großer Friedhof bergauf. Dort war ich ziemlich lange. So viele Grabsteine, die viel dichter gedrängt stehen als bei uns:

>Auf dem Friedhof<


Alte Krypten gab es auch, Krähen riefen. Überall diese Grabplatten, von denen man bestenfalls ahnt, was sich darunter verbirgt. Manchmal erhascht man auch einen Blick auf die Stadt, aber selten.

Später ging ich in eine Eisdiele (Gelateria Betty Ice). Nicht nur hier wird man mitunter gefragt, ob man mit Cash bezahlen will (oder mit Kreditkarte). Außerdem besuchte ich mal wieder einen KFC-Laden und die ansprechende "Cofetaria Pralina". Und später gelang es mir sogar, Tabak zu kaufen - meist findet man nur Zigaretten. Es war allerdings ein skandinavischer Tabak, der mich glatt 10 € gekostet hat.

Auf eine Art Festungsberg mit Blick über die Stadt war ich auch noch: 


Die Festung, vermutlich ein Fort, ist allerdings weitgehend verschwunden, da steht jetzt ein Luxushotel. An einem 
Lost Place kam ich dort auch noch vorbei.

Zuletzt besuchte ich noch den eingangs erwähnten Friedhof, denn es gab noch einen anderen Eingang.

Morgen verlasse ich diese Stadt und fahre per Bahn in die ca. 150 km entfernte nordrumänische Stadt Oradea.

Treibgut - Montag, 27. Oktober 2014, 20:43 - bearbeiten - Rubrik: Reisen


Dienstag, 28. Oktober 2014

Oradea

Hotel Carnival (Zimmer, 25 €/Nacht mit Frühstück)

Oradea (Großwardein), eine nord-rumänische Großstadt unweit der ungarischen Grenze.

>Die Unterkunft. Von außen modern, innen mit dem Charme vergangener Zeiten vor 40 oder 50 Jahren. Das kann mir aber auch gefallen, auf meinen Reisen kommt es sehr auf erlebte Kontraste an<

2:45 h dauerte die Zugfahrt hierher. Es war immerhin ein komfortablerer Interregio.


>Alte Lokomotiven am Bahnhof von Oradea<

Was mir in der Landwirtschaft hier so auffällt, sind die Heuhaufen, die zu kuppelförmigen Gebilden (dafür gibt es bestimmt einen Fachbegriff) aufgeschichtet werden. So etwas sieht man bei uns, jedenfalls in NRW gar nicht mehr.


>Blick vom Hotelbalkon<

Das Hotelzimmer war schnell gefunden, und ich konnte durch die Stadt laufen. Zuerst war ich am Kastell aus dem 16. Jahrhundert. Rein kam man aber nicht.


>Am Kastell<

Die Stadt, nun ja, ich will mal sagen, das Übliche eben. Viel wird saniert, so dass nur ein Teil der sehenswerten Gebäude sichtbar sind. Vieles steckt unter schwarzen Planen.

Es gibt eine Pracht-Einkaufsallee mit vielen Cafés, Kirchen, alte Häuser, Parks, einen größeren Fluss (dt.: Schnelle Kreisch), der durch die Stadt fließt.


>Hauptfußgängerzone, Oradea<



>Am Fluß Crișul Repede, Oradea<

Abends aß ich in einem kantinenartigem Schnellservice. Saufen, rauchen und an Automaten spielen, konnte man da auch. Seltsames Volk war dort anwesend.

Treibgut - Dienstag, 28. Oktober 2014, 20:38 - bearbeiten - Rubrik: Reisen

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capra ibex - Dienstag, 11. November 2014, 00:23

Ich denke du meinst Heumandl oder auch Heumanderl. In unserer Gegend gibt´s das auch nicht, könnt mir vorstellen, dass es das vielleicht noch in einigen Alpenregionen gibt.


Treibgut - Dienstag, 11. November 2014, 02:30

Ja

... so was in der Art. Leider habe ich kein Bild, weil ich diese immer nur vom Zug aus sah. Meist standen 4 oder 5 große Heumandl' direkt in der Nähe des Bauernhauses.

Es gibt ziemlich viele lokale Begriffe und Formen, wie ich gerade feststellte.


Oradea (II)

Im Moment gibt es Leerlauf. Gestern wollte ich eigentlich "Felixbad" besuchen, aber die Züge fahren nur am Wochenende und mit dem Bus war es mir zu kompliziert. Also latschte ich weiter durch die Stadt.


>Eindrücke aus Oradea<


.....


Lost Place:


Das Schloss:


Manchmal scheint mir diese Reise doch mehr eine Kaffeefahrt zu sein. Aber es gibt hier eben auch ansprechende In-Cafes wie z.B. das Café Frei, wo ich einen costaricanischen Kokos-Macchiato trank:


Heute Nachmittag wollte ich eigentlich durch Budapest spazieren. Aber der Intercity nach Budapest fiel aus und da nicht so viele fahren, werde ich nun erst am späten Nachmittag dort ankommen.

Gerade sitze ich im QL-Cafe und überbrücke die Zeit.

Treibgut - Donnerstag, 30. Oktober 2014, 09:32 - bearbeiten - Rubrik: Reisen

Donnerstag, 12. September 2024

Rumänien III

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Freitag, 24. Oktober 2014

Altertümliches Sighisoara

Pensiunea Lelila Inn (Zimmer, 21 €/Nacht)

Gerade mal um 12 Uhr fährt ein Zug von Sibiu nach Sighisoara (Schäßburg) - und Busse fahren auch nicht zu "vernünftigen Zeiten". Mit ca. 35 km/h trödelte der Zug die 95 km lange Strecke dahin. Immerhin war die Landschaft schön - hügelig, mit vielen alten Ackerterrassen, immer noch viel Mais auf den Feldern, viele Weiden, meist alles in gelb-braun-grünlichen Tönen. Das Wetter war unerwartet sonnig, obgleich keine Sonne angesagt war.

Sighisoara's Altstadt auf einem Hügel oberhalb der Großen Kokel - wie der Fluss hier auf Deutsch heißt - ist UNESCO-Weltkulturerbe, manche sagen, das rumänische Rothenburg ob der Tauber. 

>Sighisoara<


Es gibt eine Stadtmauer, zugehörige Türme, Kirchen, alte Gassen mit Kopfsteinpflaster:


.....


.....


Draculas Geburtsort soll es auch noch sein, es gibt ein Dracula-Haus:


Flüchtig hat man die Altstadt schnell erkundet.  

.....

auch weiter oben am Hügel:


Das kühle Wetter eignet sich nicht, um einfach irgendwo herumzusitzen.

Später war ich mal wieder Essen in einem echten Restaurant, auch wieder mal mit Maisbrei - Huhn geschnetzelt, leckere Soße, Maisbrei, Bier. Zeitweise lief dort leicht trippig-technoide Musik.

Wer sich traut und wem es nicht zu kalt ist, kann auch nachts herumlaufen. Im Sommer ist es aber bestimmt romantischer.

Die Unterkunft hatte ich vorgebucht. Es ist ein altes Haus, wo man sich den Kopf stoßen kann. Im 13. Jahrhundert gebaut, sagte die Hauseigentümerin. Für mich ist das hier rauchtechnisch nicht so optimal, ganz abgesehen davon, dass ich Probleme mit dem hakeligen Türschloss der Außentür habe und meist niemand da ist. Aber es gab sowieso wenig Auswahl in meiner angestrebten Preislage.

Geringfügig geändert und Bilder eingelesen am 22.11.2014.

Treibgut - Freitag, 24. Oktober 2014, 20:38 - bearbeiten - Rubrik: Reisen

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Ingrid (Gast) - Montag, 27. Oktober 2014, 12:09

Altes und Moderne

Wie blöd von deinem Blogbetreiber. Beim Captcha hab' ich mich angeblich vertippt und dann ist der Kommentar weg. Also noch mal:
Erst mal 'danke' für den Live-Reisebericht, der sogar ohne Fotos interessant ist. Ich nehme an, die folgen noch ...? Ich staune immer wieder über die Melange dort zwischen Altem und Moderne.
Weiterhin gute Reise, Ingrid (nicht mehr Franka) ;-)


Treibgut - Montag, 27. Oktober 2014, 12:34

Blog

.... mir geht hier auch schon mal der Text verloren, weil entweder das WLAN oder twoday einen Aussetzer hat. Deshalb habe ich gestern Absatz für Absatz veröffentlicht.

Mir gefiel Franka als Name ganz gut.


schlafmuetze - Dienstag, 28. Oktober 2014, 21:20

Ach darum ...

hatte ich soviele Benachrichtigungen über einen neuen Beitrag... ;-)
Wenn ich einen Beitrag schreibe, speichere ich den Text mit der Maus zwischen .. , für den Fall, dass Twoday zwischenzeitlich mal den Geist aufgibt. Manchmal bemerkt man das ja schon vorher, weil sich die Seiten sehr laaangsam öffnen.
Grüßli :-)
@ Hallo Ingrid, schon mal versucht mit dem "eine Seite zurück" - Pfeil den Kommentar nochmal anzuzeigen? Meistens klappt das.
Grüßli :-)


Samstag, 25. Oktober 2014

Medias, eine Mittelstadt in Siebenbürgen

Ein Ausflug, Teil I. Medias, knapp 50.000 Einwohner. Wieder habe ich den langsamen Zug von Sighisoara aus nehmen müssen, der diesen morgen noch langsamer fuhr. Schönes Wetter, aber kalt ist es inzwischen geworden, man braucht einen Schal.

Die Stadt selbst wirkte auf mich zum Teil etwas schäbig mit ihren vielen Brach- und Gewerbeflächen nahe dem Zentrum, hat aber auch restaurierte Häuserzeilen:


Ich ging durch die Stadt und konnte wenig Begeisterung aufbringen. Es war auch relativ wenig los dort, kaum Verkehr.

Es gibt Kirchen, auch eine baufällige Synagoge, sowie Reste der alten Stadtbefestigung, meist Türme:


>Türme<




Medias hat auch eine Art Kirchenburg, auch Kirchenkastell genannt. Dieses ist sehenswert:


>Innenhof Kirchenkastell<


Ich besuchte dann die Kirchenburg von Biertan.

Zurück in Medias lief ich noch etwas durch den Ort und kehrte in einem schlecht gehenden Café ein, musste ja die Zeit überdauern, bis wieder so ein Bummelzug vorbei kommt.

In diesen Bummelzügen merkt man schon, dass auch ärmere Personenkreise hier leben und unterwegs sind, bettelnde schmutzige Kinder im Bahnhof und im Zug inklusive.

Zurück in Sighisoara ging ich Gulasch essen. Das schmeckte ordentlich.

Treibgut - Samstag, 25. Oktober 2014, 20:26 - bearbeiten - Rubrik: Reisen


Samstag, 25. Oktober 2014

Biertan und seine Kirchenburg

Um die bekanntere Kirchenburg von Biertan zu sehen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, blieb mir nur, in Medias ein Taxi zu nehmen. Das hat 20 € gekostet, und es waren ca. 45 km hin und zurück. Die Strecke war ansprechend, ab und zu war hier auch noch ein Pferdefuhrwerk unterwegs.


>In Biertan<


An der Kirchenburg wurde viel herumsaniert, und die Kirche selbst war geschlossen. Aber der Blick auf die Kirchenburg und von der Kirchenburg in die Landschaft lohnte schon:


Blick von der Kirchenburg auf die Landschaft:


.....


Manche fahren hier hin und erkunden die Gegend mit Leih-Fahrrädern. Das geht auch, es sollte dafür nur etwas sommerlicher sein.

Treibgut - Samstag, 25. Oktober 2014, 21:29 - bearbeiten - Rubrik: Reisen



Sonntag, 26. Oktober 2014

Eindrücke aus Targu Mures

Es ist hier viel kälter als z.B. gerade in Köln. Für morgen sind - 1 bis + 10 Grad angesagt. Heute war es noch kälter, ich merkte es an den Ohren, als ich gegen 08:30 Uhr die Pension in Sighisoara verließ - im übrigen eine Stunde zu früh, weil die Zeit umgestellt wurde.

Immerhin bekam ich auch einen früheren Kleinbus, sonst hätte ich mich kältebedingt in den Zugbahnhof zurückziehen müssen. Ansonsten, man kann hier an den Bahnhöfen auf die automatischen Kaffeeautomaten zugreifen. Sie spucken für umgerechnet ca. 25 Cent einen kleinen Cappuccino oder Espresso aus.

Die Busfahrt nach Targu Mures, das früher mal "Neumarkt am Mieresch" hieß, dauerte auch über eine Stunde, obgleich es nur 50 km weg ist. Die Strecke ist auch sehr hügelig und kurvenreich.


Wie ich feststellen musste, handelt es sich um eine Großstadt und der Kleinbus, der später noch weiter fuhr, steuerte einen Busbahnhof an, der in einem Gewerbegebiet lag. Ich lief noch bestimmt 2 km in die City, entschied mich aber immerhin für die richtige Richtung.


In der Stadt gab es einige größere Kirchen und ein nicht zugängliches Kastell, ebenfalls mit einer zentralen Kirche. Man sah aber auch viele Bausünden aus der jüngeren Vergangenheit.


Wenig abseits des Zentrums wird es schon kleinstädtisch mit auch vielen Straßenbäumen:


In einem angesagten Laden, Café Piaf, frühstückte ich ordentlich, mit Pfannkuchen, Brot, Wurst, Käse, Kaffee mit Sahnehäubchen. Das war unbedingt notwendig, auch wenn es mich 7 € kostete:

Am Nachmittag konnte ich die Reise dann fortsetzen, kaufte ein Zugticket nach Cluj-Napoca (Klausenburg).


Bei dieser Zugfahrt war Konzentration angesagt, denn ich musste an einem Ort namens Razboieni, der auf meiner Rumänien-Karte gar nicht verzeichnet ist, umsteigen. Diese Bummelzüge halten hier oft an Orten, wo nichts dran steht. Zum Glück zeigt eine Website der deutschen Bahn sogar diese Bahnverbindungen an, so dass man sich etwas vorbereiten kann.

Der Zug fuhr manchmal sehr nahe an Dörfern vorbei. Man sah dann auch "echte Dörfer", nicht nur bevölkerungsstatistische Größen. Häuser, dahinter ein "Subsistenz-Ackerbaugarten", meistens mit herumlaufenden Hühnern, manchmal auch mit Schweinen.

Das Umsteigen klappte und auch das Aussteigen in Cluj-Napoca. Mittlerweile war es längst dunkel draußen. Hier und auch heute schon in Targu Mures setzte ich gewinnbringend meine App "OsmAnd" ein. Schon in Köln hatte ich die Rumänien-Karten herunterladen. Man geht dann auf "wo bin ich?", das GPS findet den Standort und man kann zum Hotel laufen (wenn man weiß, wo es ist, aber ein Ziel in Form eines Straßennamens kann man wahrscheinlich auch eingeben). Braucht kein WLAN, nicht schlecht.

Geringfügig geändert und Bilder eingelesen am 05.11.2014.

Treibgut - Sonntag, 26. Oktober 2014, 20:24 - bearbeiten - Rubrik: Reisen

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schlafmuetze - Dienstag, 28. Oktober 2014, 21:01

Hallo Treibgut :-)

Ich lese gespannt mit .. !
Zeitumstellung verpennt *lach*.
Und im Dunkeln in Transsilvanien am Friedhof entlang .. *grusel* Das wäre ja nix für mich. :-)
Aber tagsüber interessiere ich mich sehr für (alte) Friedhöfe.
Weiterhin einen schönen (und trockenen) Urlaub...
Grüßli :-)


Treibgut - Dienstag, 28. Oktober 2014, 21:21

Wetter

... so wie es aussieht, wird es trocken bleiben, aber auch recht kühl, obgleich keine Minusgrade mehr angesagt sind.


schlafmuetze - Mittwoch, 5. November 2014, 21:21

Hui ...

die Bahn sieht ja wirklich vertrauenserweckend aus ;-)
Irgendwie passt sie nicht zum Cafe, das sehr modern daherkommt. Zwei Welten.
Sehr schöne Bauten gibt es zu sehen, sicher teuer in der Unterhaltung.
Die Festung macht auch richtig was her.
Tolle Fotos hast du mitgebracht.
Grüßli :-)


Treibgut - Mittwoch, 5. November 2014, 23:37

Der visuelle Kontrast

.... zwischen alt und neu, saniert und nicht saniert ist wohl ziemlich typisch für den gesamten ehemaligen Ostblock. Macht aus meiner Sicht den Reiz der Gegend aus.

Mittwoch, 11. September 2024

Rumänien II

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Dienstag, 21. Oktober 2014

Die Kirchenburg von Harman

Diese Kirchenburg entdeckte ich nur zufällig, als ich in Harman (Honigberg) aus einem lokalen Bus ausstieg. Der Bus fuhr nur bis hierher, einem Dorf ca. 12 km von Brasov entfernt.


>Kirchenburg<


Ich wollte eigentlich zu einer anderen Kirchenburg einen Ort weiter und erhoffte mir, dass es hier einen Anschlussbus gibt. Aber im Dorf war es dann vorbei mit Busfahrplänen. An der Haltestelle war eine Roma-Familie zugegen und ein Typ versuchte, mir eine Parfümflasche in Form einer Zigarre anzudrehen. Ich lehnte dankend ab.

Kirchenburgen gibt es auch in Deutschland, aber ich kenne keine. Siebenbürgen ist jedenfalls bekannt für seine Kirchenburgen, ca. 150 davon soll es dort geben. Sie liegen in Dörfern, werden manchmal auch Bauernburgen genannt. Jedenfalls ist es ziemlich aussichtslos, sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln abklappern zu wollen.

Die Kirchenburg in Harman zählt zu den größten in Siebenbürgen und ist schon sehr imposant. Umgeben von einer 12 m hohen Mauer mit Wehrtürmen und Graben davor, liegt innen eine große Kirche.

Ich klingelte nach der Burgwärterin, um reinzukommen. Das sollte normalerweise kein Problem sein, denn es kostet etwas Eintritt. Nur gibt es bei den bekannteren Kirchenburgen strikte Öffnungszeiten und bei den unbekannteren kann es sein, dass gerade keiner da ist.


>Innenhof und Wehrgang<


Innen gab es ein kleines Museum und sogar eine winzige Schule zu sehen. In den Burgmauern hat man gewohnt, oder es waren Vorratsräume.

Während die die große Kirche topsaniert war, gab es noch eine kleinere Kapelle im umgebenden Mauerring, in der die Sanierung noch nicht erfolgte.


Unweit der Burg stand auch noch eines der von mir geliebten Trafohäuschen.


Danach wartete ich wieder auf den Bus und fuhr zurück nach Brasov.

Treibgut - Dienstag, 21. Oktober 2014, 22:19 - bearbeiten - Rubrik: Reisen


Dienstag, 21. Oktober 2014

Der Karpatenort Sinaia

Ich fuhr mit der Bahn noch mal eine Stunde von Brasov Richtung Bukarest zurück.

Sinaia ist eine Touristendestination. Es gibt hier Bäder, Hotels und vor allem Seilbahnen und Sessellifte, die auf Höhen über 2.000 m führen.


>Eindrücke aus Sinaia<


Allerdings war ich so spät dran, dass ich die Seilbahn dort dann nur noch bis auf 1450 m Höhe nehmen konnte und auch das Runterlaufen etwas gewagt gewesen wäre. Das hat sich daher kaum gelohnt.

Im Ort gibt es auch noch ein Kloster und das Schloss Peles, so eine Art Märchenschloss, zu sehen.

>Das Kloster am Ortsrand von Sinaia<

>Schloss Peles am Ortsrand von Sinaia<

Es gibt in Sinaia auch diverse Lost Places in Form alter leerstehender Villen:


Und man sieht viele Katzen.

Morgen verlasse ich die Region Brasov und fahre am Nordrand der Süd-Karpaten ca. 130 km westlich nach Sibiu.

Rückblickend muss ich sagen, dass ich nach Brasov und ggf. hierhin durchaus noch einmal fahren könnte, z.B. um tatsächlich etwas zu wandern. Aber ich sollte dann etwas besser vorbereitet sein, und die Reise sollte - temperaturbedingt - mindestens 2 Wochen früher starten.

Ergänzt und Bilder eingelesen am 06.11.2014.

Treibgut - Dienstag, 21. Oktober 2014, 23:08 - bearbeiten - Rubrik: Reisen

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C. Araxe - Freitag, 7. November 2014, 16:50

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, eine von den verlassenen Villen zu besetzen.


Treibgut - Freitag, 7. November 2014, 19:59

Villen

.... man weiß es nicht so genau, was dahinter steckt und warum sie überhaupt leer stehen.


C. Araxe - Freitag, 7. November 2014, 20:34

Das ist auch mehr von der Vorstellung her spannend oder einfach als Gedankenexperiment. So nach dem Motto: „Was wäre wenn ...”. Und das alles auch noch romantisch verklärt. Selbst wenn niemanden eine Besetzung stören würde, dann hieße das real nicht nur in einer wohl schwierig zu bewohnenden Ruine zu wohnen, sondern auch in einem sehr armen Land mit vergleichsweise gewöhnungsbedürftiger Infrastruktur und hinzu würde auch noch kommen, dass ich kein Rumänisch spreche. Allgemein kann ich mich in allen slawischsprachigen Ländern etwas verständigen, aber Rumänisch zählt ja nun mal nicht dazu.


Treibgut - Freitag, 7. November 2014, 22:19

Villen (II)

Ist mir schon klar, dass es ein Gedankenexperiment ist. Aber die Idee ist gar nicht so abwegig. Die Villen, die ich da so gesehen habe, sahen nicht nach echten Ruinen aus. Und wandelt man dein Gedankenexperiment etwas ab, kann man sich schon fragen, ob man sie nicht für einen "Appel und ein Ei" z.B. für 3 oder 6 Monate im Sommer einfach mieten könnte. Jetzt bzw. im Winter müsste man natürlich ein evtl. bestehendes Heizungsproblem regeln können. Ich sag ja, man weiß zu wenig. Auch die Einsichtnahme war schwierig, weil die Grundstücke und Häuser meist schwer verrammelt waren. Ansonsten, denke ich mal, würde man schon irgendwie klar kommen, das ist zwar in den Karpaten, aber kein Pieselsort, wo alle zwei Jahre mal ein Ausländer vorbei kommt.


C. Araxe - Freitag, 7. November 2014, 22:29

Bildmäßig kommt das ja erst noch, aber ich hatte vor kurzem eine Doku über die Einwohner rund um Burg/Schloss Bran gesehen. Also um da wirklich zu leben, müsste man sich schon mehr oder weniger sehr umstellen. Sich da kurzfristig einzumieten wäre natürlich eine andere Sache.


Treibgut - Freitag, 7. November 2014, 23:14

Gut

... um jetzt faktisch auszuwandern, würde ich Rumänien schon aus klimatischen Gründen sowieso nicht in die engere Wahl ziehen. Das Ziel müsste schon deutlich wärmere Winter haben.


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Sibiu

Pension Ela (Zimmer, 26 €/Nacht mit Frühstück)

Ein Kleinbus brachte mich von Brasov nach Sibiu (Hermannstadt). Seltsamerweise fährt zu einer vernünftigen Zeit nichts anderes. 2:15 h dauerte die Fahrt entlang der Süd-Karpaten. Viel Brachland, viele Maisfelder, öfter mal Schafherden sah man. Hügelig, gute Straße, aber nur zweispurig.

In der Pension Ela war ich angemeldet.

Eine Baustelle wird hier wohl nicht nerven. In Brasov fingen sie an, genau vor dem Hotel den Platz aufzureißen. 7:15 Uhr ging es los. Das nervte besonders beim Frühstück. In meiner neuen Unterkunft können wohl bestenfalls die Hunde nerven. Die Häuser in der Straße sind eigentümlich:


Sibiu's Altstadt liegt auf einem Hügel. Zentral sind mehrere ineinander übergehende Plätze, die durch Kirchen, Rathaus und zugehörigem Rathausturm getrennt sind.


Den Rathausturm kann man besteigen - ich war auch oben:


Blick auf die Lügenbrücke:



Es gibt auch noch Teile der alten Stadtmauer mit einigen Wehrtürmen:

Vieles ist bereits saniert. Ich bummelte durch die gesamte Altstadt.


Unterhalb des City-Hügels werden die Häuser schnell kleinbürgerlicher und wirken mitunter auch schäbiger, da oft noch nicht saniert.


Eigentlich hätte hier wohl eine Übernachtung gereicht, aber das mache ich ja nicht so gerne.

Das in den letzten Tagen noch gute Wetter schwindet dahin, der Winter kehrt ein in Rumänien, und es wird nass.

Vorhin aß ich asiatisch bei einer Kette, die Super Mamma heißt. Das war nicht schlecht, auch das Bergen Bier nicht.

Treibgut - Mittwoch, 22. Oktober 2014, 18:50 - bearbeiten - Rubrik: Reisen

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schlafmuetze - Mittwoch, 22. Oktober 2014, 21:29

Hallo Treibgut :-)

Fahren viele Menschen dort hin? Haben die Einwohner dort durch Touristen ein Auskommen oder denkst du eher nicht? Asiatisches Essen hört sich ja nicht gerade hinterweltlerisch an. Gibt es auch typisch rumänische Restaurants?
Ich wünsche dir gutes Wetter, vor allem trockenes. Weiterhin eine interessante Reise .. ;-)
Bin auch schon gespannt auf die Photos.
Grüßli :-)


Treibgut - Mittwoch, 22. Oktober 2014, 22:11

Rumänien

Schwer zu sagen. Es gibt so einige Touristen, aber die Einordnung fällt mir schwer. Außerdem muss man bedenken, dass dies jetzt sicher Nebensaison ist. Auf mich wirkt das hier nicht viel anders als in Polen oder Tschechien, wo ich letztes Jahr mal war - Osteuropa eben, viel moderner als ich erwartet habe. Viel wird für den Tourismus herausgeputzt. Aber die Orte, die ich hier besuche, gehören zumeist natürlich auch zu den Highlights.

Typisch rumänische Restaurants wird es wohl auch geben, aber ich achte nicht so drauf.


H.K. (Gast) - Mittwoch, 22. Oktober 2014, 21:50

Hermmanstadt als Weltkulturerbe ist natürlich auf Touristen eingestellt und entsprechend saniert. In vielen siebenbürgischen Ortschaften kann man günstig in ehemaligen Pfarrhäusern übernachten. Dort trifft man meistens auch auf Menschen, die einem etwas über die Geschichte des Ortes erzählen können. Häufig sogar auf Deutsch.
Wirklich sehenswert ist Schäßburg (Sighisoara) - abgesehen von dem dämlichen Draculakult - und Birthälm (Biertan).

Schöne Reise
(hab meine Kindheit in Honigberg verbracht - ist aber schon fast 40 Jahre her)


Treibgut - Mittwoch, 22. Oktober 2014, 22:29

Pfarrhäuser

... das ist wohl mehr etwas für Spezialisten. Aber wenn man 4 Wochen unterwegs ist, um die Kirchenburgen abzuklappern, lohnt es bestimmt.

Sighisoara kommt noch.


tonari (Gast) - Sonntag, 1. März 2015, 09:11

zauberhaft

Tolle Bilder hast Du mitgebracht. Ich hätte es heruntergekommener erwartet. Aber dann las ich vom Weltkulturerbe.


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Die Kirchenburgen von Cisnadie und Cristian

Heute morgen frühstückte ich zusammen mit einer deutschen Kleinfamilie. Zusammen fuhren wir mit dem Bus dann auch nach Cisnadie.

Cisnadie (Heltau) ist eine Kleinstadt ca. 10 km von Sibiu weg.

>Die Leitungen und Strommasten gefallen mir<

Es gibt hier eine Kirchenburg:


Der Burgwärter ließ uns ein. Hier konnte man in den Kirchturm steigen. Das war schon fast ein Abenteuer bei schlechter Sicht (dunkel), mit bröckeligen Steinstufen, hölzernen Treppen und vorbei an den Glocken:


Eingeschlossen in die Kirchenburg wurde ich zunächst auch noch, weil niemand merkte, dass ich noch auf dem Turm weilte.

Anschließend besuchte ich das kleine Textilmuseum. Die Textilindustrie war mal ein sehr bedeutender Arbeitgeber in diesem Ort.

Danach war ich in einem einfachen Café, wo die Tasse Kaffee noch um die 40 Cent (2 Lei) kostete. Ein Stück Torte gab es auch. Später bummelte ich noch etwas durch die Straßen, kam am Bach auch am Lost Place einer Fabrik vorbei - vermutlich dürfte sie zur längst untergegangenen Textilindustrie gehören.

Anschließend ging es zurück nach Sibiu.

Das Wetter heute war grau, dunkel, kühl, manchmal nieselig - ziemlich ungemütlich. Aber weil die Busverbindung nach Cristian (Großau) gut ist, fuhr ich auch noch zu diesem Dorf. Hier gibt es auch eine Kirchenburg, aber ich kam nicht rein, obgleich Schilder darauf hinwiesen, dass man im Prinzip rein kommen müsste. Aber alles schwer verrammelt. Zum Glück sehen Kirchenburgen schon von außen ziemlich gut aus.


>Kirchenburg Cristian<

Auch hier bummelte ich noch etwas herum. Es gab eine ganze Reihe Storchburgen auf Masten, aber keine Störche. Die kleinen Häuser sehen wegen der speziellen Dachformen eigentümlich aus. Diese Häuser gibt es aber auch in Sibiu und in vielen Dörfern:


Die Trafostation gefiel mir noch ganz gut:


Ansonsten war hier rein gar nichts los. Zum Glück musste ich nicht lange auf einen Bus warten, um zurück nach Sibiu zu fahren.

Treibgut - Donnerstag, 23. Oktober 2014, 18:10 - bearbeiten - Rubrik: Reisen